Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Ein Ratgeber rund um die verschiedenen Leuchtmittel

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Ein Ratgeber rund um die verschiedenen Leuchtmittel
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welche Leuchtmittel es gibt
  2. Lumen statt Watt
  3. Farbtemperatur in Kelvin
  4. Farbwiedergabe
  5. Sockel
  6. Dimmbarkeit
  7. Leuchtmittel nicht austauschbar
  8. Was wirklich Strom spart
  9. Flimmern, Lebensdauer und Qualität
  10. Häufige Fragen

Wer heute eine Lampe kauft, kauft in aller Regel eine LED. Glühlampen und die meisten Halogen- und Leuchtstofflampen dürfen in der EU nicht mehr neu verkauft werden. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht mehr welche Technik, sondern welche LED: wie hell, welche Lichtfarbe, welcher Sockel und ob sie mit dem vorhandenen Dimmer zurechtkommt.

Welche Leuchtmittel es gibt

LeuchtmittelLichtausbeuteStand heute
Glühlampeetwa 10–15 lm/Wnicht mehr im Handel
Halogenlampeetwa 15–25 lm/Wweitgehend ausgelaufen
Kompaktleuchtstofflampeetwa 50–70 lm/Wausgelaufen, enthält Quecksilber
LEDetwa 100–200 lm/WStandard

Eine LED braucht für dieselbe Helligkeit nur etwa ein Achtel bis ein Zehntel der Leistung einer Glühlampe. Alte Kompaktleuchtstofflampen und Röhren gehören wegen des Quecksilbers nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die Rücknahmebox im Handel.

Lumen statt Watt

Die Wattzahl sagt bei LEDs nur, wie viel Strom sie verbraucht. Die Helligkeit steht in Lumen (lm). Als Anhaltspunkt für den Umstieg:

  • 25-Watt-Glühlampe: etwa 250 lm
  • 40 Watt: etwa 470 lm
  • 60 Watt: etwa 800 lm
  • 75 Watt: etwa 1050 lm
  • 100 Watt: etwa 1500 lm

Für die Raumplanung gilt als grobe Richtschnur: Wohn- und Schlafräume 100 bis 150 lm je Quadratmeter, Küche, Bad und Arbeitsplätze 250 bis 300 lm je Quadratmeter oder mehr. Mehrere Lichtquellen sind besser als eine einzige sehr helle Deckenleuchte.

LED
Bei den Anwendungsgebieten sind die LEDs der absolute Spitzenreiter. | Foto: magneticmcc / Depositphotos.com

Farbtemperatur in Kelvin

Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben. Die übliche Einteilung:

  • Warmweiß: unter 3300 K. Gemütlich, gelblich, ähnlich der Glühlampe bei etwa 2700 K. Für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Essbereich.
  • Neutralweiß: 3300 bis 5300 K. Sachlich, gut für Küche, Bad, Arbeitszimmer, Keller und Werkstatt.
  • Tageslichtweiß: über 5300 K. Kühl, bläulich. Für Werkstatt und Arbeitsplätze, in Wohnräumen meist ungemütlich.

Natürliches Tageslicht liegt je nach Wetter und Tageszeit etwa zwischen 5000 und 6500 K. Wer abends zur Ruhe kommen will, wählt eher warmes Licht.

Farbwiedergabe

Der Farbwiedergabeindex Ra oder CRI gibt an, wie natürlich Farben unter dem Licht erscheinen, 100 ist das Maximum. Ra 80 ist das Minimum für Innenräume, Ra 90 und mehr lohnt sich überall, wo Farben stimmen müssen: am Schminkspiegel, in der Küche, beim Malen und Lackieren. Günstige LEDs mit niedrigem Ra lassen Haut fahl und Essen grau aussehen.

Sockel

Der Sockel muss zur Fassung passen. Die häufigsten: E27 (großes Gewinde), E14 (kleines Gewinde, Kerzen- und Tropfenform), GU10 (Bajonett für Strahler an 230 V), GU5.3 (Stifte, für 12-V-Strahler mit Trafo), G9 (kleine Stiftsockellampen) und G4 (Niedervolt-Stiftsockel). Bei 12-V-Lampen muss der vorhandene Trafo mit LEDs zurechtkommen; alte Halogentrafos brauchen oft eine Mindestlast, die LEDs nicht erreichen.

