Drehspaltkeil

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Ein Drehspaltkeil ist ein Spaltkeil aus gehärtetem Stahl, dessen Körper in sich verdreht ist. Beim Einschlagen dreht er sich wie eine grobe Schraube ins Holz und drückt die Fasern dabei auseinander. Er ist das Werkzeug für die Rundlinge, an denen die Spaltaxt abprallt: dicke, knorrige oder zähe Stammstücke.
So funktioniert der Keil
Ein normaler Spaltkeil ist flach und keilförmig. Er dringt geradlinig ein und drückt das Holz nur in einer Richtung auseinander. Beim Drehspaltkeil ist der Keilkörper um etwa 90 Grad verdreht. Mit jedem Schlag folgt er dieser Windung, dreht sich ein kleines Stück und öffnet den Spalt in einer spiralförmigen Bewegung.
Dadurch entstehen zwei Vorteile: Der Keil zieht sich tiefer ins Holz, und er springt seltener heraus als ein flacher Keil. Außerdem reißt er das Holz auf größerer Breite auf, was bei verdrehtem Wuchs hilft.
Typische Maße
Handelsübliche Drehspaltkeile wiegen meist 1,5 bis 2,5 kg und sind etwa 20 bis 23 cm lang. Sie bestehen aus geschmiedetem, gehärtetem Stahl mit einer weicheren Schlagfläche, die beim Aufprall nicht splittern soll. Bekannte Hersteller sind unter anderem Ochsenkopf und Gränsfors. Preislich liegen gute Keile bei etwa 20 bis 50 Euro.
Wann man ihn braucht
- Dicke Stammstücke ab etwa 30 cm Durchmesser, die sich mit der Spaltaxt nicht öffnen lassen.
- Knorriges Holz mit Astansätzen, etwa Stammfüße und Kronenansätze.
- Zähe Holzarten wie Ulme, Hainbuche, Platane oder Kirsche.
- Verdrehter Wuchs, bei dem ein gerader Keil schief läuft.
Für kleine, gerade gewachsene Scheite ist er dagegen zu langsam. Dort ist die Spaltaxt schneller.

Drehspaltkeil, Spaltkeil oder Spaltgranate
| Werkzeug | Form | Stärke |
| Flacher Spaltkeil | schmal, gerade | Günstig, gut zum Nachsetzen in einen bestehenden Riss |
| Drehspaltkeil | verdreht | Zieht sich ein, bleibt stecken, gut bei zähem Holz |
| Spaltgranate | kegelig, vierkantig | Öffnet in mehrere Richtungen, für sehr dicke Stücke |
Viele Holzmacher arbeiten mit einer Kombination: Die Spaltgranate oder der Drehspaltkeil öffnet den Stamm, ein zweiter flacher Keil wird in den entstandenen Riss nachgesetzt. Mehr zu den Techniken steht im Beitrag Holz spalten.
Richtig einschlagen
- Stammstück stabil aufstellen. Auf einem festen Hackklotz oder dem Boden, nicht auf Kies oder Steinen, die den Keil beschädigen.
- Riss suchen. Wenn vorhanden, den Keil in einen vorhandenen Trockenriss in der Stirnseite setzen. Sonst etwas außerhalb der Mitte, nicht durch einen Ast.
- Anschlagen. Zuerst mit leichten Schlägen, bis der Keil von selbst steht. Die Hand vom Keil nehmen, bevor Sie fest zuschlagen.
- Durchschlagen. Mit gleichmäßigen, kräftigen Schlägen. Der Keil dreht sich dabei ein.
- Zweiten Keil nachsetzen, wenn der erste tief steckt und der Spalt nicht aufgeht.
Das richtige Schlagwerkzeug
Geschlagen wird mit einem Vorschlaghammer oder einem Spalthammer mit verstärktem Nacken. Eine gewöhnliche Axt ist dafür nicht gemacht: Der Nacken verformt sich, das Öhr kann aufreißen, und der Kopf löst sich im schlimmsten Fall vom Stiel. Für schwere Keile ist ein Hammer mit 3 bis 5 kg sinnvoll, wer viel spaltet, greift zum 10-kg-Vorschlaghammer.
Den Keil pflegen
Durch Stahl-auf-Stahl-Schläge bildet sich am Kopf mit der Zeit ein Grat, der sogenannte Bart. Er kann beim nächsten Schlag abplatzen und wie ein Geschoss fliegen. Den Bart regelmäßig mit der Feile oder dem Schleifbock abnehmen, bevor er überhängt. Die Schneide darf ebenfalls nachgeschliffen werden, aber nicht spitz: Ein Keil soll spalten, nicht schneiden.
Sicherheit
- Schutzbrille tragen. Metallsplitter und Holzstücke fliegen.
- Sicherheitsschuhe. Ein herausspringender Keil oder ein fallendes Stammstück trifft sonst den Fuß.
- Niemand im Umkreis. Gerade beim Nachsetzen springt ein Keil manchmal heraus.
- Keil nie mit der Hand halten, während fest geschlagen wird.
Typische Fehler
- Keil in einen Ast gesetzt. Äste sind die zähesten Stellen im Holz. Der Keil bleibt stecken oder springt heraus. Immer neben dem Ast ansetzen, möglichst in Faserrichtung.
- Zu schwerer Hammer von Anfang an. Die ersten Schläge sollen den Keil nur ansetzen. Wer gleich mit voller Kraft schlägt, trifft schief, und der Keil kippt weg.
- Mit der Axt nachgeholfen. Eine Axtschneide im Spalt neben einem Stahlkeil trifft früher oder später den Keil. Das ruiniert die Schneide und schleudert Splitter.
- Keil auf Steinen. Liegt das Stammstück auf Schotter, schlägt der Keil beim Durchbrechen auf Stein und verliert seine Schneide.
- Stammstück zu lang. Rundlinge über etwa 50 cm Länge lassen sich mit Keilen nur schwer spalten. Vorher auf Ofenlänge ablängen, etwa mit einer Brennholzsäge.
Häufige Fragen
Kann ein Drehspaltkeil stecken bleiben?
Ja, besonders in zähem Holz. Dann einen zweiten Keil daneben einschlagen, bis sich der Spalt öffnet und der erste freikommt.
Welches Holz lässt sich am besten spalten?
Frisches Nadelholz und gerade gewachsene Buche spalten leicht. Gefrorenes Holz spaltet oft sogar besser als warmes. Nach dem Spalten gehört es luftig gestapelt, siehe Brennholz lagern.
Ersetzt ein Keil einen Holzspalter?
Für gelegentliche Mengen ja. Wer jedes Jahr mehrere Raummeter spaltet, spart mit einem Kegelspalter oder hydraulischen Spalter viel Kraft.


