Einen Frästisch selber bauen

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Ein Frästisch macht aus einer Oberfräse eine kleine stationäre Maschine: Die Fräse hängt kopfüber unter einer Platte, und statt der Maschine bewegen Sie das Werkstück. Schmale Leisten, Profilkanten und Serienteile lassen sich so sicherer und genauer fräsen als freihändig. Ein Eigenbau aus Holzwerkstoff kostet einen Bruchteil eines Fertigtischs, verlangt aber sorgfältige Arbeit.
Was ein Frästisch bringt
Freihändig führen Sie die Fräse über das Werkstück. Bei kleinen oder schmalen Teilen ist die Auflage zu gering, die Fräse kippt, das Ergebnis wird ungenau. Am Tisch liegt das Werkstück flach auf, wird am Anschlag entlanggeführt und bleibt immer im gleichen Abstand zum Fräser. Das eignet sich besonders für:
- Profile an Leistenkanten
- Nuten und Falze in Serie
- Kanten mit Anlaufring-Fräsern an geschwungenen Teilen
- Verbindungen wie Feder und Nut oder Zinken mit einer Zinkenschablone
Für große Platten bleibt die Handführung besser, weil sich die Fräse leichter bewegen lässt als das Werkstück.
Die Bestandteile
| Tischplatte | MDF oder Multiplex, 25–38 mm, gern zwei Lagen verleimt. Sie muss absolut plan sein und darf nicht durchhängen. |
| Einlegeplatte | Dünne, steife Platte, an die die Fräse geschraubt wird. Aluminium, Phenolharz oder Acrylglas, meist 8–10 mm stark. |
| Anschlag | Senkrechte Führung mit Aussparung für den Fräser und Anschluss für die Absaugung. |
| Unterbau | Gestell oder Korpus, der die Platte trägt und Späne und Lärm teilweise einschließt. |
Warum eine Einlegeplatte
Würden Sie die Fräse direkt unter die dicke Tischplatte schrauben, ginge ein großer Teil der Frästiefe verloren. Die Einlegeplatte ist dünn, sitzt bündig in einem ausgefrästen Falz der Tischplatte und lässt sich zum Fräserwechsel mitsamt Fräse herausheben. Die Bohrung für den Fräser sollte nur wenig größer sein als der größte verwendete Fräser; Einlegeringe mit verschiedenen Durchmessern sind noch besser. Die Einlegeplatte muss exakt bündig liegen – eine Stufe von einem halben Millimeter bringt jedes Werkstück ins Stolpern.
Der Anschlag
Er besteht aus einer waagerechten Grundplatte und einer senkrechten Anlage, verbunden durch dreieckige Winkelstützen, damit er exakt 90 Grad hält. In der Mitte ist eine Aussparung für den Fräser, dahinter ein Absaugkasten mit Anschluss für Staubsauger oder Absaugung. Befestigt wird der Anschlag mit Schlossschrauben und Sterngriffen in Langlöchern oder Führungsschienen, damit er sich parallel verschieben lässt.
Zweigeteilte Anschlagbacken, die sich einzeln verschieben lassen, sind praktisch, wenn der Fräser die gesamte Kante abnimmt: Dann wird die Auslaufseite um die Spanabnahme vorgestellt, wie bei einer Abrichte.
Bau in groben Schritten
- Tischplatte zuschneiden und bei Bedarf zweilagig verleimen. Zwingen setzen und mehrere Stunden abbinden lassen.
- Falz für die Einlegeplatte fräsen, am besten mit einer Kopierschablone und Bündigfräser. Tiefe exakt auf die Stärke der Einlegeplatte einstellen.
- Einlegeplatte bohren – Befestigungslöcher passend zur Grundplatte der Fräse, Senkkopfschrauben verwenden.
- Unterbau bauen, stabil und mit genug Platz für die Hände beim Verstellen der Frästiefe.
- Anschlag bauen und mit Winkel prüfen. Flachdübel oder Schrauben an den Winkelstützen.
- Schutzvorrichtungen anbringen: transparente Haube über dem Fräser, Andruckkämme.
Welche Oberfräse sich eignet, lesen Sie unter Oberfräse. Kleine Einhandfräsen sind für den Tisch meist zu schwach und schwer verstellbar.
Vorschubrichtung – die wichtigste Regel
Die Fräse dreht sich unter dem Tisch von oben gesehen gegen den Uhrzeigersinn. Am Anschlag schieben Sie das Werkstück deshalb von rechts nach links, also gegen die Drehrichtung des Fräsers. Im Gleichlauf, also andersherum, zieht der Fräser das Werkstück aus der Hand – und die Hand womöglich hinterher.
Sicherheit
- Schiebestock und Andruckkämme für alle kurzen und schmalen Teile. Die Finger kommen nie näher als eine Handbreit an den Fräser.
- Schutzhaube aus Acrylglas über dem Fräser. Sie schützt vor Spänen und hält die Hand auf Abstand.
- Not-Aus in Griffweite. Den Schalter der Fräse erreichen Sie unter dem Tisch schlecht. Ein fertiger Sicherheitsschalter mit Wiederanlaufschutz, in den die Fräse eingesteckt wird, löst das Problem.
- Drehzahl nach Fräserdurchmesser. Große Fräser brauchen niedrige Drehzahlen; die Angabe steht auf dem Fräser.
- Gehörschutz, Schutzbrille, Absaugung. MDF-Staub ist fein und gesundheitsschädlich.
Selbst bauen oder kaufen
Fertige Frästische gibt es von einfachen Aluminiumtischen bis zu schweren Systemtischen. Der Eigenbau lohnt, wenn Sie genau wissen, was Sie brauchen, und die Einlegeplatte zu Ihrer Fräse passt. Wer nur gelegentlich Kanten profiliert, kommt mit einem einfachen Tisch aus. Wer viel fräst, investiert besser in eine gute Einlegeplatte mit Fräserlift, auch beim Eigenbau.
Häufige Fragen
Welches Material für die Tischplatte?
MDF ist glatt und maßhaltig, aber feuchteempfindlich. Multiplex ist robuster. Eine Beschichtung aus Schichtstoff macht die Oberfläche glatt und verschleißfest.
Wie stelle ich die Frästiefe ein?
Bei den meisten Tischen von unten über die Tiefeneinstellung der Fräse. Bequemer ist ein Fräserlift, der die Höhe von oben verstellt.
Worin unterscheiden sich die Fräsen?
Die Unterschiede zwischen Ober-, Kanten- und Einhandfräse erklärt Oberfräse, Kantenfräse und Einhandfräse.



