Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Schnellputzleisten

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wozu die Leisten da sind
  2. Werkzeug und Material
  3. Den Untergrund vorbereiten
  4. Die Leisten setzen
  5. Die richtigen Abstände
  6. Verputzen zwischen den Leisten
  7. Bleiben die Leisten in der Wand?
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Schnellputzleisten sind schmale Metall- oder Kunststoffprofile, die vor dem Verputzen senkrecht an die Wand gesetzt werden. Sie geben die spätere Putzoberfläche vor: Man füllt das Feld dazwischen mit Putz und zieht mit einer langen Latte über die Leisten ab. So wird eine Wand gerade, auch wenn der Untergrund es nicht ist – und das ohne jahrelange Übung.

Wozu die Leisten da sind

Wer frei nach Augenmaß verputzt, bekommt Wellen. Die Leisten sind Lehren: Sie werden exakt lot- und fluchtgerecht gesetzt, und die Abziehlatte, die Kartätsche, läuft auf ihnen wie auf Schienen. Alles, was über die Leisten hinausragt, wird abgezogen. Was fehlt, wird aufgefüllt.

Die Leisten bestimmen außerdem die Putzdicke. Eine 10-mm-Leiste ergibt eine Putzlage von mindestens 10 mm an der dünnsten Stelle. Dickere Leisten gibt es für stark unebene Wände. Welche Profilformen und Materialien es gibt, steht beim Schnellputzprofil.

Werkzeug und Material

  • Schnellputzleisten in der passenden Stärke, dazu Eck- und Abschlussprofile
  • Richtlatte oder Kartätsche aus Aluminium, 2 m oder länger
  • Wasserwaage, am besten 1 bis 2 m lang
  • Maurerschnur für die Flucht
  • Kelle, Mörtelkübel, Rührquirl
  • Blechschere oder Winkelschleifer zum Kürzen
  • den Putzmörtel selbst, mit dem auch die Leisten gesetzt werden

Die Leisten werden immer mit demselben Mörtel gesetzt, mit dem anschließend verputzt wird. Ein anderer Mörtel, etwa Gips unter Kalkzementputz, bildet eine Schwachstelle und kann sich später abzeichnen.

Den Untergrund vorbereiten

Der Putz und damit auch die Leisten brauchen einen tragfähigen Untergrund.

  1. Lose Teile entfernen. Alter, hohl klingender Putz muss herunter, Staub und Mörtelreste werden abgekehrt.
  2. Saugfähigkeit prüfen. Ein Spritzer Wasser, der sofort einzieht, zeigt stark saugendes Mauerwerk. Hier kommt je nach Putzsystem eine Grundierung oder ein Spritzbewurf darauf, sonst entzieht die Wand dem Putz das Wasser.
  3. Glatte Flächen aufrauen oder mit Haftbrücke behandeln. Beton und glatte Steine bieten sonst zu wenig Halt. Mehr dazu bei Haftputz.
  4. Löcher und tiefe Stellen vorab ausgleichen. Wo mehr als die doppelte Putzdicke fehlt, erst mit Putz oder Mörtel vorfüllen und anziehen lassen.
  5. Kanten und Ecken planen. Außenecken erhalten Eckschutzschienen, Anschlüsse an Fenster und Türen Putzabschlussprofile. Sie werden meist im selben Arbeitsgang gesetzt wie die Leisten.

Die Leisten setzen

  1. Höchsten Punkt der Wand finden. Mit einer langen Richtlatte waagerecht und senkrecht über die Wand fahren. Die Stelle, die am weitesten herausragt, bestimmt die Ebene – dort muss mindestens die Mindestputzdicke drüber passen.
  2. Leisten ablängen. Auf Raumhöhe minus ein bis zwei Zentimeter, damit sie oben und unten nicht anstoßen.
  3. Mörtelbatzen setzen. In der Linie der späteren Leiste alle 30 bis 50 cm einen Batzen aus dem Putzmörtel an die Wand werfen.
  4. Leiste eindrücken. Die Leiste in die Batzen drücken, mit der Wasserwaage senkrecht stellen und mit einer langen Latte über zwei benachbarte Leisten in eine Ebene bringen.
  5. Flucht kontrollieren. Eine Schnur quer über alle Leisten spannen, oben und unten. Jede Leiste muss die Schnur berühren.
  6. Anziehen lassen. Erst wenn die Batzen fest sind, wird die Fläche verputzt. Sonst verschiebt die Kartätsche die Leisten.

