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Heimwerker-Berater

Power Plus POW 222 im Praxistest

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Power Plus POW 222 im Praxistest
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Daten auf einen Blick
  2. Was eine Mauernutfräse anders macht
  3. Einordnung der Werte
  4. Der Koffer ist ein echter Vorteil
  5. Sicherheit: Gehör, Augen, Lunge
  6. Schlitzen Schritt für Schritt
  7. Scheiben: wann wechseln, welche kaufen
  8. Typische Fehler
  9. Vor- und Nachteile
  10. Häufige Fragen

Die Power Plus POW 222 ist eine Mauernutfräse für Heimwerker: 1700 Watt, zwei Trennscheiben, Schlitze bis 40 mm Tiefe in drei Breiten, geliefert im Koffer. Sie ist das Vorgängermodell der POWE80050, die bei gleichen Maßen etwas höher dreht. Wer Leerrohre für Steckdosen, Schalter und Lampen in Ziegel oder Porenbeton legen will, bekommt mit ihr das passende Werkzeug zu einem niedrigen Preis. Der Beitrag beschreibt, was die Herstellerdaten bedeuten und wie Sie damit arbeiten – einen eigenen, belegbaren Praxistest gibt es dazu nicht.

Die Daten auf einen Blick

Leistungca. 1700 W
Drehzahlbis 4000 U/min
Schlitztiefe10–40 mm
Schlitzbreite14, 19 oder 29 mm
Gewichtca. 4,7 kg
Kabelca. 1,8 m
LieferumfangKoffer, 2 montierte Trennscheiben, Nockenschlüssel, Innensechskantschlüssel, Absaugadapter, deutsche Anleitung

Was eine Mauernutfräse anders macht

Eine Mauernutfräse schneidet mit zwei parallel laufenden Diamanttrennscheiben gleichzeitig. Das Ergebnis sind zwei saubere, gleich tiefe Schnitte. Der Steg dazwischen wird anschließend mit einem Meißel herausgebrochen. Gegenüber dem Stemmen mit Hammer und Meißel oder dem Bohrhammer ist das schneller, sauberer und schont das Mauerwerk: Die Kanten brechen nicht aus, und der Schlitz ist nicht breiter als nötig. Die Grundlagen stehen im Beitrag zur Mauernutfräse.

Einordnung der Werte

Mit 1700 Watt liegt die POW 222 am oberen Ende dessen, was in dieser Preisklasse üblich ist. Die 4000 Umdrehungen reichen für Mauerziegel, Kalksandstein und Porenbeton. In Stahlbeton kommen alle Fräsen dieser Klasse an ihre Grenze – nicht nur wegen der Leistung, sondern weil die Scheiben beim Treffen auf Bewehrung leiden.

Die Tiefe von 40 mm ist für Elektroleerrohre mit 16 oder 20 mm Durchmesser mehr als genug; auch dünne Wasserleitungen passen hinein. Die drei Breitenstufen decken ein Rohr, zwei Rohre oder ein dickeres Rohr ab. Eine stufenlose Breite hat die Maschine nicht, für den Heimwerker ist das selten ein Problem.

Der Koffer ist ein echter Vorteil

Anders als beim Nachfolger gehört ein Transportkoffer zum Lieferumfang. Das klingt nebensächlich, ist es aber nicht: Eine Mauernutfräse wird selten gebraucht und liegt zwischendurch monatelang herum. Im Koffer bleiben Schlüssel, Adapter und Ersatzscheiben beisammen, und die Scheiben bekommen keine Schläge ab. Wer ein gebrauchtes Gerät kauft, sollte trotzdem prüfen, ob beide Scheiben montiert und nicht verschlissen sind.

