Öl- oder Gasheizung? Unser Vergleich!

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Öl und Gas waren jahrzehntelang die Standardlösung für Heizungen in Deutschland. Heute steht bei jedem Heizungstausch eine andere Frage im Raum: Lohnt sich ein neuer fossiler Kessel überhaupt noch? Wer zwischen Öl und Gas wählt, sollte die Wärmepumpe als dritte Option mitrechnen – nicht aus Prinzip, sondern weil CO₂-Preis und Gesetzeslage die Rechnung über 20 Jahre stark verändern.
Die Voraussetzungen
Eine Gasheizung braucht einen Gasanschluss an das öffentliche Netz oder einen Flüssiggastank. Liegt eine Gasleitung in der Straße, ist der Hausanschluss meist unkompliziert, kostet aber einmalig einen Betrag in der Größenordnung von 1000 bis 3000 Euro. Ohne Leitung in der Straße bleibt nur Flüssiggas.
Eine Ölheizung braucht einen Tank und einen Raum dafür, entweder im Keller oder als Erdtank im Garten. Der Tank muss den Vorschriften für das Lagern wassergefährdender Stoffe entsprechen und je nach Größe regelmäßig geprüft werden. Dafür ist man unabhängig von einer Leitung.
Die Anschaffungskosten
| Gas-Brennwert | Öl-Brennwert | |
| Gerät inkl. Montage (grob) | ab ca. 8.000 Euro | ab ca. 10.000 Euro |
| Zusatzkosten | Hausanschluss, ggf. Abgasleitung | Tank, Tankraum, ggf. Abgasleitung |
| Platzbedarf | gering, Wandgerät möglich | Kessel plus Tankraum |
| Wartung | jährlich | jährlich, Tank zusätzlich |
Die Preise schwanken je nach Region, Hersteller und Aufwand erheblich. Muss der Schornstein für Brennwerttechnik saniert werden, kommen schnell einige tausend Euro hinzu. Holen Sie mindestens zwei, besser drei Angebote ein.
Die Brennstoffkosten
Ein Liter Heizöl enthält rund 10 kWh Energie, ein Kubikmeter Erdgas etwa ebenso viel. Die Preise pro Kilowattstunde schwanken bei beiden stark; in den vergangenen Jahren gab es Phasen, in denen Öl günstiger war, und solche, in denen Gas vorn lag. Seriös vorhersagen lässt sich der Preis über 20 Jahre für keinen der beiden. Sicher ist nur, dass der CO₂-Preis beide verteuert, und zwar Öl stärker als Gas.
Öl hat einen Vorteil beim Einkauf: Man kann den Tank füllen, wenn der Preis günstig ist. Dafür muss man eine größere Summe auf einmal zahlen und sich um die Bestellung kümmern. Gas läuft über einen monatlichen Abschlag.
Die Umweltbilanz
Beim Verbrennen entstehen je Kilowattstunde bei Erdgas etwa 200 g CO₂, bei Heizöl rund 265 g – Gas ist also etwa ein Viertel sauberer. Dazu kommen die Emissionen aus Förderung und Transport, bei denen Methanverluste die Bilanz von Erdgas verschlechtern können. Klimafreundlich im eigentlichen Sinn ist keiner der beiden Brennstoffe.

Der CO₂-Preis
Seit 2021 gibt es in Deutschland einen CO₂-Preis auf Heizöl und Erdgas, der jedes Jahr steigt und in ein europäisches Emissionshandelssystem übergehen soll. Für eine Heizung, die 20 Jahre laufen soll, ist das die wichtigste Unbekannte in der Rechnung. Je höher der Verbrauch, desto stärker schlägt der CO₂-Preis durch – und bei Öl stärker als bei Gas.
Was das Gebäudeenergiegesetz sagt
Bestehende Öl- und Gasheizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Sehr alte Konstanttemperaturkessel müssen nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Für neu eingebaute Heizungen verlangt das Gesetz, dass sie schrittweise einen Anteil erneuerbarer Energie nutzen; wer eine neue Öl- oder Gasheizung einbaut, muss sich vorher beraten lassen und mit Auflagen rechnen, etwa steigenden Anteilen von Biogas oder Bioheizöl. Die Regeln sind politisch umstritten und werden immer wieder angepasst. Klären Sie den aktuellen Stand mit Ihrem Heizungsbauer oder einem Energieberater, bevor Sie bestellen.
Platzbedarf und Lieferung
Eine Gastherme hängt an der Wand und braucht kaum Platz. Ein Ölkessel mit Tankraum belegt oft einen ganzen Kellerraum. Wer die Heizung tauscht und von Öl auf Gas umsteigt, gewinnt diesen Raum zurück – und spart sich Tankprüfung, Tankreinigung und die Frage, ob der Tankwagen die Einfahrt erreicht.
Die Alternativen
- Wärmepumpe: In gut gedämmten Häusern und mit Flächenheizung meist die wirtschaftlichste Lösung über die Laufzeit, oft auch im Altbau möglich. Siehe Luftwärmepumpe und den Kostenvergleich Wärmepumpe.
- Hybridheizung: Wärmepumpe für den Großteil des Jahres, Gas- oder Ölkessel für die kältesten Tage.
- Fernwärme: wo vorhanden, bequem und platzsparend.
- Pellets: eine Option für Häuser mit Platz für das Lager und hohem Wärmebedarf.
Was wir empfehlen
Steht der Tausch einer alten Ölheizung an, lohnt sich der Wechsel auf eine andere Technik fast immer mehr als ein neuer Ölkessel. Ein neuer Gaskessel ist dann vertretbar, wenn das Haus schlecht gedämmt ist, eine Wärmepumpe technisch nicht passt und eine Sanierung in den nächsten Jahren nicht geplant ist. Ansonsten: Erst den Energiebedarf senken, dann die Heizung passend wählen. Wie das zusammenhängt, steht bei nachhaltige Modernisierung.
Häufige Fragen
Welche Heizung ist günstiger im Betrieb?
Das hängt von den aktuellen Preisen ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Langfristig spricht der CO₂-Preis eher gegen Öl als gegen Gas.
Gibt es Förderung für Öl- oder Gasheizungen?
Für reine Öl- oder Gasheizungen gibt es in der Regel keine Förderung mehr. Gefördert werden Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien.
Wie lange hält eine Öl- oder Gasheizung?
Rund 20 bis 25 Jahre bei guter Wartung. Tipps zur Pflege unter Lebensdauer der Heizung erhöhen.



