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Heimwerker-Berater

Segmentsägeblatt

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Segmentsägeblatt
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wofür man es braucht
  2. Die Blattmaterialien
  3. Segment oder Tauchsägeblatt
  4. Die Aufnahme muss passen
  5. Durchmesser und Zahnung
  6. So arbeiten Sie sauber
  7. Zargen kürzen Schritt für Schritt
  8. Typische Fehler
  9. Das passende Gerät
  10. Häufige Fragen
  11. Videos zum Thema

Ein Segmentsägeblatt ist ein halbrundes oder kreissegmentförmiges Blatt für oszillierende Multifunktionswerkzeuge. Es dreht sich nicht, sondern schwingt mit einem kleinen Winkel sehr schnell hin und her. Damit sägt es dort, wo keine andere Säge hinkommt: bündig an der Wand, in Ecken, mitten in einer Fläche und in Fugen.

Wofür man es braucht

  • Türzargen und Sockelleisten kürzen, zum Beispiel für einen neuen Bodenbelag. Das Blatt liegt flach auf einer Fliese oder einem Dielenrest auf und schneidet genau auf Belagshöhe.
  • Fliesenfugen und Mörtel auskratzen vor dem Neuverfugen.
  • Silikon- und Kittfugen entfernen, mit einem ungezahnten Segmentmesser.
  • Tauchschnitte in Gipskarton, Holzwerkstoffen und Kunststoff, etwa für Steckdosen und Revisionsöffnungen.
  • Nägel, Schrauben und dünne Rohre abtrennen, bündig an der Oberfläche.

Ein Segmentblatt ist kein Ersatz für eine Kreissäge. Lange, gerade Schnitte gehen damit mühsam und langsam.

Die Blattmaterialien

HCSHochkohlenstoffstahl. Für Weichholz, Holzwerkstoffe, Gipskarton und weiche Kunststoffe. Günstig, aber empfindlich gegen Nägel.
BIM (Bimetall)Zähe Stahlbasis mit HSS-Zähnen. Für Holz mit Nägeln, dünne Bleche, Buntmetall und harte Kunststoffe. Hält deutlich länger.
HM-bestreut (Riff)Ohne Zähne, mit Hartmetallkörnern belegt. Für Fliesenfugen, Mörtel, Porenbeton, GFK.
DiamantDiamantbelegter Rand. Für harte Fugen, Estrich und Fliesen, abrasiv und langlebig.
Ungezahnt (Messer)Glatte Schneide für Silikon, Teppich, Dämmstoffe und Kleberreste.

Die Faustregel: Holz ohne Metall mit HCS, alles mit Metall mit Bimetall, Fugen und Mineralisches mit Hartmetall oder Diamant. Ein HCS-Blatt, das auf einen Nagel trifft, ist danach meist hinüber.

Segment oder Tauchsägeblatt

Neben dem halbrunden Segmentblatt gibt es gerade Tauchsägeblätter mit schmaler Schneide vorn. Tauchsägeblätter sind besser für Einstiche und schmale Ausschnitte. Segmentblätter sind besser für längere Schnitte, weil sie mehr Zähne im Eingriff haben und ruhiger laufen, und für Fugen, weil sie sich an der Rundung entlang durch die Fuge führen lassen.

Die Aufnahme muss passen

Die Blätter werden auf einen Werkzeughalter an der Maschine gesteckt. Leider gibt es mehrere Systeme:

  • Starlock, Starlock Plus, Starlock Max: eine dreidimensionale Aufnahme, bei vielen neueren Geräten verbreitet. Die Stufen sind für zunehmend kräftige Maschinen gedacht; ein Starlock-Blatt passt in alle drei Aufnahmen, ein Max-Blatt nur in Max-Maschinen.
  • Ältere Aufnahmen mit Sternprofil oder Lochkranz, die viele Maschinen vor Starlock hatten.
  • Universalaufnahmen mit offenem Schlitz, die auf viele Geräte passen, aber weniger fest sitzen.

Prüfen Sie vor dem Kauf in der Anleitung Ihrer Maschine, welche Aufnahme sie hat. Ein Blatt, das nur mit Adapter oder Gewalt sitzt, wackelt und bricht.

Durchmesser und Zahnung

Übliche Durchmesser liegen zwischen etwa 65 und 100 mm. Kleine Blätter sind handlicher und kommen besser in Ecken, große schneiden tiefer und halten länger. Feine Zahnung ergibt einen sauberen Schnitt in Holz und Kunststoff, grobe Zahnung schneidet schneller.

So arbeiten Sie sauber

  1. Blatt fest aufsetzen und bei Schnellspannsystemen hörbar einrasten lassen.
  2. Schwingzahl anpassen. Hoch für Holz, niedriger für Metall und Kunststoff, damit das Material nicht schmilzt.
  3. Mit wenig Druck arbeiten. Das Blatt schwingt nur wenige Grad, zu viel Druck bremst es und erhitzt die Zähne.
  4. Leicht pendeln. Bei längeren Schnitten das Gerät um wenige Millimeter vor und zurück bewegen, dann räumen die Zähne besser aus.
  5. Blatt versetzen. Viele Segmentblätter lassen sich in mehreren Winkeln auf die Aufnahme stecken. So nutzen Sie nicht immer denselben Teil der Zahnreihe ab.

Zargen kürzen Schritt für Schritt

Für einen neuen Boden wird die Türzarge unten um die Höhe des neuen Belags gekürzt. Legen Sie ein Stück des neuen Belags samt Trittschalldämmung neben die Zarge, setzen Sie das Segmentblatt flach darauf und schneiden Sie waagerecht in die Zarge. Der Belag schiebt sich später unter die Zarge, eine Abschlussleiste entfällt. Hinweise zum Belag gibt es beim Laminat und bei der Trittschalldämmung.

Typische Fehler

  • HCS-Blatt in alte Holzbalken. Verborgene Nägel ruinieren es in Sekunden.
  • Zu hohe Schwingzahl bei Kunststoff. Das Material schmilzt und verklebt das Blatt.
  • Mit Druck durch Fugen. Der Fliesenrand platzt ab. Lieber mehrmals mit wenig Druck durchgehen.
  • Leitungen vergessen. Tauchschnitte in Wände nur, wenn Sie wissen, wo Strom- und Wasserleitungen liegen.

Das passende Gerät

Mehr zum Werkzeug selbst finden Sie bei der oszillierenden Säge und beim Multifunktionswerkzeug im Praxistest. Für gerade Schnitte in Platten ist eine Tauchsäge die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Was kostet ein Segmentsägeblatt?

HCS-Blätter gibt es ab wenigen Euro, Bimetallblätter kosten meist 8 bis 20 Euro, Hartmetall- und Diamantblätter 15 bis 40 Euro. Sets sind günstiger je Blatt.

Wie lange hält ein Blatt?

Das hängt stark vom Material ab. In Weichholz lange, in Fliesenfugen oder Metall ist es manchmal nach wenigen Metern verbraucht. Versetzen verlängert die Lebensdauer.

Kann ich Segmentblätter nachschärfen?

Nein, das lohnt sich nicht. Die Zähne sind zu klein und oft gehärtet oder beschichtet.

Videos zum Thema

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