Putzabschlussprofile
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Ein Putzabschlussprofil ist eine schmale Schiene, die dort sitzt, wo eine Putzfläche endet – an Fensterlaibungen, Türzargen, Decken, Sockeln oder am Übergang zu einem anderen Material. Es gibt dem Putz eine gerade, feste Kante und schützt sie vor Ausbrüchen. Ohne Profil bröselt genau diese Kante als Erstes ab.
Wozu das Profil gut ist
Putz endet ungern frei. Eine offene Kante ist dünn, bricht beim ersten Stoß und lässt sich kaum gerade ziehen. Das Profil übernimmt drei Aufgaben: Es legt die Putzdicke fest, weil die Kante des Profils als Lehre dient. Es schützt die Kante mechanisch. Und es trennt Bauteile, die sich unterschiedlich bewegen, etwa Putz und Holzzarge, sodass dort ein sauberer Spalt statt eines wilden Risses entsteht. Nebenbei sieht die Fläche einfach ordentlicher aus.
Wo es eingesetzt wird
- Fenster- und Türlaibungen, wenn der Putz an Rahmen oder Zarge endet.
- Deckenanschlüsse, wenn die Decke anders behandelt wird als die Wand.
- Übergänge zwischen Putz und Fliesen, Holzverkleidung oder Trockenbau.
- Sockel außen, wo der Oberputz über dem Sockelputz aufhört.
- Offene Enden an Wandvorsprüngen und Nischen.
Für den Anschluss an Fenster gibt es zusätzlich Anputzleisten mit Dichtlippe und Gewebe, die den Übergang schlagregendicht machen. Sie ersetzen dort das einfache Profil, mehr dazu bei Anputzleisten.
Maße
| Putzdicke | Einsatz |
| 2–3 mm | Dünnputz, Spachtel, Gewebetapete |
| 6–8 mm | dünner Innenputz, Oberputz auf Trockenbau |
| 10–12 mm | üblicher einlagiger Innenputz |
| 15 mm und mehr | Außenputz, dickerer Unterputz |
Die Standardlänge liegt bei 2,50 m, manche Profile gibt es in 3 m. Wählen Sie die Profilhöhe passend zur geplanten Putzdicke: Das Profil steht später genau so weit vor wie der fertige Putz. Ist es zu hoch, bleibt eine Stufe; ist es zu niedrig, wird die Putzschicht zu dünn.
Das richtige Material
Verzinkter Stahl ist der Klassiker für Innenräume. Er ist stabil und günstig, rostet aber, wenn er dauerhaft feucht wird.
Edelstahl ist die Wahl für außen, für Bäder und für Sockel. Er ist teurer, rostet aber nicht und hinterlässt keine braunen Läufer im Putz.
Kunststoff (PVC) ist leicht, lässt sich mit der Schere oder dem Cuttermesser schneiden und rostet nie. Er ist gut für innen und für Außenbereiche, wenn er UV-stabil ausgelegt ist. Nachteil: Er verformt sich leichter beim Setzen und verzeiht keinen groben Umgang.
Aluminium wird von frischem Kalk- und Zementputz angegriffen und sollte nur beschichtet oder für Gips- und Dünnputze verwendet werden.
Lagerung
Profile gehören trocken und liegend gelagert, nicht an die Wand gelehnt. Angelehnt verbiegen sie sich, und ein krummes Profil macht eine krumme Kante – gerade das, was man vermeiden wollte. Kunststoffprofile nicht in praller Sonne liegen lassen, Stahlprofile nicht im Regen. Verbogene oder angerostete Stücke nicht verwenden.
Profile setzen
- Anzeichnen. Die Lage der Kante mit Wasserwaage oder Laser markieren. Das Profil sitzt so, dass sich die gewünschte Putzdicke ergibt.
- Zuschneiden. Stahlprofile mit der Blechschere, Kunststoff mit Schere oder Messer. Schnittkanten von verzinktem Stahl mit Zinkspray nachbehandeln, wenn es feucht wird.
- Ansetzen. Innen werden Profile meist mit Batzen aus Ansetzbinder oder Gipsputz alle 30 bis 50 cm befestigt, außen mit dem Putzmörtel selbst. Nageln oder Dübeln ist möglich, wo der Untergrund es zulässt.
- Ausrichten. Profil in die Batzen drücken und mit der Wasserwaage oder einer Richtlatte exakt senkrecht bzw. waagerecht stellen.
- Anziehen lassen, bevor verputzt wird. Ein Profil, das sich beim Putzen bewegt, ist schlimmer als keins.
- Verputzen. Den Putz bis an das Profil heranführen und über die Profilkante abziehen.
Übergang zu Holz und Fenstern
An Holzzargen und Fensterrahmen sollte der Putz nicht fest anschließen. Holz arbeitet, und der starre Putz reißt. Ein Abschlussprofil mit kleinem Abstand zum Rahmen und eine anschließend eingebrachte elastische Fuge aus Acryl lösen das Problem. Wie so eine Fuge gezogen wird, steht bei Acrylfuge ziehen.
Typische Fehler
- Falsche Profilhöhe. Die Putzdicke richtet sich dann nach dem Profil statt nach dem Plan.
- Profile nur angeklemmt. Beim Abziehen mit der Kartätsche verschieben sie sich.
- Stahl außen. Verzinkte Profile rosten im Außenputz über die Jahre durch.
- Kunststoff zu stark gebogen. Er federt zurück und die Kante wird wellig.
- Stöße nicht ausgerichtet. Zwei Profile, die sich an der Stoßstelle nicht exakt treffen, zeigen später einen Knick.
Verwandte Profile
Putzabschlussprofile gehören zur großen Familie der Putzprofile. Eckschutzschienen sichern Außenecken, Schnellputzleisten dienen als Lehre für ebene Flächen, Sockel- und Dehnfugenprofile haben eigene Aufgaben. Einen Überblick gibt der Artikel zu den Putzschienen, die Lehren für große Flächen beschreibt Schnellputzleisten.
Häufige Fragen
Was kostet ein Putzabschlussprofil?
Einfache verzinkte oder Kunststoffprofile kosten wenige Euro je Stange, Edelstahl etwa das Doppelte bis Dreifache. Für ein Fenster brauchen Sie meist zwei bis drei Stangen.
Muss ich ein Profil verwenden?
Nein, erfahrene Stuckateure ziehen Kanten auch frei. Für Heimwerker ist das Profil aber der sicherste Weg zu einer geraden, haltbaren Kante.
Kann ich das Profil nachträglich setzen?
Nur, indem Sie den Putz an der Stelle wieder abnehmen. Deshalb gehört das Profil vor dem Verputzen an die Wand.