Die richtigen Abstände

Der Abstand zwischen zwei Leisten muss kleiner sein als die Kartätsche. Bei einer Latte von 2 m sind 1,20 bis 1,50 m zwischen den Leisten üblich. Die Latte soll an beiden Enden etwa 20 bis 30 cm überstehen, damit sie sicher aufliegt. In der Nähe von Ecken wird die erste Leiste etwa 10 bis 20 cm von der Ecke entfernt gesetzt.

Verputzen zwischen den Leisten

Das Feld zwischen zwei Leisten wird mit Putz gefüllt, von Hand mit der Kelle oder mit der Maschine. Dann setzen Sie die Kartätsche unten auf beide Leisten und ziehen sie in leichter Zickzackbewegung nach oben. Überschüssiger Putz bleibt an der Latte hängen, Fehlstellen werden nachgefüllt und erneut abgezogen. Ist der Putz angesteift, wird die Oberfläche je nach Putzart mit dem Reibebrett verrieben, gefilzt oder geglättet. Wie das bei Außenwänden funktioniert, steht unter Eine Außenwand verputzen.

Bleiben die Leisten in der Wand?

Das hängt vom Material und vom Einsatzort ab.

EinsatzEmpfehlung
Innen, Gipsputz, trockene Räumeverzinkte Leisten dürfen meist bleiben
Innen, Bad und KücheEdelstahl oder Kunststoff, oder verzinkte Leisten entfernen
Außen, KalkzementputzEdelstahl oder Kunststoff; verzinkte Leisten entfernen und Schlitz nachputzen

Verzinkter Stahl kann unter Feuchtigkeit rosten, und Rost drückt sich als brauner Streifen durch den Anstrich. Wer die Leisten entfernt, zieht sie heraus, sobald der Putz angesteift, aber noch nicht hart ist, und füllt den Schlitz sofort mit demselben Putz nach. Das spart Material für Leisten, kostet aber Zeit.

Typische Fehler

  • Leisten zu früh verputzt. Die Batzen sind noch weich, die Kartätsche drückt die Leiste aus der Flucht.
  • Nur mit der Wasserwaage gearbeitet. Jede Leiste ist lotrecht, aber die Wand trotzdem nicht eben. Die Flucht über alle Leisten gehört dazu.
  • Abstand zu groß. Die Latte kippt zwischen den Leisten ab, die Fläche wird hohl.
  • Verzinkte Leisten außen gelassen. Nach einigen Jahren zeichnen sich Streifen ab.
  • Putzdicke unterschätzt. Der Materialbedarf richtet sich nach der Ebene, nicht nach der mittleren Dicke. Rechnen Sie großzügig.

Häufige Fragen

Brauche ich bei dünnen Putzlagen überhaupt Leisten?

Bei Dünnlagenputz auf ebenen Wänden meist nicht, weil die Wand die Ebene vorgibt. Leisten lohnen sich ab etwa einem Zentimeter Putzdicke und bei unebenem Mauerwerk.

Kann ich die Leisten auch schrauben?

Auf Holz- und Plattenuntergründen ja, auf Mauerwerk ist das Setzen in Mörtelbatzen einfacher, weil sich die Tiefe dabei frei einstellen lässt.

Was ist der Unterschied zu Putzschienen?

Meist keiner. Putzschienen, Putzlehren, Schnellputzleisten und Schnellputzprofile meinen dasselbe. Siehe auch Putzschienen.

Das könnte Sie auch interessieren