Werkbank

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Eine Werkbank ist kein stabiler Tisch. Der Unterschied liegt in drei Dingen: Masse, die Schläge schluckt, statt sie weiterzugeben. Spannmittel, mit denen das Werkstück festsitzt, statt zu wandern. Und eine Arbeitshöhe, die zur Tätigkeit passt – nicht zur Tischnorm.
Der dritte Punkt ist der, an dem die meisten gekauften Werkbänke scheitern.
Die richtige Höhe
Handelsübliche Werkbänke stehen fast alle bei 85 bis 90 cm. Das ist ein Erbe der klassischen Hobelbank, bei der man mit Körpergewicht über das Werkstück arbeitet. Für Montieren, Löten, Schrauben und Schleifen ist diese Höhe für die meisten Erwachsenen deutlich zu niedrig – man steht danach mit Rückenschmerzen in der Werkstatt und weiß nicht, warum.
Maßgeblich ist die Ellenbogenhöhe, also der Abstand vom Boden zum angewinkelten Ellenbogen. Sie liegt bei etwa 62 Prozent der Körpergröße.
| Körpergröße | Ellenbogenhöhe | Werkbank für Montagearbeit |
| 165 cm | ca. 102 cm | 92–97 cm |
| 170 cm | ca. 105 cm | 95–100 cm |
| 175 cm | ca. 109 cm | 99–104 cm |
| 180 cm | ca. 112 cm | 102–107 cm |
| 185 cm | ca. 115 cm | 105–110 cm |
| 190 cm | ca. 118 cm | 108–113 cm |
Die Spalte rechts gilt für allgemeine Arbeiten: 5 bis 10 cm unter dem Ellenbogen. Davon weicht man je nach Tätigkeit ab:
- Feinarbeit wie Löten oder Modellbau: auf Ellenbogenhöhe. Sonst beugt man den Nacken über Stunden.
- Hobeln, Sägen, Schmieden: 15 bis 25 cm darunter. Hier soll das Körpergewicht mitarbeiten.
Eine zu niedrige Werkbank lässt sich mit Kanthölzern unter den Füßen oder verstellbaren Maschinenfüßen erhöhen – das ist deutlich einfacher, als eine zu hohe zu kürzen.

Die Arbeitsplatte
| Material | Stärke | Eignung |
| Buche massiv | 40–60 mm | Der Klassiker. Schwer, nachhobelbar, teuer. |
| Multiplex Buche | 30–40 mm | Bestes Verhältnis: formstabil, fast so fest, günstiger. |
| Spanplatte beschichtet | 28–38 mm | Billig, aber schlagempfindlich und quillt bei Nässe. |
| Stahlblech | 1,5–3 mm | Für Metallarbeit: funken- und ölfest. Laut und kalt. |
| Polyethylen | 15–25 mm | Chemikalienfest, zu weich zum Klopfen. |
Multiplex ist für die meisten Werkstätten die vernünftigste Wahl. Es verzieht sich nicht, hält Schläge aus und kostet einen Bruchteil einer massiven Buchenplatte.
Eine Opferplatte aus 6 mm MDF, lose aufgelegt und alle paar Jahre gewechselt, schützt die eigentliche Platte vor Bohrern, Farbe und Kleber. Sechs Euro, die eine 200-Euro-Platte retten.
Standfest oder nicht
Eine Werkbank, die beim Sägen mitwandert, ist gefährlicher als gar keine. Drei Dinge entscheiden:
- Diagonale Aussteifung oder eine durchgehende Rückwand. Ein Gestell aus vier Beinen und vier Zargen verzieht sich zum Parallelogramm.
- Gewicht. Unter etwa 50 kg braucht die Bank eine Verankerung in der Wand oder im Boden. Schubladen voller Werkzeug helfen mehr, als man denkt.
- Verstellbare Füße. Auf einem Kellerboden steht nichts von selbst eben, und eine kippelnde Bank arbeitet sich mit der Zeit locker.
Spannmittel
Der Schraubstock gehört an die vordere linke Ecke, damit lange Werkstücke an der Kante entlang nach rechts auslaufen können. Für Metall ein Parallelschraubstock mit 100 bis 125 mm Backenbreite.
Für Holz sind Vorderzange und Hinterzange die klassische Lösung. In Verbindung mit Bankhaken – versenkbaren Zapfen in einer Lochreihe – lässt sich damit ein Brett flach auf der Platte festspannen, ohne dass etwas übersteht.
Wer das nicht braucht, kommt mit einer Reihe 20-mm-Löcher im Raster von 10 cm und passenden Spannelementen sehr weit.
Selber bauen: die Maße
Für eine Werkstattbank für einen 180 cm großen Nutzer:
- Platte: 200 × 70 cm, Multiplex 40 mm. Tiefer als 75 cm wird unpraktisch, weil man die Rückseite nicht mehr erreicht.
- Höhe: 105 cm bis Oberkante Platte, Gestell also 101 cm.
- Gestell: Kanthölzer 80 × 80 mm, verschraubt mit Bankbolzen, nicht geleimt – so lässt sich die Bank wieder zerlegen.
- Überstand: vorn und an den Seiten 10 cm, damit Zwingen Platz finden.
Der Zuschnitt gelingt mit einer Tauchsäge auf Schiene deutlich rechtwinkliger als mit der Handkreissäge freihand.
Typische Fehler
- Zu tief gekauft. Eine 90 cm tiefe Bank an der Wand bedeutet, dass die hintere Hälfte zur Abstellfläche verkommt.
- Steckdosen vergessen. Sie gehören an die Vorderkante oder in eine Aufkantung, nicht hinter die Bank.
- Keine Lochwand. Werkzeug in Schubladen sucht man; Werkzeug an der Wand sieht man.
- Licht von hinten. Die Leuchte gehört über die Vorderkante, sonst arbeitet man im eigenen Schatten.
Häufige Fragen
Welche Maße hat eine normale Werkbank?
Üblich sind 120 bis 200 cm Breite, 60 bis 75 cm Tiefe und 85 bis 90 cm Höhe. Die Breite ist unkritisch, die Höhe sollten Sie nach der Tabelle oben prüfen – die Standardhöhe passt nur zu Körpergrößen um 165 cm.
Lohnt sich eine Werkbank auf Rollen?
In kleinen Werkstätten ja, aber nur mit feststellbaren Lenkrollen an allen vier Ecken und mindestens 75 mm Durchmesser. Rollen kosten Standfestigkeit; für Hammerarbeit ist eine feststehende Bank besser.
Wie pflege ich eine Holzplatte?
Ein- bis zweimal jährlich mit Hartwachsöl behandeln. Lack ist ungeeignet: Er platzt bei Schlägen ab und lässt sich nicht stellenweise ausbessern. Kleine Dellen in Massivholz lassen sich mit einem feuchten Tuch und dem Bügeleisen herausdämpfen.
Was ist der Unterschied zur Hobelbank?
Die Hobelbank ist eine Sonderform für die Holzbearbeitung: niedriger, mit Vorder- und Hinterzange, Bankhakenreihe und massiver Buchenplatte. Eine Werkbank für Montage und Metall ist höher und hat eine schlagfestere Oberfläche.



