Trapezblech verlegen

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Trapezblech ist die schnelle, günstige Dachdeckung für Carport, Gartenhaus, Schuppen und Unterstand. Die Verlegung ist kein Hexenwerk, aber voller Details. Die meisten Undichtigkeiten entstehen nicht im Blech, sondern an Überlappungen, Schrauben und Kanten. Wer die Reihenfolge richtig wählt, bekommt ein Dach, das Jahrzehnte hält.
Was Trapezblech ist
Trapezblech ist Stahl- oder Aluminiumblech, das in trapezförmige Rippen gekantet wurde. Die Form macht das dünne Blech steif genug, um mehrere Meter zwischen den Auflagern zu überbrücken. Übliche Blechstärken liegen zwischen etwa 0,4 und 1,5 mm, die Profilhöhe zwischen rund 20 und 50 mm. Stahlbleche sind verzinkt und meist zusätzlich farbbeschichtet.
Billigbleche mit 0,25 bis 0,3 mm aus dem Discount-Set reichen für einen Geräteschuppen, bei Schnee und Wind stoßen sie schnell an Grenzen. Für ein Carport sollten es mindestens 0,5 mm sein, und der Hersteller muss die Spannweite nennen.
Mindestneigung und Wasserablauf
Trapezblech braucht Gefälle. Als Faustwert gelten mindestens 5 Grad, bei durchgehenden Blechen ohne Querstoß mit hohen Profilen und nach Herstellerangabe auch etwas weniger. Bei flacheren Dächern ohne Querstoß arbeiten, also mit Blechen in voller Dachlänge. Das Wasser muss in den Tiefsicken frei bis zur Rinne laufen können.
Die Unterkonstruktion
Die Bleche liegen quer auf Pfetten oder Latten aus Holz oder Stahl. Den Abstand der Auflager bestimmen Profil, Blechstärke und Schneelast – die Herstellertabelle sagt, wie weit Sie spannen dürfen. Für ein normales Carport liegen die Abstände häufig bei 80 bis 120 cm, bei dünnen Blechen und Schneelast darunter.
Die Auflager müssen eben und in einer Flucht liegen, sonst verdreht sich das Blech und die Überlappungen klaffen. Holzlatten vorher mit der Schnur ausrichten und unterfüttern.
Lagern und transportieren
Trapezbleche werden schräg und trocken gelagert, abgedeckt, aber belüftet. Liegen nasse Bleche dicht aufeinander, entsteht Weißrost auf der Verzinkung – unansehnliche Flecken, die die Beschichtung schwächen. Beim Tragen lange Bleche hochkant und mit mehreren Personen tragen; ab etwa 6 m Länge sind drei Leute je Seite sinnvoll. Die Bleche nie übereinander schleifen, das zerkratzt die Beschichtung.
Schneiden: ohne Winkelschleifer

Der Winkelschleifer ist tabu. Die Hitze verbrennt Zink und Beschichtung an der Kante, und die glühenden Funken brennen sich in die umliegenden Bleche ein – dort rostet es wenig später punktförmig. Richtig sind ein Knabber (Nibbler), eine elektrische Blechschere oder eine Handkreissäge mit speziellem Blechsägeblatt. Kurze Schnitte gehen auch mit der Handblechschere. Wie die Werkzeuge sich unterscheiden, steht beim Blech zuschneiden.
Die Verlegerichtung
Beginnen Sie auf der wetterabgewandten Seite und arbeiten Sie gegen die Hauptwindrichtung. So liegt jede seitliche Überlappung mit der offenen Kante im Windschatten, und Regen wird nicht unter die Rippe gedrückt.
- Seitlich überlappen die Bleche um eine Rippe.
- In der Länge (Querstoß) überdeckt das obere Blech das untere um mindestens 150 bis 200 mm, bei flacher Neigung mehr. In den Querstoß gehört ein Dichtband, etwa Butylband.
- Zuerst die Traufe, dann nach oben zum First.
Verschrauben
Verwendet werden Bohrschrauben mit EPDM-Dichtscheibe, meist 4,8 oder 6,5 mm Durchmesser. Ob im Hochsick oder im Tiefsick verschraubt wird, schreibt der Profilhersteller vor – viele sehen bei Dächern das Hochsick vor, weil dort kein Wasser steht, andere aus statischen Gründen das Tiefsick.
Ziehen Sie die Schrauben nur so fest an, dass die Dichtscheibe leicht wulstet. Zu fest gequetscht reißt sie, zu locker leckt sie. Als Anhalt: an jeder Pfette jede zweite Sicke, am Rand und an der Traufe jede Sicke, an den seitlichen Überlappungen zusätzlich Nähte mit Blindnieten oder Heftschrauben etwa alle 40 bis 50 cm. Bohrspäne sofort abkehren – sie rosten auf dem Blech und hinterlassen braune Punkte.
Kondenswasser: das unterschätzte Problem
Unter einem kalten Blechdach tropft es in klaren Nächten, weil Luftfeuchtigkeit an der Unterseite kondensiert. Über dem Auto stört das wenig, über Werkbank, Holzlager oder im Gartenhaus sehr. Abhilfe schaffen Bleche mit werkseitigem Antikondensvlies auf der Unterseite. Nachrüsten lässt sich das kaum; bestellen Sie es gleich mit. Gute Belüftung unter dem Dach hilft zusätzlich.
Anschlüsse und Abschlüsse
Ortgang, First und Wandanschluss werden mit passenden Formteilen im Blechprogramm des Herstellers geschlossen. An der Traufe verhindern Profilfüller aus Schaumstoff, dass Vögel und Insekten in die Sicken kriechen. Die Dachrinne sitzt so, dass das Blech 5 bis 8 cm hineinragt. Wie ein kleines Vordach auf diese Weise gedeckt wird, steht bei Vordach für die Haustür.
Sicherheit auf dem Dach
Trapezblech ist nur begehbar, wenn es auf den Pfetten betreten wird – zwischen den Auflagern knickt es ein. Legen Sie Laufbohlen quer über mehrere Pfetten. Lichtplatten tragen niemanden. Ab etwa 3 m Absturzhöhe gehören Gerüst oder Absturzsicherung dazu; bei Wind bleiben Sie unten, denn eine große Blechtafel wirkt wie ein Segel.
Häufige Fragen
Brauche ich für ein Carport eine Baugenehmigung?
Das regelt die Landesbauordnung. Kleine Carports sind oft verfahrensfrei, Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten trotzdem. Vorher beim Bauamt nachfragen.
Was kostet Trapezblech?
Einfache verzinkte Bleche gibt es ab etwa 8 bis 10 Euro je Quadratmeter, farbbeschichtete in 0,5 mm mit Antikondensvlies liegen meist bei 15 bis 30 Euro.
Kann ich allein verlegen?
Kurze Bleche ja, lange nicht. Schon ein 4-m-Blech ist allein auf dem Dach kaum zu handhaben, bei Wind gar nicht.



