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Heimwerker-Berater

Trasszement

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Trass ist
  2. Warum Trass Ausblühungen verhindert
  3. Zusammensetzung und Norm
  4. Die Eigenschaften im Vergleich
  5. Wo Trasszement eingesetzt wird
  6. Selbst anmischen
  7. Nachbehandlung
  8. Wenn doch etwas ausblüht
  9. Sicherheit
  10. Häufige Fragen

Trasszement ist Zement, dem gemahlenes vulkanisches Gestein beigemischt ist: Trass. Der Zusatz bindet den Kalk, der sonst als weißer Schleier auf Naturstein und Mauerwerk ausblüht, und macht den Mörtel dichter und geschmeidiger. Darum ist Trasszement die Standardwahl für Natursteinmauern, Pflaster in Mörtel und alles, was mit Wasser zu tun hat.

Was Trass ist

Trass ist ein Tuffgestein aus der Asche von Vulkanausbrüchen. In Deutschland stammt er vor allem aus der Eifel. Das Gestein hat eine Eigenschaft, die schon die Römer genutzt haben: Es ist ein Puzzolan. Für sich allein härtet es nicht, zusammen mit Kalk und Wasser aber bildet es feste, wasserunlösliche Verbindungen. Normiert ist Trass als Zusatzstoff in der DIN 51043.

Warum Trass Ausblühungen verhindert

Wenn gewöhnlicher Portlandzement abbindet, entsteht als Nebenprodukt Calciumhydroxid, also gelöschter Kalk. Er ist wasserlöslich. Regen und Feuchtigkeit transportieren ihn an die Oberfläche, dort reagiert er mit dem Kohlendioxid der Luft zu Kalk – die bekannten weißen Ausblühungen und Kalkschleier.

Trass reagiert mit genau diesem Calciumhydroxid und baut es in feste Verbindungen ein. Es bleibt weniger freier Kalk übrig, der wandern könnte. Deshalb verfärben sich poröse Natursteine wie Sandstein, Granit mit hellen Flächen oder Schiefer weniger, und Fugen bleiben sauberer.

Zusammensetzung und Norm

Trasszement ist nach DIN EN 197-1 ein Portlandpuzzolanzement, meist CEM II/B-P. Er enthält zu einem Anteil von grob einem Fünftel bis gut einem Drittel natürliches Puzzolan, den Rest Portlandzementklinker. Die Festigkeitsklasse steht auf dem Sack, üblich sind 32,5 und 42,5 (Druckfestigkeit nach 28 Tagen in N/mm²).

Davon zu unterscheiden:

TrasszementDas Bindemittel, gemischt wird selbst mit Sand.
TrasszementmörtelFertige Mischung aus Trasszement und Sand, nur noch Wasser dazu.
TrasskalkKalk mit Trass, weicher und diffusionsoffener, für Mauerwerk im Altbau und Putz.
Portlandzement CEM IOhne Trass, schneller fest, aber mit mehr Ausblühneigung.

Die Eigenschaften im Vergleich

Dichter. Die zusätzlichen Reaktionsprodukte füllen Poren. Der Mörtel nimmt weniger Wasser auf und ist widerstandsfähiger gegen Frost und gelöste Salze.

Geschmeidiger. Trasszement hält das Anmachwasser länger. Er lässt sich gut verarbeiten und bleibt länger offen – angenehm beim Verlegen von Platten.

Langsamer. Die Puzzolanreaktion braucht Zeit. Die Anfangsfestigkeit ist geringer als bei reinem Portlandzement, die Endfestigkeit wird später erreicht. Frischer Trassmörtel muss deshalb länger feucht gehalten und geschützt werden.

Etwas elastischer. Kleine Bewegungen im Mauerwerk steckt er besser weg, Haarrisse sind seltener.

Wo Trasszement eingesetzt wird

  • Natursteinmauern und Trockenmauern mit Mörtelkern im Garten.
  • Naturstein- und Betonplatten im Mörtelbett auf Terrasse und Weg.
  • Pflaster in gebundener Bauweise.
  • Wasserbau: Teichränder, Brunnen, Bachläufe, Uferbefestigungen.
  • Sockel und erdberührte Bauteile, die dauerhaft feucht sind.
  • Denkmalpflege, wo historische Trassmörtel ergänzt werden.

Für ein normales Betonfundament oder einen Estrich ist Trasszement nicht nötig. Welches Bindemittel wofür taugt, steht im Überblick Zement, Mörtel, Putz oder Beton.

Selbst anmischen

Als Mauermörtel mischen Sie etwa 1 Teil Trasszement mit 3 bis 4 Teilen Sand der Körnung 0–4 mm. Wasser zugeben, bis eine geschmeidige, nicht fließende Masse entsteht. Für Verlegemörtel unter Platten wird oft etwas steifer gemischt. Sauberer, gewaschener Sand ist Pflicht – Lehmanteile schwächen den Mörtel und verfärben.

Bequemer ist fertiger Trasszementmörtel, bei dem nur noch Wasser dazukommt. Für die Mischung selbst lohnt ein Mörtelrührer.

Nachbehandlung

  1. Nicht unter 5 °C verarbeiten und das frische Mauerwerk auch in den Folgenächten vor Frost schützen.
  2. Feucht halten. Bei Sonne und Wind die ersten Tage abdecken oder leicht benetzen, sonst fehlt das Wasser für die langsame Reaktion.
  3. Vor Schlagregen schützen, ausgespültes Bindemittel hinterlässt Schleier.
  4. Erst nach etwa einer Woche belasten, die volle Festigkeit kommt nach vier Wochen und später.

Wenn doch etwas ausblüht

Leichte Kalkschleier in den ersten Monaten verschwinden oft von selbst, weil Regen sie abwäscht. Trockenes Abbürsten mit einer harten Bürste hilft ebenfalls. Hartnäckige Beläge auf Granit, Basalt oder Klinker lassen sich mit einem Zementschleierentferner lösen – auf Kalkstein, Marmor oder Travertin nie Säure verwenden, sie greift den Stein selbst an. Vorher immer an einer unauffälligen Stelle testen. Wie das im Einzelnen geht, steht beim Zementschleier entfernen.

Sicherheit

Trasszement ist wie jeder Zement stark alkalisch. Frischer Mörtel verätzt Haut und Augen. Tragen Sie Handschuhe aus Nitril oder mit Nitrilbeschichtung, lange Kleidung und beim Anmischen eine Schutzbrille. Spritzer sofort mit viel Wasser abwaschen.

Häufige Fragen

Verhindert Trasszement Ausblühungen ganz?

Nein, er verringert sie deutlich. Ausblühungen können auch aus Salzen im Stein oder im Boden stammen; dagegen hilft Trass nur bedingt.

Ist Trasszement teurer?

Etwas. Ein 25-kg-Sack kostet mehr als normaler Portlandzement, der Unterschied ist bei kleinen Mengen aber gering.

Kann ich Trasszement für Fliesen innen nehmen?

Fliesen werden heute mit Fliesenkleber verlegt. Für Naturstein innen gibt es spezielle, verfärbungsarme Kleber, die sich besser eignen.

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