Ein Ratgeber rund um die verschiedenen Leuchtmittel

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Wer heute eine Lampe kauft, kauft in aller Regel eine LED. Glühlampen und die meisten Halogen- und Leuchtstofflampen dürfen in der EU nicht mehr neu verkauft werden. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht mehr welche Technik, sondern welche LED: wie hell, welche Lichtfarbe, welcher Sockel und ob sie mit dem vorhandenen Dimmer zurechtkommt.
Welche Leuchtmittel es gibt
| Leuchtmittel | Lichtausbeute | Stand heute |
| Glühlampe | etwa 10–15 lm/W | nicht mehr im Handel |
| Halogenlampe | etwa 15–25 lm/W | weitgehend ausgelaufen |
| Kompaktleuchtstofflampe | etwa 50–70 lm/W | ausgelaufen, enthält Quecksilber |
| LED | etwa 100–200 lm/W | Standard |
Eine LED braucht für dieselbe Helligkeit nur etwa ein Achtel bis ein Zehntel der Leistung einer Glühlampe. Alte Kompaktleuchtstofflampen und Röhren gehören wegen des Quecksilbers nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die Rücknahmebox im Handel.
Lumen statt Watt
Die Wattzahl sagt bei LEDs nur, wie viel Strom sie verbraucht. Die Helligkeit steht in Lumen (lm). Als Anhaltspunkt für den Umstieg:
- 25-Watt-Glühlampe: etwa 250 lm
- 40 Watt: etwa 470 lm
- 60 Watt: etwa 800 lm
- 75 Watt: etwa 1050 lm
- 100 Watt: etwa 1500 lm
Für die Raumplanung gilt als grobe Richtschnur: Wohn- und Schlafräume 100 bis 150 lm je Quadratmeter, Küche, Bad und Arbeitsplätze 250 bis 300 lm je Quadratmeter oder mehr. Mehrere Lichtquellen sind besser als eine einzige sehr helle Deckenleuchte.

Farbtemperatur in Kelvin
Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben. Die übliche Einteilung:
- Warmweiß: unter 3300 K. Gemütlich, gelblich, ähnlich der Glühlampe bei etwa 2700 K. Für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Essbereich.
- Neutralweiß: 3300 bis 5300 K. Sachlich, gut für Küche, Bad, Arbeitszimmer, Keller und Werkstatt.
- Tageslichtweiß: über 5300 K. Kühl, bläulich. Für Werkstatt und Arbeitsplätze, in Wohnräumen meist ungemütlich.
Natürliches Tageslicht liegt je nach Wetter und Tageszeit etwa zwischen 5000 und 6500 K. Wer abends zur Ruhe kommen will, wählt eher warmes Licht.
Farbwiedergabe
Der Farbwiedergabeindex Ra oder CRI gibt an, wie natürlich Farben unter dem Licht erscheinen, 100 ist das Maximum. Ra 80 ist das Minimum für Innenräume, Ra 90 und mehr lohnt sich überall, wo Farben stimmen müssen: am Schminkspiegel, in der Küche, beim Malen und Lackieren. Günstige LEDs mit niedrigem Ra lassen Haut fahl und Essen grau aussehen.
Sockel
Der Sockel muss zur Fassung passen. Die häufigsten: E27 (großes Gewinde), E14 (kleines Gewinde, Kerzen- und Tropfenform), GU10 (Bajonett für Strahler an 230 V), GU5.3 (Stifte, für 12-V-Strahler mit Trafo), G9 (kleine Stiftsockellampen) und G4 (Niedervolt-Stiftsockel). Bei 12-V-Lampen muss der vorhandene Trafo mit LEDs zurechtkommen; alte Halogentrafos brauchen oft eine Mindestlast, die LEDs nicht erreichen.
Dimmbarkeit
Nicht jede LED ist dimmbar – es muss ausdrücklich auf der Verpackung stehen. Nicht dimmbare LEDs am Dimmer flackern, summen oder gehen kaputt. Auch dimmbare LEDs funktionieren nur mit einem passenden Dimmer: Ältere Drehdimmer für Glühlampen sind oft ungeeignet, weil die Mindestlast zu hoch ist. Ein LED-tauglicher Phasenabschnittdimmer löst das meist. Den Tausch des Dimmers erledigt eine Elektrofachkraft, denn es ist eine Arbeit am 230-V-Netz. Hintergründe bei Lampe anschließen.

Leuchtmittel nicht austauschbar
Viele moderne Leuchten haben fest eingebaute LEDs. „Nicht austauschbar“ heißt dann, dass Sie keine Lampe herausdrehen können, sondern bei einem Defekt ein Modul oder die ganze Leuchte tauschen. LEDs halten zwar lange, oft 15.000 bis 25.000 Stunden laut Hersteller, aber das Netzteil fällt manchmal früher aus. Neue Leuchten müssen nach EU-Ökodesignrecht inzwischen grundsätzlich so gebaut sein, dass Lichtquelle und Betriebsgerät zumindest von Fachleuten ersetzt werden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Leuchten mit Standardsockel.
Was wirklich Strom spart
- LED statt Altbestand. Der Tausch einer 60-Watt-Glühlampe gegen eine 7-Watt-LED spart bei drei Stunden am Tag rund 58 kWh im Jahr.
- Licht dort, wo man es braucht. Arbeitsleuchten statt heller Deckenbeleuchtung.
- Dimmen und Bewegungsmelder in Flur, Keller und Außenbereich.
Weitere Ansätze stehen bei Strom sparen als Heimwerker.
Flimmern, Lebensdauer und Qualität
Billige LEDs sparen oft an der Elektronik. Die Folge ist Flimmern, das man nicht bewusst sieht, das aber bei manchen Menschen Kopfschmerzen und müde Augen verursacht. Ein einfacher Test: die Handykamera auf die Lampe richten. Laufen dunkle Streifen durchs Bild, flimmert sie. Auch Summen, verzögertes Einschalten oder deutliche Farbabweichungen zwischen zwei Lampen derselben Packung sind Zeichen sparsamer Bauweise. Die angegebene Lebensdauer in Stunden gilt unter Laborbedingungen. In geschlossenen Leuchten, Deckeneinbauspots ohne Luftraum und im Badezimmer wird es für die Elektronik warm, und sie altert schneller. Schaltfestigkeit ist bei LEDs dagegen kein Problem mehr – häufiges Ein- und Ausschalten schadet ihnen nicht, anders als früher den Energiesparlampen.
Häufige Fragen
Welche Leuchtmittel sind am sparsamsten?
LEDs mit hoher Lichtausbeute, erkennbar an einer guten Energieeffizienzklasse. Die Klassen wurden 2021 neu skaliert und sind bewusst streng: Eine gängige LED steht heute oft nur bei E oder F, ohne deshalb ein schlechtes Produkt zu sein.
Welche Farbtemperatur für draußen?
Warmweiß um 2700 bis 3000 K. Es wirkt freundlicher und lockt weniger Insekten an als kaltes Licht. Ideen bei der Gartenbeleuchtung.
Werden LEDs heiß?
Weniger als Glühlampen, aber die Elektronik im Sockel verträgt keine Hitzestaus. In geschlossenen Leuchten nur LEDs verwenden, die dafür freigegeben sind.



