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Heimwerker-Berater

Bleche zuschneiden - Mit diesen Werkzeugen gelingt es

Haus & Bauvon Christoph6 Min. · 11 Abschnitte
Bleche zuschneiden - Mit diesen Werkzeugen gelingt es
Inhalt11 Abschnitte
  1. Erst messen, dann Werkzeug wählen
  2. Die Handschere und ihre Farbcodes
  3. Die Handhebelschere für gerade Zuschnitte
  4. Elektrische Scheren und Knabber
  5. Die Stichsäge für Ausschnitte
  6. Winkelschleifer: schnell, aber nicht überall erlaubt
  7. Edelstahl zuschneiden
  8. Aluminium zuschneiden
  9. Anreißen, spannen, entgraten
  10. Schutzausrüstung
  11. Häufige Fragen

Ob ein Blechzuschnitt sauber wird, entscheidet fast ausschließlich die Frage, ob das Werkzeug zur Materialstärke passt. Bis etwa 1 mm Stahlblech reicht eine gute Handschere, bis 2 mm eine Hebelschere, darüber wird gesägt, getrennt oder beim Metallhändler geschnitten. Wer diese Grenzen kennt, spart sich verbogene Kanten, ausgefranste Schnitte und blaue Finger.

Erst messen, dann Werkzeug wählen

Bevor Sie irgendetwas kaufen, messen Sie die Blechstärke mit einem Messschieber. Die Angabe „Feinblech“ hilft wenig, denn der Begriff umfasst alles unter 3 mm. Für die Werkzeugwahl zählen drei Dinge: die Dicke, das Material und die Form des Schnitts. Weiches Aluminium lässt sich bei gleicher Stärke deutlich leichter schneiden als Stahl, Edelstahl dagegen ist zäher und verlangt mehr Kraft als normaler Baustahl. Faustregel: Die Herstellerangabe einer Schere gilt fast immer für weichen Stahl – bei Edelstahl rechnen Sie mit etwa zwei Dritteln davon.

WerkzeugStahlblech bis etwaGeeignet für
Handblechschere1 mmkurze gerade Schnitte, Kurven
Hebel-Handschere (Kompaktschere)1,2–1,5 mmlängere Schnitte mit weniger Kraft
Handhebelschere auf der Werkbank2 mmgerade Zuschnitte, Streifen
Elektro-Blechschere, Knabberje nach Modell 1,5–2 mmlange Schnitte, Profilbleche
Stichsäge mit Metallblattetwa 3 mmAusschnitte, Radien
Winkelschleifer mit Trennscheibeauch dickergerade Schnitte in unbeschichtetem Material

Die Handschere und ihre Farbcodes

Bei den klassischen Handblechscheren gibt es Durchlaufscheren für lange gerade Schnitte, Idealscheren für gerade und leicht gebogene Linien und Lochscheren für enge Radien. Viele Hersteller kennzeichnen die Schneidrichtung über die Griffe: gelb schneidet gerade, rot nach links, grün nach rechts. Die Richtung ist keine Nebensache, denn der abgeschnittene Streifen muss zur Seite weglaufen können, sonst klemmt die Schere und der Rand verzieht sich.

Für alles über 1 mm oder für viele Meter Schnittlänge lohnt eine Hebelschere mit Übersetzung. Sie braucht spürbar weniger Handkraft, schneidet aber genauso nur so weit, wie der Arm reicht – die Kante wird bei jedem Nachsetzen minimal unruhig.

Die Handhebelschere für gerade Zuschnitte

Die Handhebelschere wird auf die Werkbank geschraubt und arbeitet wie eine große Papierschneidemaschine. Ein langer Hebel übersetzt die Kraft auf ein feststehendes und ein bewegliches Messer, dadurch entstehen in Blechen bis etwa 2 mm gerade, gratarme Schnitte. Sie ist das Standardwerkzeug, wenn Sie viele Streifen gleicher Breite brauchen, etwa für Abdeckungen oder Winkel, die Sie anschließend biegen.

Schwächen hat sie bei Kurven und Ausschnitten: die kann sie nicht. Achten Sie außerdem darauf, dass der Niederhalter das Blech fest aufs Messer drückt. Ohne ihn kippt dünnes Blech beim Schnitt und wird zwischen den Messern eingezogen.

Elektrische Scheren und Knabber

Für lange Schnitte in Dach- und Fassadenblech gibt es Elektro-Blechscheren und Knabber, auch Nibbler genannt. Die Schere arbeitet mit einem oszillierenden Messer und hinterlässt eine glatte Kante; der Knabber stanzt mit einem Stempel viele kleine Halbmonde heraus. Der Knabber kann Wellen und Trapezprofile schneiden, ohne das Blech zu verformen, dafür hinterlässt er einen Streifen Späne, die Sie sofort zusammenkehren sollten. Liegen die Späne auf verzinktem oder beschichtetem Blech, rosten sie dort fest und hinterlassen braune Punkte.

Die Stichsäge für Ausschnitte

Eine Stichsäge mit feinem Metallsägeblatt schneidet Ausschnitte, Rundungen und Aussparungen, die mit keiner Schere gehen. Wichtig ist die Zahnteilung: Es sollten immer mindestens drei Zähne gleichzeitig im Material stecken, sonst haken die Zähne und brechen aus. Für dünnes Blech heißt das: das feinste Metallblatt nehmen, Pendelhub aus, niedrige bis mittlere Drehzahl.

