Rollokasten Abdeckung

Inhalt9 Abschnitte
Die Rollokasten-Abdeckung ist der Deckel über dem aufgewickelten Rollladen, von innen meist als Blende über dem Fenster sichtbar. Sie ist Wartungsklappe und Wärmeschutz zugleich – und genau am zweiten Punkt scheitern viele ältere Kästen. Wer die Abdeckung öffnet, erneuert oder abdichtet, kann mit wenig Aufwand viel Zugluft abstellen.
Wozu die Abdeckung da ist
Im Rollladenkasten sitzen Welle, Panzer, Gurtscheibe und bei elektrischen Rollläden der Motor. All das muss irgendwann gewartet werden, deshalb ist der Kasten zum Raum hin nicht zugemauert, sondern mit einer abnehmbaren Revisionsklappe verschlossen.
Gleichzeitig ist der Kasten ein Loch in der Außenwand. Hinter der dünnen Abdeckung liegt ein Hohlraum, der nach außen nur über den Lamellenschlitz und eine dünne Kastenwand begrenzt ist. Bei älteren Häusern ist er häufig gar nicht gedämmt. Im Winter kühlt die Abdeckung dann spürbar ab, und an den Kanten zieht es.
Die Bauformen des Kastens
Welche Abdeckung Sie haben, hängt von der Kastenart ab. Die Form der Blende allein sagt wenig.
| Einbaukasten (Sturzkasten) | Im Mauerwerk über dem Fenster, von innen verblendet. Die Revisionsklappe sitzt vorn oder unten. Der häufigste Fall im Altbau. |
| Aufsatzkasten | Wird mit dem Fenster zusammen geliefert und sitzt oben auf dem Rahmen. Revision meist von unten oder innen, oft schon werkseitig gedämmt. |
| Vorbaukasten | Außen vor der Fassade montiert, von innen nicht sichtbar. Keine Wärmebrücke im Raum, dafür außen sichtbar. |
| Unterputzkasten | Außen eingeputzt, Revision von unten über eine schmale Klappe. |
Die sichtbaren Blenden gibt es in gerader Form, mit 45-Grad-Fase, halbrund oder oval. Das ist vor allem Optik – für die Wärme zählt, was dahinter liegt.
Materialien der Abdeckung
Holz und Holzwerkstoff findet man in vielen Häusern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren: Spanplatte oder Sperrholz, gestrichen oder furniert. Sie ist leicht zu bearbeiten, verzieht sich aber mit der Zeit und schließt dann nicht mehr dicht.
Kunststoff ist heute Standard bei Aufsatzkästen: formstabil, pflegeleicht, meist weiß. Die Klappe rastet in Profile ein.
Aluminium kommt vor allem bei Vorbaukästen außen vor und muss wetterfest sein.
Die Abdeckung öffnen
- Rollladen ganz herunterlassen. Dann ist der Panzer abgewickelt, die Welle frei sichtbar und nichts steht unter Spannung.
- Befestigung suchen. Meist sitzen zwei bis vier Schrauben an der Vorderseite oder der Unterkante, manchmal unter Farbe versteckt. Bei Kunststoffkästen ist die Klappe nur eingeklipst.
- Farbfuge aufschneiden. Ist die Klappe mehrfach mit der Wand überstrichen, schneiden Sie die Fuge mit einem Cuttermesser rundum auf. Sonst reißt beim Abnehmen die Tapete mit.
- Vorsichtig nach vorn oder unten abnehmen. Klipsdeckel lassen sich mit einem flachen Spachtel an einer Ecke lösen.
Dämmen, solange sie offen ist
Wer die Abdeckung abnimmt, sollte den Kasten innen dämmen, bevor er sie wieder schließt. Dafür gibt es passende Dämmplatten aus Polystyrol oder Polyurethan sowie selbstklebende Dämmmatten. Sie kommen an die Rückseite der Abdeckung und an die Kastenwände, dürfen aber den Wickelraum des Panzers nicht einschränken. Ein ganz heruntergelassener Rollladen zeigt nicht, wie dick er aufgewickelt ist – rechnen Sie den Durchmesser des vollen Wickels großzügig mit.
Die Einzelheiten zur Materialwahl stehen unter Rollladenkasten dämmen.
Abdichten
Die Dämmung hilft wenig, wenn es an den Rändern der Abdeckung zieht. Kleben Sie selbstklebendes Dichtband auf die Auflagefläche der Klappe, damit sie beim Verschrauben rundum anliegt. Den Gurtdurchlass dichtet eine Gurtdurchführung mit Bürstendichtung ab. Die Fuge zwischen Abdeckung und Wand bleibt aber zugänglich: Wer sie mit Acryl zuspritzt, muss sie beim nächsten Gurtwechsel wieder aufschneiden.
Die Abdeckung erneuern
Ist die alte Blende verzogen oder beschädigt, lässt sie sich ersetzen. Messen Sie Breite, Höhe und Tiefe der Öffnung und die Lage der Befestigungspunkte. Für Einbaukästen gibt es Revisionsdeckel aus Kunststoff oder beschichteter Holzwerkstoffplatte in Standardbreiten, die sich kürzen lassen, sowie Anfertigungen nach Maß. Einfache Abdeckungen gibt es ab etwa 20 Euro, gedämmte Deckel und Maßanfertigungen liegen bei 50 bis über 100 Euro.
Wer handwerklich geübt ist, schneidet sich die Abdeckung aus einer Mehrschichtplatte selbst zu und klebt auf der Rückseite eine Dämmplatte auf. Wichtig ist nur, dass sie abnehmbar bleibt – mit Schrauben, nicht mit Leim.
Typische Fehler
- Klappe zugespachtelt oder übertapeziert. Bei der nächsten Reparatur muss die Wand aufgerissen werden.
- Dämmung zu dick. Der aufgewickelte Panzer schleift an der Platte, der Rollladen läuft schwer oder bleibt hängen.
- Nur die Blende getauscht, der Kasten bleibt leer. Optisch schöner, energetisch unverändert.
- Kasten nicht gereinigt. Staub und Spinnweben aus Jahrzehnten gehören vor dem Dämmen heraus.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich einen ungedämmten Kasten?
Im Winter mit der Hand über die Abdeckung fahren: Ist sie deutlich kälter als die Wand daneben oder zieht es an den Kanten, fehlt die Dämmung. Eine Wärmebildkamera zeigt es noch genauer.
Kann ich eine Klappe von vorn auf Klappe von unten umbauen?
Nur mit größerem Aufwand, weil sich die Auflageflächen im Mauerwerk ändern. In der Regel bleibt es bei der vorhandenen Öffnungsrichtung.
Hilft ein Vorbaukasten gegen die Wärmebrücke?
Ja, weil der Kasten dann außen vor der gedämmten Wand sitzt. Das ist aber ein Umbau mit neuem Rollladen, keine Kleinreparatur. Mehr zum Rollladen selbst unter Rollladen reparieren.



