Bosch Akku Säbelsäge PSA 18 LI im Praxistest

Inhalt10 Abschnitte
Eine Akku-Säbelsäge ist das Werkzeug für alles, was grob, schnell und ohne Steckdose getrennt werden muss: Äste, alte Latten, Kunststoffrohre, verrostete Schrauben. Die PSA 18 LI ist Bosch’ Einstieg in diese Klasse, gebaut für das grüne 18-Volt-System für Heimwerker. Ich habe sie an Holz, Ästen, Metall und Kunststoff ausprobiert.
Bilder aus dem Praxistest


































Was Bosch verspricht
Die Säge gibt es in drei Ausführungen: mit 2,0-Ah-Akku, mit 2,5-Ah-Akku und ohne Akku für alle, die schon Geräte aus dem System besitzen. Bosch verspricht kabelloses Arbeiten in Holz, Metall, Kunststoff und Gips, einen werkzeuglosen Blattwechsel und dank des sogenannten Syneon-Chips eine Elektronik, die Akku, Motor und Getriebe aufeinander abstimmt. Laut Hersteller soll das die Effizienz auf rund 85 % heben und die Leistung konstant halten, bis der Akku leer ist.
Dazu kommt eine zuschaltbare Pendelhub-Funktion: Das Blatt bewegt sich nicht nur vor und zurück, sondern zusätzlich leicht auf und ab. Das räumt die Späne besser aus und beschleunigt grobe Schnitte in Holz.
Die technischen Daten
| Spannung | 18 Volt, Lithium-Ionen |
| Akkukapazität | 2,0 oder 2,5 Ah, auch ohne Akku erhältlich |
| Hubzahl | 0–2800 min⁻¹ |
| Schnitttiefe Holz | 100 mm |
| Schnitttiefe Aluminium / Stahl | je 20 mm laut Hersteller |
| Gewicht | 2,3 kg netto |
| Blattaufnahme | werkzeuglos, für handelsübliche Blätter mit Universalschaft |
Dass die Säge handelsübliche Säbelsägeblätter aufnimmt, ist ein echter Vorteil. Man ist nicht auf teure Systemblätter angewiesen und bekommt Ersatz in jedem Baumarkt.
Der erste Eindruck
Schon beim Auspacken wirkt die Säge hochwertig. Auffällig ist die Handlichkeit: Mit 2,3 kg ist sie leicht genug für Überkopfarbeiten und für das Entasten mit ausgestrecktem Arm. Trotzdem liegt sie gut in der Hand.
Geführt wird sie mit zwei Händen: Die eine bedient am Hauptgriff den Schalter, die andere stützt die Säge vorn am gummierten Schaft hinter dem Handschutz. Eingeschaltet wird sie über zwei Tasten – den Drucktaster im Griff und eine Einschaltsperre an der Seite. Das ist bei Säbelsägen üblich und sinnvoll.
Holz und Äste
Setzt man die PSA 18 LI am Material an, überrascht die Kraft des kleinen Geräts. Äste bis etwa 7 cm Durchmesser trennt sie ohne Mühe, auch Kanthölzer und Latten für den Gartenzaun sind kein Problem. Mit zugeschaltetem Pendelhub geht es spürbar schneller, der Schnitt wird aber gröber.
Für Brennholz reicht sie für das gelegentliche Kürzen. Wer regelmäßig Stammholz sägt, ist mit einer Astkettensäge besser bedient – eine Säbelsäge ist bei dicken Stämmen schlicht langsamer.
Metall und Kunststoff
Auch bei Metall und Kunststoff hat sie mich überzeugt. Kunststoffrohre, dünne Profile, eine festgerostete Schraube – mit dem passenden Blatt geht das sauber. Bei Metall den Pendelhub ausschalten und mit mittlerer Hubzahl arbeiten; sonst hakt das Blatt und verschleißt schnell.
Vibration: eine Frage der Auflage
Positiv: Bei festem, stabilem Material vibriert die Säge praktisch gar nicht – vorausgesetzt, der Anschlagschuh liegt fest am Werkstück an. Das ist der eigentliche Trick bei jeder Säbelsäge und wird gern vergessen.
Anders sieht es bei dünnem, federndem Material aus. Ein frischer, dünner Ast oder eine lose Latte schwingt mit dem Hub mit, die Säge beginnt zu schlagen und reißt am Material, statt zu sägen. Für dünne, frische Zweige ist eine Gartenschere das bessere Werkzeug; lose Werkstücke vorher festspannen.
Akku: ausdauernd, aber umständlich
Der Akku hält lange durch. Auch nach mehreren Stunden mit Pausen ließ die Leistung nicht spürbar nach.
Zwei Punkte stören allerdings. Die Säge hat keine Ladestandsanzeige – man merkt am Nachlassen, dass es Zeit für den Wechsel ist. Und der Akku lässt sich verhältnismäßig schwer herausziehen. Wer es eilig hat, flucht. Mit etwas Übung gewöhnt man sich an den Handgriff, elegant ist er nicht.
Wofür sie sich eignet
Gut geeignet
| Weniger geeignet
|
Mein Ergebnis
Auf die PSA 18 LI kann man sich verlassen. Sie trennt Holz, Äste, Metall und Kunststoff kraftvoll, ist leicht und vibriert bei richtiger Auflage kaum. Abzüge gibt es für die fehlende Ladestandsanzeige, den hakeligen Akkuwechsel und das Verhalten bei dünnem, federndem Material.
Trotz dieser Punkte: eine klare Kaufempfehlung für Heimwerker, die eine handliche Säbelsäge ohne Kabel suchen – besonders für alle, die schon Akkus aus dem grünen Bosch-System haben. Allgemeines zu dieser Geräteklasse steht unter Akku-Säbelsäge und Säbelsäge; einen Vergleich aus der Profiklasse bietet der Test der Makita DJR183.
Häufige Fragen
Welche Sägeblätter passen?
Handelsübliche Säbelsägeblätter mit Universalschaft. Für Holz grobe Zahnung, für Metall feine, für Äste spezielle Grünholzblätter.
Wie dick darf ein Ast sein?
Bis etwa 7 cm ging es im Test ohne Mühe. Die Herstellerangabe für Holz liegt bei 100 mm Schnitttiefe; in der Praxis bestimmt eher die Blattlänge als der Motor die Grenze.
Lohnt die Version ohne Akku?
Ja, wenn Sie bereits Akkus aus dem 18-Volt-System von Bosch für Heimwerker besitzen. Sonst ist das Set mit Akku und Ladegerät günstiger als der Einzelkauf.



