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Heimwerker-Berater

Vorderzange

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Vorderzange
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wofür man sie braucht
  2. Die Bauarten
  3. Worauf es beim Kauf ankommt
  4. Einbau unter der Werkbank
  5. Warum Holzbacken Pflicht sind
  6. Vorderzange, Hinterzange, Schraubstock
  7. Spannen ohne Schäden
  8. Die Vorderzange an der eigenen Werkbank
  9. Was eine Vorderzange kostet
  10. Häufige Fragen

Die Vorderzange ist der Holzschraubstock an der Vorderkante einer Hobel- oder Werkbank. Sie hält Bretter und Leisten fest, während Sie sägen, hobeln, stemmen oder schleifen. Anders als ein Metallschraubstock sitzt sie bündig in der Arbeitsplatte, sodass lange Werkstücke flach auf der Bank aufliegen können.

Wofür man sie braucht

Wer Holz von Hand bearbeitet, braucht beide Hände am Werkzeug. Die Vorderzange übernimmt das Halten: eine Schublade zum Einpassen der Kanten senkrecht einspannen, ein Tischbein zum Stemmen der Zapfenlöcher, eine Leiste zum Abrichten. Zusammen mit Bankhaken und der Hinterzange lassen sich auch lange Bretter flach auf der Platte fixieren.

Vorderzange
Holzwerkbank mit Vorderzange | Foto: tuja66 / Depositphotos.com

Die Bauarten

Klassische HolzzangeBacke aus Buche, Spindel aus Holz oder Stahl. Traditionell an der Hobelbank, sehr werkstückschonend.
Parallelzange aus MetallGrauguss- oder Stahlkörper mit einer Spindel und zwei Führungsstangen. Wird unter die Platte geschraubt, Holzbacken werden selbst aufgesetzt.
Bausatz (Spindel und Führungen)Nur Mechanik; Backe und Einbau stellen Sie selbst her. Günstig und flexibel.
SchnellspannzangeMit Schnellverstellung: Spindel lösen, Backe schieben, zudrehen. Spart bei wechselnden Werkstücken viel Kurbeln.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Spannweite. Sie entscheidet, wie dicke Werkstücke hineinpassen. Übliche Zangen öffnen 200 bis 300 mm, große Modelle deutlich mehr.
  • Backenbreite. Etwa 150 bis 270 mm sind üblich. Breitere Backen halten Bretter kippsicherer.
  • Führung. Zwei Führungsstangen neben der Spindel verhindern, dass sich die Backe beim Spannen schräg stellt. Einfache Zangen ohne Führung verkanten bei einseitig eingespannten Teilen.
  • Spindeldurchmesser. Um 24 mm ist bei soliden Zangen üblich; dünne Spindeln biegen sich unter hoher Last.
  • Plattenstärke. Die Zange muss zur Dicke Ihrer Arbeitsplatte passen, damit die Backenoberkante bündig mit der Platte abschließt. Hersteller geben die passende Stärke an.

Einbau unter der Werkbank

  1. Position festlegen. Die Vorderzange sitzt beim Rechtshänder an der linken vorderen Ecke der Bank, damit beim Hobeln und Sägen der Arm frei ist.
  2. Tiefe prüfen. Die feste Backe soll bündig mit der Vorderkante der Platte abschließen, oft wird die Kante dazu ausgeklinkt.
  3. Höhe unterfüttern. Die Oberkante der Metallbacke liegt einige Millimeter unter der Plattenoberfläche, damit Hobel und Säge sie nicht treffen.
  4. Fest verschrauben. Mit durchgehenden Schlossschrauben oder kräftigen Holzschrauben. Bei Plattenstärken unter etwa 40 mm eine Verstärkungsleiste unterlegen.
  5. Holzbacken montieren. Aus Buche oder einem anderen Hartholz, mindestens 20 mm stark, an die Metallbacken geschraubt.

Warum Holzbacken Pflicht sind

Metallbacken drücken sich in Holz ein und hinterlassen Abdrücke. Aufgesetzte Holzbacken verteilen den Druck, geben leicht nach und schonen das Werkstück. Bei empfindlichen Oberflächen legen Sie zusätzlich ein Stück Kork, Leder oder Filz dazwischen. Beschädigte Holzbacken ersetzen Sie einfach – anders als eine eingedrückte Tischlerarbeit.

Vorderzange, Hinterzange, Schraubstock

Die Hinterzange sitzt an der rechten Stirnseite der Hobelbank und spannt Bretter zusammen mit Bankhaken flach auf der Platte. Die Vorderzange spannt vor allem senkrecht und quer. Ein klassischer Schraubstock für Metall hat gehärtete, geriffelte Backen und sitzt oben auf der Bank; für Holz ist er nur mit Schutzbacken brauchbar. Mehr dazu beim Schraubstock.

Spannen ohne Schäden

  • Werkstück mittig einspannen. Wer nur an einer Seite spannt, kippt die Backe. Legen Sie auf der anderen Seite ein gleich dickes Reststück als Ausgleich ein.
  • Nicht mit Verlängerung anziehen. Ein Rohr auf dem Knebel bricht Gussteile und verbiegt die Spindel. Handkraft reicht für Holz völlig.
  • Spindel und Führungen pflegen. Etwas Wachs oder Trockenschmierstoff statt Öl, damit kein Staub kleben bleibt.

Die Vorderzange an der eigenen Werkbank

Wer eine Werkbank selber baut, sollte die Zange von Anfang an einplanen: Die Plattenstärke, die Position der Beine und eine Zarge unter der Zange müssen passen. Nachträglicher Einbau ist möglich, aber mühsamer. Auf einer mobilen Werkbank übernehmen oft Spannzwingen die Rolle der Vorderzange – für gelegentliche Arbeiten reicht das.

Was eine Vorderzange kostet

Einfache Metallzangen für die Unterbaumontage beginnen bei etwa 30 Euro, solide Parallelzangen mit Führungsstangen liegen bei 60 bis 150 Euro. Schnellspannzangen namhafter Hersteller kosten 150 bis 300 Euro. Hinzu kommt das Holz für die Backen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Vorderzange an jeder Werkbank montieren?

An fast jeder mit Holzplatte ab etwa 30 bis 40 mm Stärke. Bei dünneren Platten wird eine Verstärkung angeschraubt.

Metall oder Holz?

Metallzangen sind robuster und präziser geführt, Holzzangen traditioneller und schonender. Mit aufgesetzten Holzbacken verbindet die Metallzange beides.

Wie verhindere ich Abdrücke im Werkstück?

Mit Holzbacken aus Buche und einer weichen Zwischenlage. Und mit Maß beim Anziehen.

Wie pflege ich eine Vorderzange?

Einmal im Jahr die Spindel reinigen, Späne aus dem Gewinde bürsten und mit Wachs oder Trockenschmierstoff behandeln. Wackelt die bewegliche Backe, sind meist die Führungsstangen verschmutzt oder die Befestigungsschrauben locker. Eingedrückte Holzbacken hobeln Sie plan oder ersetzen sie.

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