Winkelaufsatz für Akkuschrauber

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Ein Winkelaufsatz lenkt die Drehbewegung des Akkuschraubers um 90 Grad um. Damit erreichen Sie Schrauben in Schrankecken, zwischen Balken oder hinter Rohren, wo der Schrauber selbst nicht hinpasst. Er ist ein kleines, günstiges Zubehör, das bei der richtigen Aufgabe viel Ärger spart – für schwere Schraubarbeit ist er aber nicht gebaut.
Wie er funktioniert
Im Gehäuse sitzt ein kleines Kegelradgetriebe. Der Antrieb steckt mit einem 1/4-Zoll-Sechskantschaft im Bohrfutter oder in der Bitaufnahme des Schraubers, am Abtrieb sitzt eine Bitaufnahme, meist mit Magnet. Das Drehmoment des Schraubers wird so im rechten Winkel weitergegeben. Die Bauhöhe am Abtrieb ist gering, oft nur wenige Zentimeter, und genau darauf kommt es an.
Wofür man ihn braucht
- Möbelmontage: Beschläge, Scharniere und Winkel im Inneren von Schränken und Schubkästen.
- Küchenbau: Befestigung von Hängeschränken und Arbeitsplatten von innen.
- Zwischen Balken und Sparren: Schrauben im Dachstuhl oder im Holzständerwerk, wo der Abstand zu gering ist.
- Installationen: Befestigungen hinter Rohren, in Schaltschränken oder unter Waschtischen.
- Fahrzeuge und Maschinen: Schrauben in Verkleidungen und Motorräumen.
Die Bauformen
| Starrer Winkelaufsatz 90° | Kompakt und am weitesten verbreitet. Der Abtrieb steht im rechten Winkel zum Schrauber. |
| Winkelaufsatz mit anderem Winkel | Es gibt Aufsätze mit 105° oder 135°, die bei schrägen Anschraubpunkten besser passen. |
| Flexible Welle | Biegsame Verlängerung, mit der sich die Richtung frei wählen lässt. Überträgt nur wenig Drehmoment. |
| Systemaufsatz des Herstellers | Wird statt des Bohrfutters auf den Schrauber gesteckt und stützt sich am Gehäuse ab. Stabiler und kürzer. |
Die Drehmomentstütze
Ein einfacher Aufsatz im Bohrfutter hat ein Problem: Das Getriebegehäuse will sich gegen die Drehrichtung mitdrehen. Sie müssen es mit der zweiten Hand festhalten, und das wird bei höheren Kräften anstrengend. Systemaufsätze, die direkt am Schraubergehäuse einrasten, fangen dieses Gegenmoment ab. Wer oft über Eck schraubt und einen Schrauber mit Wechselaufsätzen besitzt, fährt damit besser als mit einem Universalteil.
Die Grenzen
- Drehmoment: Die kleinen Getriebe halten nur begrenzte Kräfte aus. Lange Holzschrauben ohne Vorbohren oder festsitzende Muttern bringen sie an die Grenze. Viele Hersteller geben ein maximales Drehmoment an – halten Sie sich daran und stellen Sie die Kupplung des Schraubers entsprechend ein.
- Schlagschrauber: Für Schlagschrauber sind die meisten Aufsätze nicht zugelassen. Die Schläge zerstören das Getriebe.
- Bohren: Kleine Löcher in Holz sind möglich, für große Durchmesser oder Metall fehlt die Stabilität.
- Spiel: Billige Aufsätze haben merkliches Spiel. Das Bit wackelt und rutscht leichter aus dem Schraubenkopf.
Richtig arbeiten
- Kupplung des Schraubers niedrig einstellen. So schützen Sie Getriebe und Schraubenkopf.
- Niedrige Drehzahl wählen, am besten den ersten Gang.
- Gehäuse mit der zweiten Hand festhalten und gleichzeitig Druck in Richtung der Schraube geben.
- Vorbohren, wo es geht. Das senkt die nötige Kraft erheblich.
- Pausen einlegen, wenn das Getriebe warm wird. Bei längerem Dauereinsatz erhitzt es sich spürbar.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Aufnahme: 1/4-Zoll-Sechskant ist Standard. Prüfen Sie, ob der Schaft in Ihr Bohrfutter oder in die Bitaufnahme passt.
- Bauhöhe am Abtrieb: Je kürzer der Kopf, desto engere Stellen erreichen Sie.
- Magnetische Bitaufnahme: Hält Bit und Schraube, wichtig bei Arbeiten über Kopf.
- Getriebe aus Metall statt Kunststoff, gekapselt gegen Staub.
- Griff oder Drehmomentstütze für die zweite Hand.
- Angegebenes Drehmoment – wer keine Angabe findet, sollte vorsichtig sein.
Andere nützliche Aufsätze
Der Winkelaufsatz ist eines von vielen Zubehörteilen, die aus einem Akkuschrauber ein Mehrzweckwerkzeug machen. Einen Überblick finden Sie bei Bürstenaufsatz, Schleifaufsatz, Polieraufsatz und Nietaufsatz. Für viele gleichartige Schrauben im Trockenbau ist ein Magazinschrauber die bessere Wahl.
Winkelaufsatz oder Winkelschrauber
Wer regelmäßig in engen Räumen arbeitet, etwa im Möbel- und Innenausbau, kann einen eigenen Akku-Winkelschrauber in Betracht ziehen. Er ist stabiler, handlicher und hat ein passendes Getriebe. Für gelegentliche Einsätze ist der Aufsatz die vernünftigere Wahl: Er kostet einen Bruchteil und liegt im Koffer, bis er gebraucht wird.
Was er kostet
Einfache Winkelaufsätze gibt es ab etwa 10 Euro, solide Modelle mit Metallgetriebe und Griff kosten 20 bis 40 Euro. Systemaufsätze der Schrauberhersteller liegen meist bei 40 bis 80 Euro. Flexible Wellen sind ab etwa 10 Euro zu haben.
Häufige Fragen
Passt ein Winkelaufsatz an jeden Akkuschrauber?
Universalaufsätze mit Sechskantschaft passen in jedes Bohrfutter und die meisten Bitaufnahmen. Systemaufsätze passen nur an die Geräte des jeweiligen Herstellers.
Kann ich damit auch an einer Bohrmaschine arbeiten?
An einer Bohrmaschine mit Bohrfutter grundsätzlich ja, aber nur ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl. Die Maschine muss eine Rutschkupplung oder feinfühlige Steuerung haben, sonst überlastet sie das Getriebe.
Welcher Winkel ist der richtige?
Für die meisten Arbeiten 90°. Die anderen Winkel sind Speziallösungen für schräge Anschraubpunkte.



