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Heimwerker-Berater

Zement, Mörtel, Putz oder Beton... Wann verwendet man was?

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Zement, Mörtel, Putz oder Beton... Wann verwendet man was?
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Grundregel in einer Tabelle
  2. Zement: das Bindemittel
  3. Mörtel: Bindemittel plus Sand
  4. Putz: Mörtel auf der Wand
  5. Beton: Zement plus Kies
  6. Typische Mischungsverhältnisse
  7. Fertigmischung oder selbst mischen?
  8. Häufige Fehler
  9. Häufige Fragen

Zement, Mörtel, Putz und Beton werden im Alltag gern durcheinandergeworfen, dabei ist die Sache übersichtlich: Zement ist der Kleber, Mörtel und Beton sind die Mischungen daraus, Putz ist Mörtel an der Wand. Der Unterschied zwischen Mörtel und Beton liegt vor allem in der Korngröße des Zuschlags. Wer das einmal verstanden hat, greift im Baumarkt nicht mehr zum falschen Sack.

Die Grundregel in einer Tabelle

BaustoffBestandteileGrößtkornEinsatz
Zementgebrannter und gemahlener KlinkerPulverBindemittel, nie allein verwendet
MörtelBindemittel + Sand + Wasserbis 4 mmMauern, Verlegen, Ausbessern
PutzMörtel, auf Flächen aufgetragenmeist bis 4 mmWände und Decken beschichten
BetonZement + Kies + Sand + Wasserüber 4 mm, oft 16 oder 32 mmFundamente, Bodenplatten, tragende Bauteile
EstrichZement oder Calciumsulfat + Sandmeist bis 8 mmFußbodenaufbau

Zement: das Bindemittel

Zement entsteht, wenn Kalkstein und Ton bei rund 1.450 °C zu Klinker gebrannt und anschließend mit etwas Gips fein gemahlen werden. Mit Wasser angerührt, bildet er Kristalle, die Sand und Kies zu Stein verkleben. Er erhärtet hydraulisch, also auch unter Wasser und ohne Luft.

Die Normzemente nach DIN EN 197-1 heißen CEM I bis CEM V. CEM I ist reiner Portlandzement mit mindestens 95 Prozent Klinker; die anderen Sorten enthalten Hüttensand, Kalkstein, Flugasche oder andere Zusätze. Die Zahl dahinter – 32,5, 42,5 oder 52,5 – nennt die Mindestdruckfestigkeit in N/mm² nach 28 Tagen. Für Heimwerker ist CEM II 32,5 oder 42,5 das übliche Produkt.

Eine besondere Rolle spielt Trasszement, dem vulkanisches Trassgestein beigemischt ist. Er verringert Ausblühungen und wird deshalb gern bei Naturstein verwendet; siehe Trasszement.

Mörtel: Bindemittel plus Sand

Mörtel besteht aus einem Bindemittel, Sand mit höchstens 4 mm Korn und Wasser. Als Bindemittel dienen Zement, Kalk, Gips oder eine Kombination daraus. Nach dem Bindemittel unterscheidet man:

  • Kalkmörtel: weich, elastisch, diffusionsoffen, für Altbau und Innenwände. Siehe Kalkmörtel und Weißkalkhydrat.
  • Kalkzementmörtel: der Allrounder für normales Mauerwerk innen und außen.
  • Zementmörtel: hart und fest, für Kellermauerwerk, Sockel und stark belastete Bereiche.
  • Dünnbettmörtel: feinkörnig, für Plansteine und Porenbeton mit nur wenigen Millimetern Fugendicke; siehe Dünnbettmörtel.
  • Schamottemörtel und feuerfester Mörtel: für Kamin, Ofen und Grill, hitzebeständig bis über 1.000 °C; siehe Schamottemörtel.

Mauermörtel wird nach DIN EN 998-2 in Festigkeitsklassen eingeteilt, etwa M 2,5, M 5 oder M 10. Ältere Unterlagen sprechen noch von Mörtelgruppen I bis III. Welche Klasse nötig ist, gibt der Steinhersteller oder die Statik vor.

