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Heimwerker-Berater

Akku Schlagbohrschrauber

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Akku Schlagbohrschrauber
Inhalt9 Abschnitte
  1. Drei Geräte, drei Namen
  2. Die Kennzahlen
  3. Was er im Mauerwerk schafft
  4. Worauf es beim Kauf ankommt
  5. Typische Fehler
  6. Schrauben ohne Ärger
  7. Zubehör, das sich lohnt
  8. Sicherheit
  9. Häufige Fragen

Ein Akku-Schlagbohrschrauber ist ein Bohrschrauber mit zuschaltbarem Schlagwerk. Er schraubt, bohrt in Holz und Metall und schafft mit Schlag auch Löcher in Ziegel und Mauerwerk – für Dübel bis etwa 8 oder 10 mm. Für Beton ist er die falsche Maschine, dafür gibt es den Bohrhammer. Wer das weiß, hat mit ihm das vielseitigste Akkuwerkzeug im Koffer.

Ein Mann hält einen Akku Schlagbohrschrauber in der Hand
Ein Akku Schlagbohrschrauber ist ein vielseitiges Werkzeug, das verwendet werden kann, um Löcher in verschiedene Materialien zu bohren und Schrauben in Holz, Metall und andere Oberflächen einzudrehen. | Foto: Elena@Mas / Depositphotos.com

Drei Geräte, drei Namen

Die Begriffe werden ständig verwechselt, dabei steckt jeweils eine andere Technik dahinter:

GerätSchlagWofür
BohrschrauberkeinerSchrauben, Bohren in Holz und Metall
SchlagbohrschrauberRastenschlag in Bohrrichtungzusätzlich Bohren in Ziegel und Mauerwerk
SchlagschrauberDrehschlag um die Achselange Schrauben, Muttern, Radmuttern
Bohrhammerpneumatischer SchlagBeton, Stahlbeton, Meißeln

Das Rastenschlagwerk des Schlagbohrschraubers besteht aus zwei gezahnten Scheiben, die gegeneinander rattern. Es erzeugt viele kleine Schläge in Bohrrichtung, aber wenig Schlagenergie. Der Bohrhammer arbeitet mit einem Kolben und schlägt deutlich härter. Mehr dazu unter Bohrhammer mit Meißel, den Unterschied zum Drehschlag erklärt Elektro-Schlagschrauber.

Die Kennzahlen

Drehmoment in Newtonmetern (Nm). Hersteller geben meist zwei Werte an: „hart“ für das Festziehen gegen einen Anschlag und „weich“ für Schrauben in Holz. Für Möbelmontage und Innenausbau reichen 40 bis 50 Nm. Wer Terrassen, Carports oder Holzbau schraubt, profitiert von 60 Nm und mehr.

Leerlaufdrehzahl in zwei Gängen: Der erste Gang (etwa 400 bis 600 min⁻¹) ist zum Schrauben, der zweite (etwa 1.500 bis 2.000 min⁻¹) zum Bohren.

Schlagzahl je Minute, bei Akkugeräten oft zwischen 20.000 und 30.000. Hoch klingt gut, sagt aber wenig über die Schlagenergie aus.

Bohrdurchmesser laut Hersteller getrennt für Holz, Metall und Mauerwerk. Die Mauerwerkangabe ist ein Höchstwert, kein Alltagswert.

Was er im Mauerwerk schafft

In Vollziegel, Kalksandstein und Porenbeton bohrt ein guter 18-V-Schlagbohrschrauber Dübellöcher von 6 bis 8 mm ohne Mühe, 10 mm geht noch mit Geduld. In Beton wird es mühsam: Der Bohrer wird heiß, der Akku leer, und das Loch kommt kaum voran. Wer regelmäßig in Beton bohrt, spart mit einem Bohrhammer Zeit und Nerven. Für Fliesen gilt umgekehrt: Schlag aus, erst im Mauerwerk dahinter zuschalten.

