Skip to main content

✩ Unabhängiges Verbraucherportal ✩

Kabel angebohrt – was tun?

Immer wieder kommt es, zum Beispiel beim Anbringen von Regalen oder auch bei dem Versuch, Löcher für die Dübel für Bilderhaken in die Wände bohren zu wollen, dazu, dass Stromleitungen beschädigt werden, weil sie versehentlich von der spitze des Bohrers getroffen worden sind. Die beste Möglichkeit, um angebohrte und dadurch beschädigte Kabel vermeiden zu können, besteht jedoch in einer gewissenhaften Vorbereitung des Bohrens. Man sollte sich zunächst erst einmal vergewissern, wo in der Wand möglicherweise entsprechende Kabel verlaufen könnten. Hat man die Kabel selbst verlegt und kann man sich an die Durchführung dieser Arbeiten noch erinnern, so ist dies in der Regel auch kein Problem. Ganz anders sieht die Situation dann allerdings bei Mietwohnungen aus. Hier helfen jedoch Kabeldetektoren weiter, die es im Prinzip in jedem Baumarkt zu kaufen gibt. Mit diesen Geräten sollte man die betreffende Wand zunächst erst einmal sehr gründlich absuchen und sondieren und dann das Bohren an den entsprechenden Stellen, unter denen Kabelverläufe detektiert und festgestellt worden sind, tunlichst vermeiden.

Kabel angebohrt. Was kann man tun?

Kabel angebohrt. Was kann man tun? | Foto: VadK213 / bigstock.com

Wenn ein Stromkabel jedoch erst einmal angebohrt ist?

Kabel angebohrt – was tun? Ist nun ein Kabel jedoch erst einmal angebohrt worden, was, wie bereits auch schon festgestellt worden ist, vor allem bei Renovierungsarbeiten in Haus oder Wohnung vergleichsweise oft eintreten kann, so ist es grundsätzlich erst einmal ein Fehler des betreffenden Bewohners, gar nichts zu tun und das Kabel in diesem Zustand zu belassen. Wurde ein Kabel durch den Bohrer nämlich nur beschädigt oder perforiert und nicht vollständig durchtrennt, so kann es grundsätzlich auch nach der entsprechenden Beschädigung noch Strom leiten und führen. Allerdings wurde für jeden Stromdurchfluss stets durch die betreffende Installationsfirma, beziehungsweise dann auch durch die jeweils relevanten Normen und Vorschriften, ein möglichst exakt einzuhaltender Leitungsquerschnitt errechnet und ermittelt. Ist dieser Querschnitt nun durch entsprechende Perforationen oder Beschädigungen seitens des Bohrers minimiert worden, so drohen bei weiterer Nutzung der betreffenden elektrische Leitung eine zu starke Erhitzung infolge des Stromdurchflusses und im aller schlimmsten denkbaren Fall dann der gefürchtete Kabelbrand.

Es gilt also die eiserne Regel: Auch dann, wenn der Strom in einem durch den Bohrer beschädigt worden ist, ist es grundfalsch, gar nichts zu tun und die Leitung weiter zu benutzen, als wäre nichts geschehen! Selbst dann, wenn zum Beispiel nur die Isolierung der betreffenden Leitung versehentlich durch den Bohrer beschädigt oder perforiert worden ist, sollten durch den Bewohner entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

Frau hat Wand mit Spanunngssuchgerät überprüft

Bevor man ein Loch in die Wand bohrt, sollte man die Wand auf Leitungen mit einem Spanunngssuchgerät überprüfen. | Foto: IgorVetushko / Depositphotos.com

Kabel angebohrt – was tun? Sicherheit geht vor!

Hat der Handwerker den Verdacht, dass er bei Renovierungsarbeiten möglicherweise ein Stromkabel in de Wand angebohrt und beschädigt hat, weil eventuell Funkenflug oder anderes mehr zu beobachten waren, so sollte zunächst erst einmal die Sicherung aus dem Sicherungskasten entfernt werden, um generell die Spannungsfreiheit des möglicherweise beschädigten Leiters in de Wand garantieren und ermöglichen zu können.

Im zweiten Schritt wird der Handwerker dann leider nicht umhin kommen und die beschädigte Leitung um die betreffende Stelle herum vorsichtig frei legen müssen, um sie gründlich untersuchen zu können. Hierzu müssen Putz und Mörtel soweit abgeklopft, beziehungsweise entfernt werden, bis das Kabel um die beschädigte Stelle herum vollständig frei gelegt und in Augenschein genommen werden konnte.

