Schraubstock

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Ein Schraubstock hält Werkstücke fest, damit Sie beide Hände für Säge, Feile oder Bohrer frei haben. Er ist das wichtigste Spannwerkzeug einer Werkstatt und sitzt fest an der Werkbank. Bei der Wahl zählen vor allem Backenbreite, Stabilität und eine gute Führung – ein wackelnder Schraubstock ist schlechter als gar keiner.
Die Bauformen
| Parallelschraubstock | Der Standard an der Werkbank. Die bewegliche Backe läuft parallel zur festen, Werkstücke werden über die ganze Backenfläche gespannt. |
| Maschinenschraubstock | Flach und präzise, für Bohr- und Fräsmaschinen. Wird auf den Maschinentisch gelegt oder verschraubt. |
| Feinmechaniker-Schraubstock | Klein, oft mit Saugfuß oder Tischklemme, für Modellbau und Elektronik. |
| Rohrschraubstock | Mit prismatischen Backen oder Kette für runde Rohre. |
| Flaschenschraubstock | Schmiedeschraubstock mit langem Standbein bis zum Boden, verträgt schwere Schläge. |
| Tischlerschraubstock | Hobelbankzange mit Holzbacken, in die Werkbank eingelassen. |
Für eine normale Heimwerkstatt ist ein Parallelschraubstock die richtige Wahl.

Backenbreite und Spannweite
Die Größe eines Schraubstocks wird meist über die Backenbreite angegeben. Heimwerkermodelle haben meist 100 bis 125 mm, professionelle Werkbankschraubstöcke 150 mm und mehr, bis etwa 200 mm.
Die Spannweite ist die maximale Öffnung. Sie liegt oft zwischen 100 und 150 mm. Eine Spannweite um 150 mm reicht für fast alles, was in einer Hobbywerkstatt vorkommt.
Kaufen Sie im Zweifel eine Nummer größer. Ein zu kleiner Schraubstock ist schnell an der Grenze, ein großer spannt auch kleine Teile.
Material und Verarbeitung
- Grauguss ist üblich, günstig und schwingungsdämpfend, aber schlagempfindlich. Bei harten Schlägen kann Grauguss brechen.
- Sphäroguss ist zäher und verträgt deutlich mehr.
- Geschmiedeter Stahl ist am robustesten und am teuersten.
Prüfen Sie die Führung: Die bewegliche Backe darf bei geöffnetem Schraubstock nur minimal Spiel haben. Eine geschützte Spindel, die nicht offen unter den Backen liegt, bleibt länger sauber und leichtgängig.
Nützliche Ausstattung
- Drehteller: Der Schraubstock lässt sich um 360 Grad drehen und in jeder Stellung klemmen.
- Wechselbare Backen: Gehärtete Stahlbacken mit Riffelung nutzen sich ab und sollten austauschbar sein.
- Rohrspannbacken: zusätzliche prismatische Backen unter den Hauptbacken, für Rohre und Rundmaterial.
- Amboss: kleine Fläche hinter der festen Backe für leichte Richtarbeiten.
Schutzbacken
Die gehärteten, geriffelten Backen hinterlassen Abdrücke auf weicheren Materialien. Schutzbacken aus Aluminium, Kunststoff, Kupfer oder Filz werden einfach aufgesteckt, meist mit Magneten. Sie sind Pflicht bei Holz, Kunststoff, lackierten oder verchromten Teilen und bei Gewinden, die unbeschädigt bleiben müssen. Ein Satz kostet wenige Euro.
Richtig montieren
- Position an der Werkbank: an der Ecke oder so weit vorn, dass die feste Backe knapp über die Vorderkante der Platte ragt. So lassen sich lange Werkstücke senkrecht nach unten spannen.
- Höhe: Die Oberkante der Backen sollte etwa auf Höhe Ihres Ellbogens liegen. Bei zu niedriger Werkbank eine Unterlage aus Holz einsetzen.
- Befestigen: mit Schrauben M10 oder M12 durch die Werkbankplatte, mit großen Unterlegscheiben und Muttern. Holzschrauben reichen nicht.
- Stabile Werkbank: Eine wackelnde Werkbank macht jeden Schraubstock nutzlos. Hinweise dazu bei der Werkbank und in der Anleitung Werkbank selber bauen.
Für wechselnde Arbeitsplätze gibt es Schraubstöcke mit Tischklemme. Sie halten auf einer mobilen Werkbank ausreichend, aber nie so fest wie ein verschraubtes Modell.
Typische Fehler
- Verlängerungsrohr auf dem Griff. Die Spindel und die Guss-Backen sind nicht für diese Kräfte gebaut. Wer das Rohr braucht, hat den falschen Schraubstock.
- Auf die Führung schlagen. Hämmern nur auf dem Amboss oder auf der festen Backe, nie auf der beweglichen Backe oder der ausgezogenen Führung.
- Werkstück weit überstehend spannen. Beim Sägen oder Feilen federt es und rattert. Nah an den Backen spannen.
- Spindel trocken lassen. Sie wird schwergängig und verschleißt.
Richtig spannen
Spannen Sie so fest wie nötig, nicht so fest wie möglich. Dünnwandige Rohre und Profile verformen sich unter den Backen schneller, als man denkt. Rohre gehören in die Rohrbacken oder zwischen zwei Holzklötze mit V-Kerbe. Lange Werkstücke stützen Sie am freien Ende ab, sonst hebeln sie beim Bearbeiten die Backen auf. Sägen Sie immer nah an den Backen, dann federt das Werkstück nicht, und das Sägeblatt klemmt nicht.
Pflege
Späne regelmäßig abbürsten, nicht abblasen – Druckluft treibt sie in die Führung. Spindel und Führung gelegentlich mit Fett oder Öl schmieren. Bei Nichtgebrauch leicht geschlossen lassen, damit sich kein Schmutz auf der Spindel sammelt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Schraubstock?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro, solide Parallelschraubstöcke mit 125 mm Backenbreite kosten 50 bis 120 Euro. Profimodelle aus Stahl liegen deutlich darüber.
Welcher Schraubstock für die Ständerbohrmaschine?
Ein Maschinenschraubstock, flach und präzise. Er wird am Bohrtisch verschraubt, damit er sich beim Bohren nicht mitdreht. Mehr bei der Ständerbohrmaschine.
Braucht man einen Schraubstock, wenn man einen Spanntisch hat?
Für Metallarbeiten meist ja. Ein Spanntisch ist flexibler für Holz und große Teile, erreicht aber nicht die Spannkraft eines Schraubstocks.

