Putzschienen
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Putzschienen, auch Putzprofile genannt, sind Metall- oder Kunststoffleisten, die beim Verputzen in der Wand bleiben. Sie machen Kanten gerade, Flächen eben und schützen empfindliche Stellen – und nehmen dabei einem Heimwerker viel von dem ab, was ein Stuckateur mit jahrelanger Übung aus der Hand kann. Welche Schiene wohin gehört, zeigt dieser Überblick.
Die wichtigsten Arten
| Eckschutzschiene | schützt Außenecken vor Stößen und gibt eine gerade Kante. Innen der häufigste Profiltyp. |
| Putzabschlussprofil | Kante, an der der Putz endet, etwa an Fenstern, Türen oder Decken. |
| Schnellputzleiste | Lehre für ebene Flächen, wird senkrecht gesetzt und dient zum Abziehen. |
| Sockelprofil | Abschluss des Außenputzes oder des Wärmedämmverbundsystems über dem Sockel. |
| Dehnfugenprofil | überbrückt Bewegungsfugen im Bauwerk, damit der Putz dort nicht reißt. |
| Anputzleiste | dichter Anschluss an Fenster- und Türrahmen mit Dichtlippe. |
Eckschutzschienen
Außenecken sind die verletzlichste Stelle einer verputzten Wand. Jeder Staubsauger, jedes Möbelstück und jeder Kinderwagen stößt hier an. Eine Eckschutzschiene aus verzinktem Stahl, Edelstahl oder Kunststoff wird vor dem Verputzen auf die Ecke gesetzt und bildet eine gerade, stoßfeste Kante. Sie hat seitlich gelochte oder gitterförmige Schenkel, durch die der Putz greift. Für Trockenbau gibt es eigene Eckprofile, die aufgeklebt oder getackert und dann überspachtelt werden.
Schnellputzleisten
Wer eine größere Wand eben verputzen will, braucht eine Lehre. Schnellputzleisten werden im Abstand von etwa 1 bis 1,5 m senkrecht auf die Wand gesetzt, genau ausgerichtet, und dann wird der Putz dazwischen mit der Kartätsche über die Leisten abgezogen. Übliche Höhen liegen bei 6, 10 und 14 mm, abhängig von der Putzdicke. Die Leisten bleiben im Putz. Einzelheiten bei Schnellputzleisten und beim Schnellputzprofil.
Abschluss und Sockel
Endet der Putz an einem anderen Bauteil, sorgt das Putzabschlussprofil für eine saubere Kante – mehr bei den Putzabschlussprofilen. Außen trennt das Sockelprofil den Wandputz vom Sockelbereich, der mehr Spritzwasser abbekommt und oft anders verputzt wird. Bei Wärmedämmverbundsystemen trägt es zudem die unterste Dämmplattenreihe und hat eine Tropfkante, die Wasser von der Wand fernhält.
Dehnfugen- und Bewegungsprofile
Wo zwei Bauteile sich unterschiedlich bewegen – etwa an Gebäudetrennfugen oder beim Übergang von Mauerwerk zu Beton – reißt ein durchgehender Putz früher oder später. Dehnfugenprofile haben zwei Putzschenkel, die über ein elastisches Mittelteil verbunden sind. Die Fuge bleibt beweglich, der Putz links und rechts heil. An Bewegungsfugen des Rohbaus sind sie keine Kür, sondern Pflicht.
Maße und Längen
Die meisten Profile gibt es in 2,50 m und 3 m Länge. Die Profilhöhe richtet sich nach der Putzdicke: Innenputz liegt meist bei 10 bis 15 mm, Außenputz bei 15 bis 20 mm, Dünnputze und Spachtel bei wenigen Millimetern. Eckschutzschienen für Innenputz haben häufig Schenkel von etwa 25 bis 35 mm Breite. Messen Sie die geplante Putzdicke, bevor Sie Profile kaufen, und kaufen Sie lieber eine Stange mehr – Verschnitt an Ecken und Laibungen ist unvermeidlich.
Material: innen, außen, feucht
Verzinkter Stahl reicht für trockene Innenräume. Edelstahl ist Pflicht für Außenputz, Bäder, Keller und alle Stellen, an denen Feuchtigkeit hinkommt – verzinkte Profile rosten dort im Lauf der Jahre, und die Rostläufer schlagen durch den Putz. Kunststoff rostet nie, ist leicht zu schneiden und eignet sich innen wie außen, braucht aber sorgfältiges Ausrichten, weil er sich leicht verbiegt. Aluminium ist in frischem Kalk- und Zementputz ungeschützt keine gute Wahl.
Montage in fünf Schritten
- Lage festlegen. Mit Wasserwaage, Richtlatte oder Linienlaser anzeichnen.
- Zuschneiden mit Blechschere oder Trennschleifer, bei Kunststoff mit Schere. Schnittkanten entgraten.
- Batzen setzen. Innen Ansetzbinder oder Gipsputz, außen den Putzmörtel selbst, alle 30 bis 50 cm ein Batzen.
- Eindrücken und ausrichten. Mit der Richtlatte flucht- und lotrecht stellen, überschüssigen Mörtel abnehmen.
- Anziehen lassen, dann verputzen. Die Profile dienen beim Abziehen als Führung.
Werkzeug
Für die Montage genügen eine lange Wasserwaage oder der Klassiker aus Richtlatte und Senklot. Dazu kommen Blechschere, Kelle, Eimer mit Ansetzbinder und ein Cuttermesser. Wer viele Profile setzt, spart mit einem Laser Zeit, weil er alle Leisten in einem Durchgang auf eine Ebene bringt. Das eigentliche Verputzen erledigen Kelle und Kartätsche, bei großen Flächen eine Verputzmaschine.
Typische Fehler
- Zu wenige Batzen. Das Profil federt beim Abziehen und die Fläche wird wellig.
- Profil schief gesetzt. Eine Schnellputzleiste, die 3 mm aus dem Lot steht, macht die ganze Wand schief.
- Falsches Material. Verzinkter Stahl im Bad oder außen zeigt nach einigen Jahren Rost.
- Profil zu hoch. Die Putzschicht wird dicker als geplant, der Materialverbrauch steigt.
Häufige Fragen
Kann ich Putzschienen in Beton dübeln?
Ja, aber das Setzen in Ansetzbinder ist meist schneller, weil sich das Profil beim Ausrichten noch verschieben lässt.
Bleiben die Schienen im Putz?
Ja, alle hier genannten Profile werden eingeputzt und bleiben in der Wand.



