Renovieren und Modernisieren - Vergleich der benötigten Ausgaben

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Renovieren, Modernisieren und Sanieren werden oft durcheinandergeworfen, meinen aber verschiedene Dinge – und kosten sehr unterschiedlich viel. Die Faustregel: Renovieren verschönert, Modernisieren verbessert, Sanieren repariert. Wer das trennt, plant realistischer, findet die passenden Förderungen und vermeidet teure Reihenfolgefehler.
Die Begriffe
| Renovieren | Optische Erneuerung ohne Veränderung der Substanz: streichen, tapezieren, Böden erneuern, Türen lackieren. |
| Modernisieren | Dauerhafte Verbesserung von Wohnwert, Komfort oder Energieverbrauch: Dämmung, neue Fenster, neue Heizung, zeitgemäßes Bad. |
| Sanieren | Beseitigen von Schäden und Mängeln: feuchter Keller, undichtes Dach, Schimmel, marode Leitungen. |
Im Alltag überschneiden sich die Bereiche. Ein Bad, das wegen undichter Leitungen aufgestemmt werden muss, wird bei der Gelegenheit meist modernisiert. Wichtig ist die Unterscheidung bei Förderung, Steuer und – für Vermieter – bei der Umlage auf die Miete.
Was Renovieren kostet
Renovierungen sind der günstigste Teil und eignen sich am besten für Eigenleistung. Die Kosten bestehen überwiegend aus Material, solange Sie selbst arbeiten. Ein Raum lässt sich mit Farbe, Werkzeug und Kleinmaterial für einen niedrigen dreistelligen Betrag neu streichen, ein neuer Bodenbelag kostet je nach Material einen zwei- bis niedrigen dreistelligen Betrag je Quadratmeter. Vom Handwerker ausgeführt, wird der Lohn schnell zum größten Posten.
Was Modernisieren kostet
Hier geht es schnell um fünfstellige Beträge. Die folgenden Spannen sind grob und schwanken mit Region, Hausgröße und Marktlage erheblich:
| Maßnahme | Größenordnung |
| Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem | deutlich über 100 Euro je m² Wandfläche |
| Neue Fenster | mehrere Hundert Euro je Fenster, inklusive Einbau oft mehr |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau | oft 25.000 bis 40.000 Euro vor Förderung |
| Komplettes Bad | meist fünfstellig |
| Elektrik im Einfamilienhaus erneuern | meist fünfstellig |
Holen Sie für jede größere Maßnahme mindestens drei Angebote ein. Was ein Bad konkret kostet, steht bei Badsanierung: was kostet das?.

Was Sanieren kostet
Sanierungen sind am schwersten zu kalkulieren, weil man das Ausmaß oft erst sieht, wenn geöffnet wird. Feuchte Kellerwände, Hausschwamm, Asbest in alten Baustoffen oder durchgerostete Leitungen machen aus einem Kostenvoranschlag schnell ein Vielfaches. Planen Sie bei Altbauten einen Puffer von 15 bis 20 Prozent für Unvorhergesehenes ein. Ein Gutachter vor dem Kauf eines alten Hauses kostet wenig im Vergleich zu dem, was er finden kann.
Die richtige Reihenfolge
- Bestandsaufnahme. Was ist kaputt, was ist alt, was ist nur unschön?
- Dach und Hülle zuerst. Ein undichtes Dach oder nasse Wände machen jede Innenrenovierung zunichte.
- Dämmen vor der Heizung. Nach der Dämmung braucht das Haus weniger Wärme. Wer zuerst die Heizung tauscht, bekommt eine überdimensionierte Anlage.
- Leitungen vor Oberflächen. Elektrik und Wasser werden verlegt, bevor verputzt, gefliest und gestrichen wird.
- Renovieren zuletzt. Farbe und Böden kommen, wenn der Staub der großen Arbeiten weg ist.
Ein individueller Sanierungsfahrplan vom Energieberater bringt diese Reihenfolge für Ihr Haus zu Papier und ist bei manchen Förderungen die Voraussetzung für zusätzliche Zuschüsse.
Förderung und Steuer
Für energetische Maßnahmen gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Kredite von KfW und BAFA. Die Programme und Fördersätze ändern sich häufig. Eine Regel gilt fast immer: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Wer erst unterschreibt und dann beantragt, geht leer aus. Alternativ können selbstnutzende Eigentümer energetische Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen über drei Jahre von der Steuer absetzen, allerdings nicht zusätzlich zu einer Förderung. Für Handwerkerleistungen bei Renovierung und Instandhaltung können 20 Prozent der Lohnkosten, höchstens 1200 Euro im Jahr, direkt von der Steuer abgezogen werden. Mehr bei Wärmepumpe: welche Förderungen gibt es und Finanzierung der Sanierung.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Renovierungen und die meisten Modernisierungen im Inneren sind genehmigungsfrei. Genehmigungspflichtig oder zumindest anzeigepflichtig können sein: Eingriffe in tragende Wände, Dachausbau zu Wohnraum, neue Dachgauben, veränderte Fassaden, Nutzungsänderungen und Anbauten. Die Regeln stehen in den Landesbauordnungen und unterscheiden sich. Bei Denkmalschutz gilt fast alles als genehmigungspflichtig. Im Zweifel beim Bauamt nachfragen – eine Anfrage ist kostenlos, ein Rückbau nicht.
Finanzierung
Kleinere Vorhaben lassen sich oft aus Rücklagen oder mit einem Modernisierungskredit ohne Grundbucheintrag finanzieren. Größere Summen laufen meist über eine grundschuldbesicherte Finanzierung, die günstigere Zinsen bietet. Förderkredite der KfW lassen sich mit Bankdarlehen kombinieren. Vergleichen Sie effektiven Jahreszins, Sondertilgungsrechte und Bereitstellungszinsen. Weiteres bei Baufinanzierung beim Modernisieren.
Typische Fehler
- Mit den schönen Dingen angefangen. Das neue Parkett leidet unter dem späteren Heizungstausch.
- Kein Puffer. Bei Altbauten gibt es immer Überraschungen.
- Förderantrag vergessen oder zu spät gestellt.
- Eigenleistung überschätzt. Wer abends und am Wochenende arbeitet, braucht ein Vielfaches der Zeit.
Häufige Fragen
Was lohnt sich energetisch am meisten?
Das hängt vom Haus ab. Oft sind Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke besonders günstig im Verhältnis zur Wirkung. Ein Energieberater rechnet das für Ihr Gebäude durch.
Kann ich Modernisierungskosten auf Mieter umlegen?
Vermieter können einen Teil der Kosten echter Modernisierungen unter gesetzlichen Grenzen auf die Miete umlegen, Instandhaltung und reine Renovierung dagegen nicht. Die Einzelheiten sind komplex; lassen Sie sich beraten.