Putz: Mörtel auf der Wand

Putz ist Mörtel, der flächig auf Wände und Decken aufgetragen wird. Er schützt das Mauerwerk, gleicht Unebenheiten aus und bildet den Untergrund für Farbe und Tapete. Unterschieden wird nach Ort und Bindemittel:

Innen sind Gipsputz (glatt, schnell, nicht für Feuchträume), Kalkputz (feuchteregulierend) und Kalkzementputz (robust, auch im Bad) üblich.

Außen kommen Kalkzementputz und Zementputz zum Einsatz, als Oberputz oft mit Struktur: Kratzputz, Scheibenputz, Rauputz. Auf gedämmten Fassaden werden meist Kunstharz- oder Silikatputze verwendet.

Wichtige Regel für mehrlagigen Putz: Die äußere Schicht darf nicht fester sein als die darunterliegende. Sonst reißt der harte Oberputz den weichen Unterputz ab. Wie man verputzt, steht bei Außenwand verputzen.

Innenputz wird aufgetragen
Innenputz wird aufgetragen | Foto: kalinovsky / Depositphotos.com

Beton: Zement plus Kies

Beton unterscheidet sich von Mörtel durch die grobe Gesteinskörnung. Übliche Sieblinien sind 0/16 oder 0/32 mm. Die groben Körner bilden ein tragfähiges Gerüst, der Zementleim füllt die Zwischenräume. So entstehen Festigkeiten, die Mörtel nie erreicht.

Die Festigkeitsklasse steht als C 20/25 oder ähnlich auf dem Sack. Die erste Zahl ist die Druckfestigkeit am Zylinder, die zweite am Würfel, jeweils in N/mm². Für Pfostenfundamente und Gartenmauern genügt C 20/25, für Bodenplatten und Bewehrtes gibt die Statik die Klasse vor. Für Sauberkeitsschichten und Unterbau reicht Magerbeton.

Typische Mischungsverhältnisse

Beton für Fundamente1 Teil Zement : 4 Teile Kiessand 0/16, Wasser bis erdfeucht bis weich
Zementmörtel1 Teil Zement : 3–4 Teile Sand 0/4
Kalkzementmörtel1 Teil Zement : 1–2 Teile Kalkhydrat : 6–8 Teile Sand
Kalkmörtel1 Teil Kalkhydrat : 3 Teile Sand

Die Angaben gelten nach Raumteilen und sind Richtwerte. Für alles, was trägt, sind Fertigmischungen mit geprüfter Festigkeit die sicherere Wahl.

Fertigmischung oder selbst mischen?

Fertigmischungen enthalten Bindemittel und Zuschlag im richtigen Verhältnis, oft mit Zusätzen für bessere Verarbeitung. Man gibt nur noch Wasser dazu. Das ist teurer, aber gleichmäßig und für kleine Mengen unschlagbar praktisch. Wer größere Mengen Beton braucht, mischt selbst im Freifallmischer oder bestellt Transportbeton; ab etwa einem Kubikmeter lohnt der Lieferwagen. Hinweise zum Anrühren gibt die Anleitung zum Mörtelanrühren.

Häufige Fehler

  • Zu viel Wasser. Macht die Masse geschmeidig und das Ergebnis schwach. Jeder zusätzliche Liter senkt die Festigkeit.
  • Zu schnell getrocknet. Beton und Zementmörtel brauchen Feuchtigkeit zum Erhärten. Bei Sonne und Wind die Oberfläche einige Tage feucht halten.
  • Bei Frost verarbeitet. Unter etwa 5 °C erhärtet Zement kaum noch, gefrorenes Wasser sprengt das Gefüge.
  • Gipsputz im Bad oder außen. Gips ist nicht feuchtebeständig.
  • Beton statt Mörtel zum Mauern. Die groben Körner verhindern dünne, gleichmäßige Fugen.

Häufige Fragen

Kann ich einfach Zement mit Wasser nehmen?

Nein. Reiner Zementleim schwindet stark und reißt. Er braucht Sand oder Kies als Gerüst.

Sind alle Mörtel feuerfest?

Nein. Normaler Zement- oder Kalkmörtel verträgt dauerhafte Hitze schlecht und platzt ab. Für Kamin, Ofen und Grill braucht es feuerfesten oder Schamottemörtel.

Wie lange muss Beton aushärten?

Begehbar ist er nach ein bis zwei Tagen, belastbar nach etwa einer Woche. Seine Normfestigkeit erreicht er nach 28 Tagen.

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