22 Tipps zum Heizkosten sparen

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Heizen ist in den meisten Haushalten der größte Energieposten, weit vor Strom und Warmwasser. Die gute Nachricht: Viele Einsparungen kosten nichts oder wenig, und die wirkungsvollste davon ist eine einzige Zahl am Thermostat. Jedes Grad weniger spart rund sechs Prozent Heizenergie. Die folgenden 22 Tipps sind nach Aufwand sortiert – vom Drehen am Regler bis zur Investition.
Die richtige Temperatur
1. Wohnräume auf 20 bis 21 °C. Mehr ist Komfort, den man bezahlt. Stufe 3 am Thermostatkopf entspricht meist etwa 20 °C.
2. Schlafzimmer kühler. 16 bis 18 °C sind für den Schlaf ideal. Küche, Flur und selten genutzte Räume dürfen ebenfalls kühler bleiben.
3. Nicht jeder Raum gleich warm. Halten Sie aber die Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen. Sonst zieht warme, feuchte Luft in den kalten Raum und schlägt sich dort an den Wänden nieder.
4. Nie ganz auskühlen lassen. Unter etwa 16 °C steigt das Schimmelrisiko, und das Wiederaufheizen ausgekühlter Wände kostet mehr, als man gespart hat.
Richtig lüften
5. Stoßlüften statt Kippfenster. Mehrmals am Tag die Fenster für 5 bis 10 Minuten ganz öffnen, im Winter eher kürzer. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt die Wand um das Fenster aus und verschwendet Wärme, ohne die Luft richtig auszutauschen.
6. Querlüften, wenn möglich. Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen tauscht die Luft in wenigen Minuten aus.
7. Heizung beim Lüften abdrehen. Sonst heizt das Thermostat mit voller Leistung zum offenen Fenster hinaus.
Die Luftfeuchte sollte im Winter bei 40 bis 60 Prozent liegen. Tipps zum Vorgehen bei Feuchteproblemen finden Sie unter Schimmel feststellen.
Heizkörper frei halten
8. Nichts vor den Heizkörper stellen. Sofa, lange Vorhänge oder eine dichte Heizkörperverkleidung stauen die Wärme. Der Thermostatkopf misst dann eine hohe Temperatur und schließt, während der Raum kalt bleibt.
9. Heizkörper entlüften. Gluckert es oder bleibt der Heizkörper oben kalt, ist Luft im System. Das Entlüften dauert wenige Minuten; wie es geht, steht unter Heizung entlüften und warten.
10. Dämmung hinter dem Heizkörper. Heizkörper an Außenwänden, besonders in Nischen, geben einen Teil ihrer Wärme nach hinten ab. Eine reflektierende Dämmplatte zwischen Wand und Heizkörper reduziert das.
Thermostate und Regelung
11. Nachts absenken. Um 3 bis 5 Grad in der Nacht und bei längerer Abwesenheit. Bei Fußbodenheizungen und Wärmepumpen bringt eine starke Absenkung wenig, weil das System träge reagiert.
12. Programmierbare Thermostate. Sie heizen morgens vor dem Aufstehen auf und senken ab, wenn niemand zu Hause ist. Mehr dazu unter Heizkörperthermostat.
Wärme im Haus halten
13. Rollläden und Vorhänge nachts schließen. Die Luftschicht zwischen Rollladen und Fenster wirkt als zusätzliche Dämmung.
14. Fenster und Türen abdichten. Poröse Dichtungen austauschen, Fenster richtig einstellen. Ein brennendes Teelicht am Fensterrahmen zeigt Zugluft.
15. Rollladenkasten dämmen. Alte Kästen sind oft ungedämmte Löcher in der Außenwand. Anleitung unter Rolladenkasten dämmen.

Die Heizungsanlage
16. Jährliche Wartung. Eine gut eingestellte Anlage verbrennt sauberer und verbraucht weniger. Bei Gas- und Ölheizungen gehört auch die Brennereinstellung dazu.
17. Hydraulischer Abgleich. Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau so viel Heizwasser bekommt, wie er braucht. Ohne Abgleich werden nahe Heizkörper überversorgt und ferne bleiben kalt. Das macht der Heizungsbauer.
18. Heizungspumpe tauschen. Alte, ungeregelte Umwälzpumpen laufen oft rund um die Uhr mit 60 Watt und mehr. Eine moderne Hocheffizienzpumpe braucht nur einen Bruchteil davon und amortisiert sich über die Stromkosten.
19. Heizungsrohre dämmen. Rohre in unbeheizten Kellerräumen geben Wärme ab, die niemand nutzt. Für zugängliche, ungedämmte Leitungen in unbeheizten Räumen schreibt das Gebäudeenergiegesetz die Dämmung sogar vor. Siehe Wasserrohr-Isolierung.
Dämmung am Gebäude
20. Oberste Geschossdecke dämmen. Warme Luft steigt nach oben. Eine ungedämmte Decke zum unbeheizten Dachboden ist oft die größte Schwachstelle, und das Dämmen ist für Heimwerker machbar: Oberste Geschossdecke dämmen.
21. Kellerdecke dämmen. Kalte Fußböden im Erdgeschoss sind ein Zeichen für einen ungedämmten Keller. Dämmplatten unter der Kellerdecke helfen, siehe Kellerdeckendämmung. Größere Maßnahmen an Wänden und Fenstern sind Sache eines Energieberaters, der auch Förderwege kennt.
Tarif und Verhalten
22. Anbieter und Tarif prüfen. Bei Gas, Strom für die Wärmepumpe oder Heizöl lohnt ein regelmäßiger Vergleich. Ein Anbieterwechsel ist bei Gas und Strom unkompliziert und ändert an der Versorgung nichts.
Und zum Schluss das Offensichtliche, das trotzdem wirkt: Wer im Winter im T-Shirt auf dem Sofa sitzt, heizt für den Sommer. Ein Pullover und eine Decke erlauben ein, zwei Grad weniger, ohne dass es jemand merkt.
Was die Tipps bringen
| Maßnahme | Aufwand | Wirkung |
| Temperatur senken, richtig lüften | keiner | hoch |
| Heizkörper frei, entlüften, Rollläden | gering | mittel |
| Thermostate, Dichtungen, Rohre dämmen | gering bis mittel | mittel |
| Hydraulischer Abgleich, Pumpe | mittel, Fachbetrieb | mittel bis hoch |
| Decken dämmen | mittel | hoch |
Häufige Fragen
Lohnt es sich, die Heizung tagsüber ganz auszuschalten?
In gut gedämmten Häusern bei kurzer Abwesenheit kaum. Besser ist Absenken um einige Grad. Ganz aus kann sich bei mehreren Tagen Abwesenheit lohnen – aber Frostschutz und Schimmelgefahr beachten.
Welche Temperatur ist ideal?
Für Wohnräume 20 bis 21 °C, für Schlafzimmer 16 bis 18 °C, für das Bad beim Duschen 22 bis 23 °C.
Was bringt der größte Effekt für wenig Geld?
Die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad senken, Stoßlüften und das Dämmen der obersten Geschossdecke. Mehr Ideen rund ums Sparen finden Sie unter Strom sparen für Heimwerker.



