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Räume gekonnt wohnlich gestalten - darauf muss geachtet werden

Einrichtungvon Christoph4 Min. · 7 Abschnitte
Räume gekonnt wohnlich gestalten - darauf muss geachtet werden
Inhalt7 Abschnitte
  1. Licht ist der größte Hebel
  2. LED richtig auswählen
  3. Proportionen
  4. Materialien mischen
  5. Der erste Eindruck beginnt vor der Tür
  6. Die Reihenfolge
  7. Mut zu eigenen Ideen

Wohnlichkeit lässt sich nicht kaufen, aber herstellen. Sie entsteht aus wenigen Entscheidungen, die fast immer dieselben sind – und die mit dem Budget erstaunlich wenig zu tun haben. Ein teuer eingerichteter Raum mit einer einzigen Deckenlampe wirkt kühler als ein einfacher Raum mit drei Lichtquellen.

Licht ist der größte Hebel

Eine Deckenleuchte allein erzeugt gleichmäßiges, schattenarmes Licht von oben – genau die Beleuchtung, die man aus Büros und Fluren kennt. Sie macht einen Raum hell und unwohnlich.

Wohnlich wird es mit drei Ebenen:

Grundlicht für die Orientierung, gern indirekt an die Decke oder Wand geworfen. Zonenlicht über Tisch, Sofa und Leseecke, in Augenhöhe abgeschirmt. Akzentlicht, das eine Pflanze, ein Bild oder eine Wandstruktur betont.

Drei kleine Lichtquellen in unterschiedlicher Höhe wirken mehr als eine große. Praktisch heißt das: eine Stehleuchte, eine Tischleuchte, eine Wandleuchte – zusammen oft unter 200 Euro und in einer Stunde eingerichtet.

Achten Sie auf einheitliche Lichtfarbe. Ein Raum, in dem eine Leuchte mit 2.700 Kelvin und eine mit 4.000 Kelvin brennt, wirkt unruhig, ohne dass man den Grund benennen kann. Für Wohnräume sind 2.700 bis 3.000 Kelvin richtig.

Und auf die Farbwiedergabe: Ein Farbwiedergabeindex ab Ra 90 lässt Holz, Textilien und Hautton natürlich aussehen. Billige Leuchtmittel mit Ra 80 lassen alles leicht grau wirken.

Moderne Wohnung mit Led Spots
Moderne Wohnung mit Led Spots | Foto: vili4545 / Depositphotos.com

LED richtig auswählen

LED hat sich durchgesetzt, weil die Rechnung eindeutig ist: Eine LED-Lampe mit 8 bis 10 Watt ersetzt eine 60-Watt-Glühlampe und hält bei normaler Nutzung viele Jahre.

Kaufen Sie nach Lumen, nicht nach Watt. Als Orientierung entsprechen rund 800 Lumen der alten 60-Watt-Birne, 1.500 Lumen einer 100-Watt-Birne.

Achten Sie darauf, ob die Lampe dimmbar ist – das steht auf der Packung und lässt sich nicht nachrüsten. Und darauf, dass der vorhandene Dimmer für LED geeignet ist; alte Phasenanschnittdimmer führen sonst zu Flackern und Brummen.

Proportionen

Der häufigste Fehler in der Einrichtung ist zu kleines Mobiliar. Viele kleine Stücke lassen einen Raum voll und zugleich leer wirken. Wenige große Stücke wirken ruhiger und großzügiger – auch in einem kleinen Zimmer.

Drei Faustregeln helfen:

  • Der Teppich ist eher zu groß als zu klein. Als Obergrenze gilt die kürzeste Wandlänge minus 60 cm.
  • Das Bild über dem Sofa nimmt etwa zwei Drittel der Sofabreite ein und hängt mit der Mitte auf etwa 145 bis 150 cm Höhe.
  • Der Couchtisch ist ungefähr zwei Drittel so lang wie das Sofa und steht 40 bis 45 cm davor.

Bei Bildergruppen hilft es, die Anordnung zuerst auf dem Boden zu legen und mit dem Handy zu fotografieren – am Bildschirm sieht man Unstimmigkeiten sofort, an der Wand nicht mehr.

Materialien mischen

Ein Raum, in dem alles aus demselben Material besteht, wirkt flach. Wohnlichkeit entsteht durch Kontrast: warmes Holz neben kühlem Metall, glatte Keramik neben grobem Leinen, weicher Teppich auf hartem Boden.

Eine brauchbare Regel ist, mindestens drei verschiedene Texturen im Blickfeld zu haben. Das ist der Grund, warum ein Korb, eine Wolldecke und eine Pflanze einen Raum so viel stärker verändern, als ihr Preis vermuten lässt.

Bei Farben funktioniert eine Aufteilung von etwa 60 Prozent Grundton, 30 Prozent Sekundärfarbe und 10 Prozent Akzent. Der Akzent darf kräftig sein, gerade weil er selten vorkommt.

Der erste Eindruck beginnt vor der Tür

Eingangsbereich und Flur werden fast immer zuletzt bedacht und bestimmen doch den Eindruck der ganzen Wohnung. Vier Dinge lohnen sich hier besonders:

Eine warme Lichtquelle statt der üblichen Deckenleuchte. Ein Spiegel, der den schmalen Raum optisch verdoppelt und praktisch gebraucht wird. Eine Sitzgelegenheit, und sei es ein Hocker, zum Schuheanziehen. Und geschlossener Stauraum – nichts wirkt unwohnlicher als eine Wand aus Jacken.

Die Reihenfolge

Wenn Sie einen Raum neu angehen, sparen Sie Zeit und Geld, indem Sie in dieser Reihenfolge arbeiten:

  1. Ausmisten. Kein Gestaltungsschritt wirkt so stark und kostet so wenig.
  2. Möbel umstellen, bevor neue gekauft werden. Oft steht das Sofa seit Jahren falsch.
  3. Licht ergänzen. Der größte Effekt für das kleinste Geld.
  4. Textilien austauschen: Vorhänge, Teppich, Kissen.
  5. Wände streichen, wenn es dann noch nötig erscheint.
  6. Möbel kaufen – zuletzt, wenn klar ist, was tatsächlich fehlt.

Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, stellt häufig fest, dass die Punkte 5 und 6 gar nicht mehr nötig sind.

Mut zu eigenen Ideen

Ein Raum, der aussieht wie aus dem Katalog, ist selten wohnlich. Wohnlich wird er durch das, was an ihm persönlich ist: gerahmte eigene Fotos, geerbte Stücke, selbst gebaute Möbel, Dinge von Reisen.

Ob Sie selbst Hand anlegen oder einen Handwerker beauftragen, ist dabei eine reine Aufwandsfrage. Bei Elektrik und allem, was in die Statik eingreift, gehört die Arbeit in Fachhände – beim Streichen, Bauen und Einrichten spricht nichts dagegen, es selbst zu versuchen.

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