Worauf es beim Kauf ankommt

  1. Akkusystem. Die wichtigste Entscheidung, weil der Schrauber meist das erste Gerät ist. Achten Sie darauf, dass das System auch die Geräte bietet, die später folgen.
  2. Bürstenloser Motor. Mehr Leistung und Laufzeit aus demselben Akku.
  3. Metallbohrfutter mit 13 mm Spannweite. Hält Bohrer sicherer als ein reines Kunststofffutter.
  4. Drehmomentkupplung mit genügend Stufen, damit Schrauben nicht zu tief versenkt werden.
  5. Gewicht und Länge. Kompakte Geräte um 1,5 kg ermüden weniger, gerade über Kopf.
  6. Akkugröße. Zwei Akkus mit 2 bis 4 Ah sind für Heimwerker ein guter Kompromiss.

Typische Fehler

  • Mit Schlag in Holz oder Metall bohren. Das Loch wird unsauber, Bohrer und Maschine verschleißen.
  • Mit Schlag durch Fliesen. Die Glasur platzt ab. Erst ohne Schlag durch die Fliese, dann zuschalten.
  • Falscher Bohrer. Für Mauerwerk braucht es einen Steinbohrer mit Hartmetallspitze, nicht den Metallbohrer aus dem Set.
  • Zu hoher Gang beim Schrauben. Die Schraube dreht durch oder der Kopf reißt ab. Schrauben im ersten Gang, Bohren im zweiten.
  • Dauerlast im Mauerwerk. Überlastet Motor und Akku. Pausen lassen die Maschine abkühlen.

Schrauben ohne Ärger

Beim Schrauben entscheidet die Drehmomentkupplung über das Ergebnis. Sie rutscht durch, sobald das eingestellte Drehmoment erreicht ist, und verhindert so, dass Schraubenköpfe im Holz verschwinden oder Gewinde in Spanplatten durchdrehen. Beginnen Sie mit einer niedrigen Stufe und erhöhen Sie, bis die Schraube bündig sitzt. Für Bohrarbeiten gibt es eine eigene Stellung ohne Kupplung.

Lange Holzschrauben ab etwa 6 × 100 mm laufen leichter, wenn man in Hartholz vorbohrt. Für sehr viele lange Schrauben, etwa beim Terrassenbau, ist ein Schlagschrauber die bequemere Wahl, weil er das Drehmoment nicht über das Handgelenk abstützt. Welche Schraube wofür passt, zeigt Schraubenarten.

Zubehör, das sich lohnt

Ein gutes Bit-Set mit Torsionsbits für Schlagbeanspruchung, ein Bohrerset für Holz, Metall und Stein und ein Bithalter mit Magnet decken fast alles ab. Wer mehr aus dem Gerät holen will, findet Aufsätze wie den Winkelaufsatz für enge Ecken. Welcher Bohrer wofür taugt, erklärt Bohrerarten.

Sicherheit

Ein Schlagbohrschrauber kann beim Verklemmen des Bohrers kräftig aus der Hand drehen. Viele Geräte haben deshalb eine elektronische Abschaltung bei plötzlichem Blockieren; bei größeren Bohrdurchmessern gehört der Zusatzhandgriff an die Maschine. Vor dem Bohren in Wände mit einem Leitungssucher prüfen, ob dort Strom- oder Wasserleitungen verlaufen. Im Schlagbetrieb erreicht das Gerät Lautstärken, bei denen ein Gehörschutz sinnvoll ist, und eine Schutzbrille schützt vor Bohrstaub.

Häufige Fragen

Was kostet ein Akku-Schlagbohrschrauber?

Einfache Geräte mit Akku gibt es ab etwa 60 bis 80 Euro. Markengeräte mit 18 V und bürstenlosem Motor kosten als Sologerät meist 80 bis 200 Euro, im Set mit zwei Akkus und Ladegerät 150 bis 350 Euro.

Brauche ich eine Schlagbohrmaschine zusätzlich?

Meist nicht. Eine Schlagbohrmaschine mit Kabel hat mehr Dauerleistung, aber für gelegentliche Dübellöcher reicht der Akku-Schlagbohrschrauber. Für Beton ist ein Bohrhammer die bessere Ergänzung.

Sind leichte Geräte immer besser?

Nein. Leichte Geräte sind angenehmer über Kopf, schwerere Maschinen liegen beim Bohren in Mauerwerk ruhiger in der Hand und haben oft mehr Reserven.

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