Unterschiede von großen und kleinen Notstromaggregaten

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Kleine Notstromaggregate liefern etwa 1 bis 2 kW, wiegen um 20 kg und sind leise genug für Campingplatz und Gartenhaus. Große Geräte bringen 5 kW und mehr, oft mit Drehstrom, und können im Ernstfall einen Teil des Hauses versorgen. Welche Größe Sie brauchen, entscheidet nicht der Preis, sondern die Summe der Geräte, die gleichzeitig laufen sollen – plus deren Anlaufstrom.
Wofür man überhaupt ein Aggregat braucht
Die Einsatzzwecke sind sehr unterschiedlich: Strom auf dem Campingplatz oder im Schrebergarten, Werkzeug auf der Baustelle ohne Anschluss, Überbrückung bei einem Stromausfall zu Hause. Für den letzten Fall denken viele zuerst an Licht und Kühlschrank. Oft vergessen wird die Heizung: Auch eine Gas- oder Ölheizung steht ohne Strom still, weil Brennersteuerung und Umwälzpumpe elektrisch laufen.
Kleine und große Geräte im Vergleich
| Merkmal | klein | groß |
| Dauerleistung | etwa 0,8–2 kW | etwa 4–10 kW |
| Gewicht | 12–25 kg | 60–150 kg, oft mit Fahrgestell |
| Spannung | 230 V | 230 V, oft zusätzlich 400 V |
| Technik | meist Inverter | meist Synchrongenerator mit Regler |
| Kraftstoff | Benzin | Benzin oder Diesel |
| Laufzeit je Tankfüllung | wenige Stunden | oft ein Arbeitstag |
| Preis | ab etwa 300 Euro | ab etwa 1500 Euro |
Was ein kleines Aggregat leistet
Ein Gerät mit 1 bis 2 kW versorgt Kühlschrank, Licht, Router, Laptop und Handyladegeräte gleichzeitig. Es passt in den Kofferraum und lässt sich von einer Person tragen. Die meisten kleinen Geräte arbeiten als Inverter: Sie erzeugen zunächst Gleichstrom und formen daraus eine saubere Sinusspannung. Das schont empfindliche Elektronik und senkt die Drehzahl des Motors bei geringer Last, was Sprit und Lärm spart. Mehr dazu beim Inverter-Stromerzeuger.

Grenzen hat es bei allem, was heizt oder mit großem Motor anläuft: Wasserkocher, Heizlüfter, Kreissäge oder Tauchpumpe bringen ein kleines Gerät schnell an die Grenze.
Was ein großes Aggregat leistet
Ab etwa 5 kW lassen sich mehrere Verbraucher parallel betreiben: Heizung, Kühl- und Gefriergeräte, Licht, eine Pumpe und zeitweise ein Herdfeld. Viele große Geräte haben einen Drehstromausgang für 400-V-Maschinen wie Betonmischer oder Holzspalter, einen Elektrostarter und einen größeren Tank. Dafür sind sie laut, schwer und brauchen einen festen Platz im Freien. Dieselgeräte laufen sparsamer und länger, siehe Notstromaggregat Diesel.
Den eigenen Bedarf berechnen
| Kühlschrank | 100–200 W im Betrieb, beim Anlauf ein Mehrfaches |
| Gefriertruhe | 100–200 W, ebenfalls mit Anlaufspitze |
| Heizung (Steuerung und Pumpe) | etwa 100–300 W |
| LED-Beleuchtung | 5–15 W je Lampe |
| Router, Laptop, Ladegeräte | zusammen meist unter 150 W |
| Tauchpumpe | 500–1000 W, hohe Anlaufspitze |
| Wasserkocher, Heizlüfter | 2000 W und mehr |
Addieren Sie alle Geräte, die gleichzeitig laufen sollen, und schlagen Sie für das Gerät mit dem größten Motor dessen Anlaufstrom drauf. Elektromotoren brauchen beim Anlaufen kurz ein Mehrfaches ihrer Nennleistung. Ein Aggregat, das rechnerisch knapp reicht, schaltet dann ab. Planen Sie etwa ein Viertel Reserve ein.
Einspeisung ins Hausnetz
Ein Aggregat mit Verlängerungskabeln direkt an einzelne Geräte anzuschließen, ist unproblematisch. Soll es dagegen das Hausnetz versorgen, braucht es einen Netzumschalter, der die Hausinstallation vorher vom öffentlichen Netz trennt. Ohne ihn fließt Strom zurück in die Leitung und gefährdet die Monteure, die gerade am Netz arbeiten. Einbau und Anschluss sind Sache einer Elektrofachkraft – ein Kabel mit Steckern an beiden Enden, wie er im Netz manchmal auftaucht, ist lebensgefährlich. Wie so eine Lösung aussieht, steht bei Notstromaggregat für das Einfamilienhaus.
Empfindliche Elektronik
Ältere und sehr billige Aggregate ohne Inverter liefern eine Spannung, die unter Last schwankt. Für Werkzeug und Heizlüfter ist das egal, für Computer, Fernseher, Ladegeräte oder Heizungssteuerungen kann es kritisch sein. Wer solche Geräte versorgen will, nimmt einen Inverter oder ein Gerät mit elektronischer Spannungsregelung.
Betrieb und Sicherheit
- Nie in geschlossenen Räumen. Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid, das man weder riecht noch sieht. Auch Garage und Keller mit offenem Fenster sind tabu.
- Abstand zu Fenstern halten, damit die Abgase nicht ins Haus ziehen.
- Nur bei stehendem, abgekühltem Motor tanken.
- Trocken aufstellen. Regen und Aggregat vertragen sich nur mit einer Überdachung, die die Belüftung nicht behindert.
- Erden nach Herstellerangabe. Viele Geräte haben einen Erdungsanschluss, der bei bestimmten Einsätzen genutzt werden muss.
Lagern und warten
Benzin altert: Nach einigen Monaten im Tank kann es den Vergaser verkleben. Entweder den Vergaser vor der Lagerung leer laufen lassen oder Alkylatbenzin tanken, das länger stabil bleibt. Lassen Sie das Gerät einmal im Quartal eine halbe Stunde unter Last laufen. Ein Notstromaggregat, das nach zwei Jahren im Keller nicht anspringt, ist kein Notstromaggregat.
Kaufen oder mieten
Für eine einmalige Baustelle oder eine Feier ist Mieten meist günstiger. Die Tagesmiete liegt je nach Größe grob zwischen 50 und 150 Euro, Kraftstoff kommt dazu. Wer ein Aggregat als Vorsorge für Stromausfälle will, muss kaufen – mieten kann man es dann, wenn alle anderen es auch wollen, erfahrungsgemäß nicht mehr.
Häufige Fragen
Reicht ein kleines Aggregat für den Kühlschrank?
Ja, ein Gerät ab etwa 1 kW schafft einen normalen Kühlschrank samt Anlaufspitze. Für Kühlschrank und Gefriertruhe gleichzeitig darf es etwas mehr sein.
Wie laut sind Notstromaggregate?
Kleine Inverter sind im Sparbetrieb etwa so laut wie ein Gespräch in normaler Lautstärke, große Baustellengeräte deutlich lauter. In Wohngebieten gelten Ruhezeiten, die auch für Aggregate greifen.
Kann ich mit dem Aggregat eine Autobatterie laden?
Nur über ein normales Batterieladegerät, nicht direkt. Einige Geräte haben einen 12-V-Ausgang, der aber meist schwach ist.