Dünnes Blech flattert unter der Säge. Abhilfe schafft ein Sandwich: das Blech zwischen zwei dünne Sperrholzplatten spannen und alles zusammen sägen. Das Anzeichnen erledigen Sie dann auf dem Holz. Ein Streifen Malerkrepp unter der Grundplatte schützt beschichtete Oberflächen vor Kratzern.

Winkelschleifer: schnell, aber nicht überall erlaubt

Mit einem Winkelschleifer und einer 1 mm dünnen Trennscheibe geht fast jeder gerade Schnitt schnell. Der Preis dafür sind Funkenflug, Hitze und ein ordentlicher Grat. Auf unbeschichtetem Stahl ist das in Ordnung.

Auf verzinktem, beschichtetem oder lackiertem Blech ist der Winkelschleifer tabu. Die Hitze verbrennt die Beschichtung entlang der Schnittkante, und die glühenden Späne brennen sich in die Oberfläche ringsum ein. Beides rostet innerhalb weniger Wochen. Viele Hersteller von Dach- und Wandprofilen schließen das Trennen mit der Flex in ihren Verlegeanleitungen ausdrücklich aus, auch beim Trapezblech. Für diese Materialien sind Knabber oder Elektroschere das richtige Werkzeug.

Edelstahl zuschneiden

Edelstahl, etwa V2A, ist zäh und verfestigt sich beim Bearbeiten. Stumpfe Messer rutschen ab, eine zu langsam geführte Säge macht das Material an der Schnittstelle nur noch härter. Arbeiten Sie deshalb mit scharfem Werkzeug, gleichmäßigem Vorschub und – beim Sägen – etwas Schneidöl.

Eine zweite Falle ist Fremdrost. Werkzeuge, mit denen vorher normaler Stahl bearbeitet wurde, tragen winzige Eisenpartikel auf den Edelstahl, die dort anrosten. Für Edelstahl gehören eigene Scheiben mit der Kennzeichnung INOX und eigene Bürsten dazu. Ab etwa 2 bis 3 mm Stärke oder bei Formteilen ist ein Zuschnitt per Laser, Plasma oder Wasserstrahl beim Metallhändler meist die bessere Wahl: Er ist maßhaltig, hat keinen Verzug und kostet für ein paar Teile weniger, als man denkt.

Aluminium zuschneiden

Aluminium ist weich und lässt sich bis etwa 2 mm mit allen genannten Scheren schneiden. Das Problem ist ein anderes: Es schmiert. Sägeblätter setzen sich zu, die Späne verkleben. Ein Tropfen Spiritus oder Schneidöl auf der Schnittlinie verhindert das zuverlässig. Sehr dünnes Aluminiumblech lässt sich außerdem mit einem Cuttermesser mehrfach anritzen und entlang der Linie durch Hin- und Herbiegen brechen – bei dünnen Alu-Abdeckungen oft die schnellste Methode.

Anreißen, spannen, entgraten

  1. Anreißen. Auf blankem Metall eine Reißnadel und einen Anschlagwinkel verwenden, auf beschichtetem Blech einen feinen Folienstift. Eine Reißnadel ritzt die Beschichtung und hinterlässt eine Roststelle.
  2. Spannen. Das Blech mit mindestens zwei Zwingen auf der Werkbank fixieren, Schnittlinie knapp über der Kante. Weiche Zwischenlagen schützen die Oberfläche.
  3. Schneiden. Gleichmäßig durchziehen, nicht absetzen und neu ansetzen, wenn es sich vermeiden lässt.
  4. Entgraten. Jede Schnittkante mit einer Feile oder einem Entgrater brechen. Der Grat ist scharf wie ein Messer und die häufigste Ursache für Schnittverletzungen.

Schutzausrüstung

Blechkanten schneiden tief und unauffällig. Tragen Sie Handschuhe mit Schnittschutz, bei Scheren- und Sägearbeiten eine Schutzbrille, beim Winkelschleifer zusätzlich Gehörschutz. Frisch geschnittene Streifen rollen sich gern ein und springen beim letzten Zentimeter weg – halten Sie die freie Hand nicht in dieser Richtung.

Häufige Fragen

Womit schneide ich Blech am saubersten?

Für gerade Schnitte bis 2 mm mit der Handhebelschere, für Profilblech mit einer elektrischen Schere. Beide hinterlassen kaum Grat und keine Hitze.

Kann ich Blech mit der Kreissäge schneiden?

Nur mit einem ausdrücklich für Metall freigegebenen Blatt und einer Säge, die dafür ausgelegt ist. Ein normales Holzsägeblatt ist dafür nicht gedacht – die Zähne brechen aus und werden zu Geschossen.

Welches Werkzeug für Dachbleche aus Titanzink?

Titanzinkblech ist weich und wird mit Hand- oder Hebelscheren geschnitten, für längere Strecken mit der Elektroschere. Die Flex scheidet aus, weil die Hitze die Oberfläche schädigt.

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Ein Leserkommentar

  1. Blechbearbeitung Online

    Das Schneiden von Blechen ist fester Bestandteil vieler Fertigungsprozesse. Dabei sind der Laser für Dünnbleche und der Wasserstrahl bei dickeren Materialstärken in Sachen Präzision und Wirtschaftlichkeit kaum zu übertreffen. Doch findet auch das traditionelle Scheren noch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Gerade im Prototypenbau oder bei Reparaturarbeiten ist das Handscheren weit verbreitet und liefert exakte Ergebnisse.

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