Hammer und Meißel leisten hierbei erfahrungsgemäß recht gut Dienste und man sollte damit dann auch letztendlich nicht nur ein winziges Loch in de Wand produzieren und erzeugen, sondern es ist sinnvoll und notwendig, den gesamten Putz und Mörtel bis zu einer Handbreit rund um das möglicherweise beschädigte Kabel zu entfernen und behutsam abzutragen. Mit Mineralputz oder alternativ dann auch mit Spachtelmasse, können die Schäden dann anschließend durch den Handwerker schnell wieder behoben und instand gesetzt werden.

Da beschädigte Kabel reparieren, aber wie?

Kabel angebohrt – was tun? Ist das Kabel frei gelegt und eine Beschädigung, selbst auch nur der Isolierung, sicher festgestellt und ermittelt worden, so geht es nun im dritten und entscheidenden Schritt jeweils darum, das beschädigte Kabel wieder zu reparieren und instand zu setzen.

Der Elektriker unterscheidet dabei zwischen den normalen Strom führenden Kabeln in der Wand und den sogenannten Steigleitungen. Ist das jeweils beschädigte Kabel keine Steigleitung, so kann der Schaden dabei durch den Handwerker auch dazu genutzt werden, um hier gleich eine Steckdose, einen Schalter oder auch alternativ eine sogenannte konventionelle Unterputzdose einzubauen und zu installieren. Hierzu muss dann zunächst erst einmal das Loch in der Wand entsprechend vergrößert und ausgeweitet werden, bis das dazu vorgesehene elektrische Bauteil darin vollständig Platz finden kann.

Zum Schluss müssen die Leitungsenden, passend zur jeweiligen farblichen Ummantlung und Kennzeichnung, dann mit sogenannten Steckklemmen wieder miteinander verbunden werden, um dergestalt den unterbrochenen Stromfluss wieder herstellen und in Gang setzen zu können.

Ebenfalls ist es bei solchen Arten von Schäden dann letztendlich auch optional möglich, den entstandenen Schaden oder Defekt im Kabel gleich mit Steckklemmen zu überbrücken. Allerdings muss diese Steckklemme dann auch entsprechend nach dem Abschluss der Arbeiten wieder professionell isoliert werden. Dies geschieht am aller besten mit der Hilfe von einem sogenannten Schrumpfschlauch, der dann abschließend mit einer Heißluftpistole rund um den durch den Bohrer verursachten Defekt sicher und fest fixiert werden kann. Nun ist die Verbindung der beiden Kabelenden rund um den früheren Defekt herum wieder hergestellt worden und der Strom kann sicher wieder fließen.

Der letzte Schritt: Das Loch in der Wand wieder verschließen

Im aller letzten Schritt nach einem solchen Kabeldefekt infolge versehentlichen Anbohrens des Strom führenden Leiters in der Wand, geht es nun jedoch stets auch darum, den Schaden, beziehungsweise das Loch in der Wand, wieder sicher und optisch einwandfrei verschließen zu können.

Am besten eignen sich hierzu der handelsübliche Mineralputz, den es heute praktisch in jedem beliebigen Baumarkt zu kaufen gibt oder dann alternativ auch die entsprechende Spachtelmasse, die vielfach eigens für solche Arten der Schnellreparatur von Defekten in Wand oder Decke durch ihren jeweiligen Hersteller ausgelegt und bestimmt worden ist. Viele Hand- oder auch Heimwerker neigen hingegen dazu, solche Arten der Defekte mit ganz normalem Gips verschließen zu wollen. Hiervon ist jedoch zunächst erst einmal dingend abzuraten. Gips ist nämlich extrem feucht und es dauert dann auch erfahrungsgemäß entsprechend lange, bis der feuchte Gips in der Wand vollständig ausgehärtet ist.

Sind die Spachtelmasse oder der Mineralputz in der Wand dann jedoch erst einmal vollständig ausgehärtet, so ist es ohne jegliche Probleme grundsätzlich möglich, die betreffende Stelle mit Innenfarbe überstreichen oder auch bei entsprechendem Bedarf mit Tapete überkleben zu können. Vom vorherigen Schaden ist dann generell auch schon rein optisch nichts mehr zu sehen.


Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *