Beton bohren: Tipps und Anleitungen!

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Beton ist der härteste Untergrund, den Heimwerker üblicherweise anbohren. Mit der falschen Maschine qualmt der Bohrer, und nach zwei Zentimetern ist Schluss. Mit einem Bohrhammer und einem ordentlichen Hartmetallbohrer ist dasselbe Loch in Sekunden fertig – die Maschine entscheidet mehr als die Muskelkraft.
Welche Maschine für welches Loch
| Maschine | Geeignet für | Grenzen |
| Akkuschrauber ohne Schlag | gar nicht für Beton | kein Vortrieb |
| Schlagbohrmaschine | gelegentliche Dübellöcher bis etwa 8–10 mm | mühsam, hoher Verschleiß |
| Bohrhammer SDS-plus | Dübellöcher bis etwa 26 mm, Durchbrüche | größere Löcher langsam |
| Kombihammer SDS-max | große Bohrungen, Meißelarbeiten | schwer, teuer |
| Diamant-Kernbohrgerät | Rohrdurchführungen, große Durchmesser | Fachwissen, Wasserkühlung |
Der Unterschied zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer liegt im Schlagwerk: Die Schlagbohrmaschine erzeugt viele kleine Schläge über zwei Rastenscheiben, der Bohrhammer wenige, aber kräftige Schläge über ein elektropneumatisches Schlagwerk. In Beton ist das ein Unterschied wie zwischen Klopfen und Hämmern. Siehe Bohrhammer mit Meißel und Schlagbohrmaschine.
Der richtige Bohrer
Für Beton braucht es einen Bohrer mit Hartmetallschneide. Für die Schlagbohrmaschine ist das ein Steinbohrer mit zylindrischem Schaft, für den Bohrhammer ein Hammerbohrer mit SDS-Schaft. Hammerbohrer mit Vierschneiden-Kopf laufen ruhiger und kommen an Bewehrungseisen besser vorbei als einfache Zweischneider. Ein stumpfer Bohrer bohrt nicht langsamer, sondern gar nicht mehr – er schiebt nur noch Hitze in den Beton. Mehr dazu unter Betonbohrer und Bohrerarten.
Drehzahl und Schlag
Beton wird mit Schlag gebohrt, und zwar mit mittlerer Drehzahl. Zu hohe Drehzahl erhitzt die Schneide, ohne den Vortrieb zu verbessern. Die Faustformel für die Drehzahl lautet: Schnittgeschwindigkeit mal 1.000, geteilt durch Bohrerdurchmesser mal 3,14. Praktisch heißt das: je größer der Bohrer, desto niedriger die Drehzahl. Beim Bohrhammer regelt die Maschine das weitgehend selbst.
Nicht fest aufdrücken. Der Schlag macht die Arbeit, zu viel Druck bremst das Schlagwerk. Ein leichter, gleichmäßiger Andruck ist schneller.
Vorher: Leitungen suchen
Bevor der erste Bohrer die Wand berührt, muss klar sein, was darin liegt. Elektroleitungen verlaufen in Wohnhäusern meist in festgelegten Installationszonen – waagerecht etwa 30 cm unter der Decke und über dem Boden, senkrecht etwa 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Raumecken. Darauf verlassen sollte man sich nicht, gerade in Altbauten. Ein Kabelsuchgerät zeigt Strom- und oft auch Metallleitungen. Was zu tun ist, wenn es doch passiert ist, steht unter Kabel angebohrt – was tun?

Randabstand beachten
Nah an einer Kante bricht Beton aus – beim Bohren und später unter der Last des Dübels. Die Dübelhersteller geben Mindestrand- und Achsabstände an; als grobe Regel gilt, dass ein Dübel nicht zu nah an Kanten und anderen Dübeln sitzen sollte. Bei Balkonplatten, Fensterstürzen und Treppenstufen lohnt deshalb ein Blick ins Datenblatt, bevor man sich auf die Position festlegt.
Wenn der Bohrer auf Eisen trifft
Stahlbeton enthält Bewehrung. Trifft der Bohrer darauf, hört man ein helles Geräusch, und der Vortrieb stoppt. Nicht mit Gewalt weitermachen und kein Eisen durchbohren. In den meisten Fällen genügt es, das Loch wenige Zentimeter versetzt neu anzusetzen. Das angebohrte Loch wird mit Mörtel verschlossen.
Bei Spannbetondecken – typisch für Fertighäuser und viele Deckenelemente – ist das Anbohren eines Spannglieds gefährlich und kann die Tragfähigkeit beeinträchtigen. Dort nur nach Freigabe durch den Statiker oder nach den Vorgaben des Deckenherstellers bohren.

Schritt für Schritt: ein Dübelloch
- Position anzeichnen und mit dem Leitungssucher prüfen.
- Bohrtiefe einstellen. Tiefenanschlag auf Dübellänge plus etwa 10 mm.
- Ankörnen oder mit wenig Drehzahl ohne Schlag anbohren, damit der Bohrer nicht verläuft.
- Schlag zuschalten und mit mittlerer Drehzahl gerade bohren.
- Bohrmehl entfernen. Mit Ausblaspumpe oder Staubsauger, sonst sitzt der Dübel nicht fest.
- Dübel einsetzen und Schraube eindrehen. Für schwere Lasten gibt es Schwerlastdübel.
Große Löcher: Kernbohrung
Für Rohrdurchführungen, Lüftungsleitungen oder Kabeldurchbrüche ab etwa 30 mm nimmt man eine Diamant-Bohrkrone. Sie schneidet einen Ring aus, statt das ganze Loch zu zertrümmern, und arbeitet mit Wasserkühlung. Kernbohrgeräte lassen sich im Baumaschinenverleih mieten; siehe Kernbohrmaschine. In tragende Wände und Decken sollten größere Kernbohrungen nur nach Rücksprache mit dem Statiker.
Staub und Lärm
Beton enthält Quarz, und Quarzfeinstaub ist gesundheitsschädlich. Für einzelne Löcher reicht eine Absaugvorrichtung am Bohrer oder ein Staubsauger direkt am Loch, bei vielen Löchern oder beim Stemmen gehören eine Atemschutzmaske und ein Baustaubsauger dazu. Ein Bohrhammer liegt deutlich über 100 dB(A): Gehörschutz tragen, auch für wenige Minuten.
Häufige Fragen
Kann ich mit dem Akkuschrauber Beton bohren?
Nur mit einem Akku-Schlagbohrschrauber und nur für kleine Löcher in weichem Beton, und auch das mühsam. Für mehr als ein paar Löcher ist ein Akku- oder Netz-Bohrhammer die richtige Wahl.
Warum wird mein Bohrloch zu groß?
Der Bohrer eiert, weil die Maschine nicht gerade gehalten wurde oder der Bohrer verbogen ist. Beim Hohlkammerstein liegt es oft am Schlag – dort ohne Schlag bohren.
Wie verschließe ich ein falsches Loch?
Mit Reparaturmörtel oder Spachtelmasse. Für ein neues Loch direkt daneben eignet sich ein Flüssigdübel.



