Mörtelspritze

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Eine Mörtelspritze – auch Fugenpistole für Mörtel oder Mörtelpresse genannt – drückt Mörtel über eine Düse direkt in die Fuge. Das geht schneller und sauberer als mit der Fugenkelle, vor allem bei Klinker, Naturstein und tiefen Fugen. Voraussetzung ist ein Mörtel, der fein genug ist, und eine Reinigung sofort nach der Arbeit – sonst ist die Spritze nach dem ersten Einsatz Schrott.
So funktioniert sie
Die Mörtelspritze sieht aus wie eine übergroße Kartuschenpistole. Ein Zylinder aus Aluminium, Stahl oder Kunststoff wird mit Mörtel gefüllt, vorn sitzt eine auswechselbare Düse. Ein Kolben, der über einen Hebelgriff vorgeschoben wird, presst den Mörtel heraus. Übliche Füllmengen liegen bei 500 bis 1000 ml. Größere Geräte arbeiten mit Druckluft oder einem Akku-Antrieb.

Die Bauarten
| Bauart | Eignung |
| Handbetriebene Mörtelspritze | Verfugen einzelner Wände, Reparaturen, Heimwerker |
| Akku- oder Elektro-Mörtelspritze | große Fugenflächen, gleichmäßiger Druck, schont die Hände |
| Druckluft-Mörtelspritze | Profis mit Kompressor, sehr große Flächen |
| Fugenbeutel | günstig, aber anstrengend und ungenau |
Für das Auftragen von Putz auf ganze Wände ist sie nicht gedacht. Dafür gibt es die Handmörtelpumpe und die Putzpistole. Mit der Kartuschenpresse für Silikon, der Fugenpistole, hat die Mörtelspritze nur die Form gemeinsam.
Wofür sie sich eignet
- Klinker- und Ziegelfassaden neu verfugen, nachdem die alten Fugen ausgekratzt wurden.
- Natursteinmauern mit unregelmäßigen, tiefen Fugen.
- Pflaster und Platten mit gebundenem Fugenmörtel.
- Fliesen im Außenbereich mit breiten Fugen.
- Anschlussfugen an Fenster- und Türlaibungen, sofern Mörtel dort überhaupt richtig ist.
Der Vorteil gegenüber der Kelle: Der Mörtel wird mit Druck bis in den Fugengrund gebracht, es bleiben keine Hohlräume, und die Steinoberfläche wird kaum verschmutzt. Das spart vor allem bei empfindlichem Klinker viel Reinigungsarbeit.
Welcher Mörtel passt
Der Mörtel muss feinkörnig und pumpfähig sein. Fugenmörtel mit einer maximalen Körnung von etwa 1 bis 2 mm funktioniert gut, grober Mauermörtel verstopft die Düse. Die Konsistenz sollte weich-plastisch sein, etwas weicher als beim Mauern, aber nicht flüssig – sonst läuft er aus der Fuge und hinterlässt Schlieren auf dem Stein. Viele Hersteller von Fugenmörtel geben an, ob ihr Produkt mit Spritze verarbeitet werden kann.
Selbst gemischter Mörtel aus Baustellensand ist meist ungeeignet, weil einzelne grobe Körner die Düse blockieren. Bei alten Klinker- und Natursteinmauern kommt eine zweite Frage hinzu: Der Fugenmörtel sollte nicht härter sein als der Stein. Für historisches Mauerwerk sind deshalb oft kalkgebundene Fugenmörtel die richtige Wahl, nicht harter Zementmörtel.
Schritt für Schritt verfugen
- Fugen vorbereiten. Alte Fugen etwa 1,5 bis 2 cm tief auskratzen, Staub ausblasen oder ausbürsten.
- Fugen vornässen, damit der Stein dem Mörtel nicht das Wasser entzieht. Der Stein soll feucht sein, nicht nass.
- Passende Düse wählen. Die Düse sollte etwas schmaler als die Fuge sein.
- Spritze füllen. Mörtel mit einer Kelle oder durch Ansaugen aus dem Eimer einfüllen, ohne Lufteinschlüsse.
- Fuge von hinten füllen. Düse bis in den Fugengrund führen und beim Pressen langsam herausziehen, erst die Stoßfugen, dann die Lagerfugen.
- Fugen glätten, sobald der Mörtel etwas angezogen hat, mit einem Fugeisen oder Fugenholz.
- Überschuss abbürsten, wenn er angetrocknet ist, nicht nass verschmieren.
Reinigung – sofort und gründlich
Mörtel härtet in der Spritze genauso aus wie in der Fuge. Nach der Arbeit, und bei längeren Pausen auch zwischendurch, wird die Spritze zerlegt: Kolben heraus, Düse ab, alles mit Wasser und einer Bürste reinigen. Dichtungen prüfen und trocknen lassen. Metallteile vor dem Zusammenbauen leicht einfetten, damit der Kolben leichtgängig bleibt und nichts rostet.
Lagerung
Trocken und zerlegt lagern, Dichtungen nicht geknickt. Bei Aluminiumzylindern ist Korrosion kaum ein Thema, Stahlzylinder brauchen einen dünnen Ölfilm. Ersatzdichtungen und Düsen gibt es für die meisten Modelle einzeln.
Was sie kostet
Einfache Handmodelle gibt es ab etwa 30 bis 50 Euro. Robuste Geräte mit Alu- oder Stahlzylinder und mehreren Düsen kosten 60 bis 150 Euro. Akku- und Druckluftgeräte für Profis liegen deutlich darüber, teilweise bei mehreren hundert Euro.
Typische Fehler
- Zu grober Mörtel. Die Düse verstopft nach wenigen Zentimetern.
- Zu trockene Fugen. Der Mörtel reißt oder löst sich später von den Flanken.
- In praller Sonne verfugt. Der Mörtel trocknet zu schnell und wird mürbe.
- Spritze erst am nächsten Tag gereinigt. Dann bleibt nur noch der Hammer.
Häufige Fragen
Kann man die Mörtelspritze mit einer Hand bedienen?
Handbetriebene Modelle ja, sie werden wie eine Kartuschenpresse gehalten. Bei langen Fugen ermüdet die Hand allerdings schnell, dann sind Akku-Modelle angenehmer.
Eignet sie sich für Fugen zwischen Fliesen in Innenräumen?
Für schmale Fliesenfugen innen ist sie meist überdimensioniert. Dort arbeitet man mit Fugbrett und Schwamm schneller.
Wie viel Mörtel braucht man?
Das hängt von Fugenbreite, Tiefe und Steinformat ab. Bei Klinkerfassaden mit 1 cm breiten und 1,5 cm tiefen Fugen kommen grob 4 bis 6 kg Fugenmörtel je Quadratmeter zusammen.