Sicherheit: Gehör, Augen, Lunge

Wie jede Mauernutfräse ist auch die POW 222 unter Last deutlich über 100 dB(A) laut. Gehörschutz ist deshalb Pflicht, nicht Empfehlung. Die Scheiben werfen Splitter, eine Schutzbrille gehört dazu. Und vor allem: Beim Schlitzen entsteht Quarzfeinstaub, der die Lunge dauerhaft schädigen kann. Schließen Sie die Fräse immer an einen geeigneten Baustaubsauger an und tragen Sie zusätzlich eine FFP2- oder FFP3-Maske. Ein Haushaltsstaubsauger ist dafür ungeeignet und nach kurzer Zeit hinüber.

Schlitzen Schritt für Schritt

  1. Leitungen orten. Mit einem Kabelsuchgerät prüfen und die Installationszonen nach DIN 18015-3 beachten. Neue Anschlüsse ans Netz legt eine Elektrofachkraft.
  2. Verlauf anzeichnen, nur senkrecht und waagerecht. Richtschnur oder Wasserwaage hilft.
  3. Tiefe und Breite einstellen. Rohrdurchmesser plus einige Millimeter, damit Putz darüber passt.
  4. Absaugung anschließen und einschalten.
  5. Maschine mit der Führungsrolle ansetzen, anlaufen lassen und langsam eintauchen.
  6. Mit gleichmäßigem Tempo ziehen. Zu schnelles Arbeiten überlastet den Motor, zu langsames lässt die Scheiben heiß laufen.
  7. Steg ausbrechen, Schlitz reinigen, Rohr mit Gips oder Schnellputz fixieren.

Scheiben: wann wechseln, welche kaufen

Die mitgelieferten Scheiben sind Universalscheiben für Mauerwerk. Sie halten bei Ziegel und Porenbeton lange, in Kalksandstein und Beton verschleißen sie deutlich schneller. Ein Wechsel ist fällig, wenn die Diamantsegmente fast bis auf den Stahlkern abgenutzt sind, die Fräse spürbar langsamer vorankommt oder die Scheiben zu glühen beginnen. Wechseln Sie immer beide Scheiben gemeinsam, sonst werden die Schnitte ungleich tief und der Steg bricht schief aus. Beim Kauf von Ersatz auf Durchmesser, Bohrung und zulässige Drehzahl achten; die Drehzahlangabe der Scheibe muss über der Leerlaufdrehzahl der Maschine liegen.

Typische Fehler

  • Schräg geschlitzt. Schräge Schlitze sind unzulässig und eine Gefahr für jeden, der später bohrt.
  • Zu tief in tragende Wände. Die zulässige Tiefe hängt von Wanddicke und Mauerwerk ab. Im Zweifel einen Statiker fragen.
  • Scheiben nicht gewechselt. Stumpfe Scheiben brennen und belasten den Motor. Immer beide zusammen tauschen.
  • Ohne Absaugung gearbeitet. Der Staub legt sich im ganzen Haus nieder und in der Lunge.

Vor- und Nachteile

Dafür
  • Kräftiger Motor für die Klasse
  • Einstellbare Tiefe bis 40 mm
  • Koffer und Absaugadapter dabei
  • Günstig in der Anschaffung
Dagegen
  • Breite nur in drei Stufen
  • Sehr laut
  • Für Dauereinsatz nicht ausgelegt
  • Nur zwei Scheiben, Ersatz extra

Häufige Fragen

Reicht die POW 222 für ein ganzes Haus?

Für eine Sanierung in Etappen ja, sofern Sie der Maschine Pausen gönnen und die Scheiben rechtzeitig wechseln. Für Profieinsätze Tag für Tag ist sie nicht gebaut.

Kann ich damit auch in Beton fräsen?

Grundsätzlich ja, mit geeigneten Scheiben, aber langsam. Bei Stahlbeton kann die Bewehrung im Weg liegen, und in tragende Betonbauteile darf nur nach Freigabe geschlitzt werden.

Welche Alternative gibt es?

In derselben Marke die leistungsstärkere PowerPlus POWX0650, bei den Profigeräten die Bosch-Mauernutfräsen.

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