Dimmbarkeit

Nicht jede LED ist dimmbar – es muss ausdrücklich auf der Verpackung stehen. Nicht dimmbare LEDs am Dimmer flackern, summen oder gehen kaputt. Auch dimmbare LEDs funktionieren nur mit einem passenden Dimmer: Ältere Drehdimmer für Glühlampen sind oft ungeeignet, weil die Mindestlast zu hoch ist. Ein LED-tauglicher Phasenabschnittdimmer löst das meist. Den Tausch des Dimmers erledigt eine Elektrofachkraft, denn es ist eine Arbeit am 230-V-Netz. Hintergründe bei Lampe anschließen.

Mit dimmbaren Leuchtmitteln lässt sich Energie sparen.
Mit dimmbaren Leuchtmitteln lässt sich Energie sparen. | Foto: DmitryPoch / Depositphotos.com

Leuchtmittel nicht austauschbar

Viele moderne Leuchten haben fest eingebaute LEDs. „Nicht austauschbar“ heißt dann, dass Sie keine Lampe herausdrehen können, sondern bei einem Defekt ein Modul oder die ganze Leuchte tauschen. LEDs halten zwar lange, oft 15.000 bis 25.000 Stunden laut Hersteller, aber das Netzteil fällt manchmal früher aus. Neue Leuchten müssen nach EU-Ökodesignrecht inzwischen grundsätzlich so gebaut sein, dass Lichtquelle und Betriebsgerät zumindest von Fachleuten ersetzt werden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Leuchten mit Standardsockel.

Was wirklich Strom spart

  • LED statt Altbestand. Der Tausch einer 60-Watt-Glühlampe gegen eine 7-Watt-LED spart bei drei Stunden am Tag rund 58 kWh im Jahr.
  • Licht dort, wo man es braucht. Arbeitsleuchten statt heller Deckenbeleuchtung.
  • Dimmen und Bewegungsmelder in Flur, Keller und Außenbereich.

Weitere Ansätze stehen bei Strom sparen als Heimwerker.

Flimmern, Lebensdauer und Qualität

Billige LEDs sparen oft an der Elektronik. Die Folge ist Flimmern, das man nicht bewusst sieht, das aber bei manchen Menschen Kopfschmerzen und müde Augen verursacht. Ein einfacher Test: die Handykamera auf die Lampe richten. Laufen dunkle Streifen durchs Bild, flimmert sie. Auch Summen, verzögertes Einschalten oder deutliche Farbabweichungen zwischen zwei Lampen derselben Packung sind Zeichen sparsamer Bauweise. Die angegebene Lebensdauer in Stunden gilt unter Laborbedingungen. In geschlossenen Leuchten, Deckeneinbauspots ohne Luftraum und im Badezimmer wird es für die Elektronik warm, und sie altert schneller. Schaltfestigkeit ist bei LEDs dagegen kein Problem mehr – häufiges Ein- und Ausschalten schadet ihnen nicht, anders als früher den Energiesparlampen.

Häufige Fragen

Welche Leuchtmittel sind am sparsamsten?

LEDs mit hoher Lichtausbeute, erkennbar an einer guten Energieeffizienzklasse. Die Klassen wurden 2021 neu skaliert und sind bewusst streng: Eine gängige LED steht heute oft nur bei E oder F, ohne deshalb ein schlechtes Produkt zu sein.

Welche Farbtemperatur für draußen?

Warmweiß um 2700 bis 3000 K. Es wirkt freundlicher und lockt weniger Insekten an als kaltes Licht. Ideen bei der Gartenbeleuchtung.

Werden LEDs heiß?

Weniger als Glühlampen, aber die Elektronik im Sockel verträgt keine Hitzestaus. In geschlossenen Leuchten nur LEDs verwenden, die dafür freigegeben sind.

Das könnte Sie auch interessieren