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Heimwerker-Berater

Kellerdeckendämmung

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Kellerdeckendämmung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was die Dämmung bringt
  2. Wie dick die Dämmung sein muss
  3. Welche Platten in Frage kommen
  4. Hindernisse an der Decke
  5. Schritt für Schritt
  6. Die Ränder nicht vergessen
  7. Holzbalkendecken
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Wer über einem unbeheizten Keller wohnt, verliert durch die Decke Wärme und hat kalte Füße. Eine Dämmung von unten ist eine der einfachsten energetischen Maßnahmen überhaupt: Platten an die Decke, fertig. Entscheidend ist die Stärke – mit 2 cm Styropor ist nichts gewonnen, sinnvoll sind 10 bis 14 cm.

Was die Dämmung bringt

Eine ungedämmte Betondecke hat einen U-Wert um 3 W/(m²·K) oder schlechter, je nach Stärke und Aufbau. Mit 12 cm Dämmung sinkt er auf etwa ein Zehntel. Das spürt man zuerst an den Füßen: Der Fußboden im Erdgeschoss wird um mehrere Grad wärmer. In der Heizkostenabrechnung macht sich eine Kellerdeckendämmung je nach Gebäude mit einigen Prozent bemerkbar – weniger als eine Dachdämmung, aber bei deutlich geringerem Aufwand. Weitere Stellschrauben stehen in den Tipps zum Heizkostensparen.

Wie dick die Dämmung sein muss

Das Gebäudeenergiegesetz verlangt bei einer nachträglichen Dämmung von Decken gegen unbeheizte Keller einen U-Wert von höchstens 0,30 W/(m²·K). Eine Pflicht zur Nachrüstung gibt es für die Kellerdecke nicht – wer aber dämmt, muss diesen Wert einhalten.

WärmeleitstufeStärke für U ≤ 0,30Typisches Material
WLS 040etwa 14 cmeinfaches EPS, Holzfaser
WLS 035etwa 12 cmEPS, Mineralwolle
WLS 032etwa 11 cmgraues EPS, Mineralwolle-Deckenplatten
WLS 024etwa 8 cmPUR/PIR-Platten

Die Werte gelten grob für eine Betondecke. Wer wenig Raumhöhe hat, greift zum dünneren, teureren Material.

Welche Platten in Frage kommen

EPS (Styropor) ist am günstigsten, leicht zu schneiden und zu kleben. Graues EPS mit Graphitzusatz dämmt besser als weißes. Nachteil: brennbar, im Brandfall tropfend.

Mineralwolle-Deckenplatten sind nicht brennbar, oft mit fertiger Oberfläche erhältlich. Sie sind die richtige Wahl, wenn im Keller Heizung, Werkstatt oder Fluchtweg liegen.

PUR/PIR-Platten dämmen am besten bei geringster Stärke und sind teurer.

Holzfaser ist ökologisch und diffusionsoffen, aber dicker für den gleichen Effekt. Unter einer Holzfaserdämmplatte steht mehr dazu.

Dämmplatten
Kellerdämmung-Platten | Foto: pixpack / Depositphotos.com

Hindernisse an der Decke

Selten ist eine Kellerdecke glatt. Rohre, Leitungen, Lampen, Unterzüge und Fensterstürze stören. Rohre, die unter der Decke laufen, können in die Dämmung eingebettet werden, wenn die Platten entsprechend ausgeschnitten werden. Warmwasser- und Heizungsleitungen sollten dann ebenfalls gedämmt sein. Lampen müssen auf Abstandshalter oder neu gesetzt werden.

Wichtig ist die Kopfhöhe. Wer im Keller schon mit 2,00 m Deckenhöhe lebt, spürt 12 cm deutlich. Hier lohnt der Griff zu PUR oder eine etwas dünnere Lösung. Lässt die Raumhöhe die volle Stärke nicht zu, genügt nach dem GEG die technisch höchstmögliche Dämmstärke – auch 8 cm sind deutlich besser als nichts.

Schritt für Schritt

  1. Untergrund prüfen. Die Decke muss trocken, fest und frei von losem Putz, Kalkanstrich und Staub sein. Eine Kratzprobe zeigt, ob der Anstrich hält.
  2. Grundieren. Bei stark saugenden oder sandenden Flächen mit Tiefgrund.
  3. Kleber anrühren. Mineralischer Klebe- und Armierungsmörtel oder ein Dämmstoffkleber aus der Kartusche.
  4. Platten kleben. Kleber im Randwulst-Punkt-Verfahren oder vollflächig mit Zahnkelle auftragen, Platte andrücken, dicht an dicht im Verband setzen, ohne Kreuzfugen.
  5. Dübeln. Bei nicht tragfähigem Untergrund, schweren Platten oder Mineralwolle zusätzlich mit Tellerdübeln sichern, etwa vier bis sechs Stück je Quadratmeter.
  6. Fugen schließen. Offene Fugen mit Dämmschaum füllen, nicht mit Mörtel. Fugen sind Wärmebrücken.
  7. Oberfläche. Platten mit fertiger Oberfläche bleiben so, andere werden verspachtelt oder gestrichen, wenn es ordentlich aussehen soll.

Die Ränder nicht vergessen

An den Außenwänden entsteht eine Wärmebrücke, weil die Wärme über die Wand nach unten wandert. Viele Fachleute empfehlen deshalb, die Dämmung an den Außenwänden 30 bis 50 cm herunterzuführen, als sogenannte Dämmschürze oder Flankendämmung. Das kostet wenig zusätzlich und verbessert die Wirkung spürbar.

Holzbalkendecken

In Altbauten besteht die Kellerdecke manchmal aus Holzbalken. Dort können Platten zwischen oder unter den Balken angebracht werden, eine andere Möglichkeit ist das Einblasen von Zellulose oder Holzfasern in die Hohlräume. Bei Holzdecken ist die Feuchte wichtiger als bei Beton: Die Konstruktion muss nach unten abtrocknen können, eine Dampfbremse an der falschen Stelle führt zu Fäulnis. Das sollte ein Energieberater planen.

Typische Fehler

  • Zu dünn gedämmt. Wer 2 oder 3 cm klebt, zahlt Arbeit für eine Maßnahme, die kaum etwas bewirkt.
  • Auf Kalkanstrich geklebt. Die Platten fallen samt Anstrich herunter.
  • Offene Fugen. Kalte Luft zieht zwischen die Platten, die Dämmung verliert einen Teil ihrer Wirkung.
  • Brandschutz ignoriert. Über Heizraum oder Öltank gehört nicht brennbares Material.

Häufige Fragen

Was kostet eine Kellerdeckendämmung?

In Eigenleistung mit EPS etwa 15 bis 30 Euro Material je Quadratmeter, mit Mineralwolle oder PUR mehr. Ein Betrieb nimmt je nach Region und Aufwand deutlich mehr, weil die Hindernisse an der Decke Arbeitszeit kosten.

Gibt es Förderung?

Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle werden regelmäßig gefördert, die Bedingungen ändern sich allerdings oft. Vor dem Kauf der Platten bei BAFA oder einem Energieberater nachfragen – der Antrag muss meist vor Beginn gestellt werden.

Wird der Keller dadurch kälter?

Ja, etwas, weil weniger Wärme von oben nach unten dringt. In feuchten Kellern sollte man danach auf Kondenswasser achten und richtig lüften.

Lohnt sich das bei einem Neubau?

Bei Neubauten liegt die Dämmung meist schon in der Bodenplatte oder unter dem Estrich. Eine Nachdämmung von unten bringt dort wenig.

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