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Heimwerker-Berater

Türfuttermontage

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Türfuttermontage
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die Teile einer Holzzarge
  2. Messen vor dem Kauf
  3. Material und Werkzeug
  4. Schritt 1: Zarge zusammenbauen
  5. Schritt 2: Spreizen und aufstellen
  6. Schritt 3: Ausrichten
  7. Schritt 4: Probelauf
  8. Schritt 5: Ausschäumen
  9. Schritt 6: Bekleidung und Beschlag
  10. Typische Fehler
  11. Häufige Fragen

Das Türfutter – auch Zarge genannt – ist der Holzrahmen in der Wandöffnung, an dem die Zimmertür hängt. Wenn es sauber senkrecht, waagerecht und in der Breite exakt sitzt, schließt die Tür ein Leben lang ohne Klemmen. Mit den richtigen Maßen, ein paar Keilen und Zweikomponentenschaum ist der Einbau gut selbst zu schaffen.

Die Teile einer Holzzarge

  • Längsfutter auf der Band- und auf der Schlossseite.
  • Querfutter oder Kopfstück oben.
  • Zierbekleidung auf beiden Seiten, die die Fuge zur Wand verdeckt. Eine Seite ist meist fest mit dem Futter verbunden (Falzbekleidung), die andere wird nachträglich aufgesteckt.
  • Bänder für die Türscharniere und das Schließblech.

Messen vor dem Kauf

Messen Sie die Wandöffnung in Breite und Höhe an mindestens drei Stellen und die Wanddicke ebenfalls an mehreren Punkten. Maßgebend ist jeweils das kleinste Maß für die Öffnung und das größte für die Wanddicke. Die gängigen Türgrößen sind nach DIN 18101 genormt, die zugehörigen Rohbaumaße der Öffnung nach DIN 18100. So gehört zu einer Tür mit 860 mm Breite ein Rohbaumaß von 885 mm Breite.

Die Zargen haben einen Verstellbereich für die Wanddicke von einigen Zentimetern. Wählen Sie die Zarge so, dass Ihre Wand in diesen Bereich fällt.

Die Anschlagrichtung legt fest, wo die Bänder sitzen. Stehen Sie auf der Seite, zu der die Tür aufgeht: Sind die Bänder rechts, ist es eine DIN-rechts-Tür, sind sie links, eine DIN-links-Tür. Bestellen Sie Zarge und Türblatt passend.

Material und Werkzeug

  • Zarge mit Bekleidung, Türblatt, Drückergarnitur.
  • Zweikomponenten-Zargenschaum, Holzleim, Silikon oder Acryl.
  • Wasserwaage (mindestens 1 m), Zollstock, Bleistift, Holzkeile, Unterlegplättchen.
  • Akkuschrauber, Kartuschenpistole, Gummihammer.
  • Türfutterspreizen oder ein Türfutter-Montageset.

Schritt 1: Zarge zusammenbauen

  1. Teile prüfen. Kratzer und Transportschäden jetzt reklamieren, später nicht mehr.
  2. Leim auf Gehrung und Nut von Längs- und Querfutter auftragen.
  3. Federn einstecken und die Teile zusammenschieben.
  4. Verbinder anziehen. Die Ecken werden mit Zargen- oder Exzenterverbindern gespannt und zusätzlich verschraubt.
  5. Auf ebenem Untergrund zusammenbauen, damit sich nichts verzieht.

Schritt 2: Spreizen und aufstellen

Die Breite gibt das Kopfstück vor. Stellen Sie die Spreizen auf dieses Maß ein und setzen Sie eine auf Schlosshöhe, eine auf Höhe des unteren Bandes. Dann die Zarge in die Öffnung stellen.

Zum Boden: Auf fertigem Hartbelag wie Fliesen oder Parkett unterlegen Sie die Füße mit Plättchen von etwa 3 mm, damit ein kleiner Spalt bleibt. Er wird später elastisch verfugt. Liegt der Bodenbelag noch nicht, richten Sie sich nach der späteren Fußbodenhöhe – der Meterriss an der Wand hilft.

Schritt 3: Ausrichten

  1. Kopfstück waagerecht stellen, mit Keilen oben links und rechts zwischen Zarge und Sturz.
  2. Bandseite lotrecht ausrichten, in beide Richtungen: zur Wand und über die Tiefe.
  3. Schlossseite ebenso.
  4. Diagonalen messen. Sind beide gleich, ist die Zarge nicht verzogen.
  5. Keile auf Höhe der Bänder und des Schlosses zwischen Futter und Mauerwerk setzen.

Die Bandseite ist die wichtigste. Hängt sie schief, läuft die Tür von allein auf oder zu.

Schritt 4: Probelauf

Bevor geschäumt wird, hängen Sie das Türblatt probeweise ein. Die Bänder werden in die Bandaufnahmen gesteckt und nach Anleitung fixiert. Schließt die Tür gleichmäßig, mit gleich breitem Spalt ringsum? Dann ist alles richtig. Sonst jetzt korrigieren – nach dem Schäumen geht es nicht mehr.

Schritt 5: Ausschäumen

Tür wieder aushängen, Spreizen bleiben drin. Den Spalt zwischen Zarge und Wand punktuell mit Zweikomponenten-Zargenschaum füllen: hinter den Bändern, am Schloss, am Kopfstück und dazwischen in Abständen. Nicht vollständig vollspritzen, der Schaum dehnt sich noch aus. Einkomponentenschaum ist ungeeignet, weil er stark nachdrückt und die Zarge verbiegt. Mehr zum Material beim Montageschaum.

Nach dem Aushärten – bei den meisten Produkten ein bis zwei Stunden – überstehenden Schaum bündig abschneiden, Keile entfernen, Spreizen abnehmen.

Schritt 6: Bekleidung und Beschlag

Die lose Zierbekleidung wird punktweise mit Leim versehen und in die Nut des Futters gesteckt, bis sie an der Wand anliegt. Dann das Türblatt einhängen und die Drückergarnitur montieren. Fehlt die Bohrung für Drücker oder Schloss, hilft die Bohrschablone des Herstellers. Zum Schluss die Fuge am Boden mit Silikon oder Acryl schließen.

Typische Fehler

  • Nur an einer Stelle gemessen. Wandöffnungen sind selten gerade.
  • Ohne Spreizen geschäumt. Die Tür klemmt.
  • Zu viel Schaum. Er drückt die Zarge aus der Flucht.
  • Zarge auf dem Rohboden ohne Rücksicht auf den späteren Belag. Die Tür schleift dann.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Einbau?

Mit Übung eine bis zwei Stunden je Tür, beim ersten Mal eher einen halben Tag.

Holz oder Stahl?

Für Renovierungen fast immer Holz. Zu den Unterschieden: Türzargen aus Holz oder Stahl sowie eine Türzarge einbauen.

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