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Heimwerker-Berater

Die Werkstatt einrichten - Tipps für die heimische Werkstatt!

Einrichtungvon Andreas5 Min. · 9 Abschnitte
Die Werkstatt einrichten - Tipps für die heimische Werkstatt!
Inhalt9 Abschnitte
  1. Der Raum
  2. Elektrik: der Punkt, an dem nicht gespart wird
  3. Licht
  4. Die Werkbank
  5. Absaugung und Atemschutz
  6. Ordnung: sichtbar statt verstaut
  7. Sicherheit
  8. Die Grundausstattung an Werkzeug
  9. Werkstattmöbel selbst bauen

Eine Werkstatt ist mehr als ein Raum mit Werkzeug darin. Wer sie richtig einrichtet, arbeitet schneller, sicherer und mit deutlich weniger Ärger. Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig: Erst kommen Strom und Licht, dann die Werkbank, dann die Ordnung.

Der Raum

Trocken muss er sein – das ist die einzige harte Bedingung. In einem feuchten Keller rosten Maschinen und Handwerkzeuge auch dann, wenn sie geölt sind, und Holzvorräte arbeiten unkontrolliert. Eine relative Luftfeuchte dauerhaft über 65 Prozent ist ein Problem, das Sie mit einem Hygrometer für wenige Euro erkennen und mit einem Luftentfeuchter lösen.

Eine Grundtemperatur von etwa 10 Grad genügt zum Lagern. Leime, Lacke und Silikone brauchen zum Verarbeiten allerdings meist mindestens 15 bis 18 Grad; darunter härten sie nicht oder nicht vollständig aus.

Der Boden sollte fugenlos und wischbar sein. Estrich mit Bodenbeschichtung ist ideal, weil verschüttetes Öl nicht einzieht und heruntergefallene Schrauben nicht in Fugen verschwinden.

Elektrik: der Punkt, an dem nicht gespart wird

Die meisten Heimwerkstätten hängen an einem einzigen Stromkreis, der ursprünglich für eine Kellerlampe gedacht war. Das reicht nicht.

  • Eigener Stromkreis mit 16 A für die Werkstatt
  • Fehlerstromschutzschalter (RCD) mit 30 mA – Pflicht bei Neuinstallation und in einer Werkstatt aus gutem Grund
  • Mehr Steckdosen als Sie für nötig halten. Acht Doppelsteckdosen auf Arbeitshöhe sind keine Übertreibung. Verlängerungskabel quer durch den Raum sind die häufigste Stolperstelle überhaupt.
  • CEE-Drehstromanschluss (400 V), falls später eine Abricht- und Dickenhobelmaschine, eine Formatkreissäge oder ein Kompressor dazukommen soll. Nachträglich zu verlegen ist ungleich teurer.

Arbeiten an der Unterverteilung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Das ist keine Vorsicht, sondern Vorschrift.

Licht

Grundlicht allein genügt nicht. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 nennt für grobe Werkstattarbeiten 300 Lux und für feine Arbeiten 500 bis 750 Lux. Praktisch heißt das: LED-Bänder an der Decke für die Fläche, eine zusätzliche Leuchte direkt über der Werkbank.

Als Rechengröße für die Grundbeleuchtung können Sie mit rund 270 Lumen pro Quadratmeter planen. Eine Farbtemperatur von etwa 5.300 Kelvin entspricht neutralem Tageslicht und lässt Farben und Maserung richtig erkennen.

Achten Sie darauf, dass Sie sich beim Arbeiten nicht selbst beschatten: Licht von vorne oder von beiden Seiten, nicht ausschließlich von hinten.

Gut ausgestattete heimische Werkstatt
Gut ausgestattete heimische Werkstatt | Foto: mihalec / Depositphotos.com

Die Werkbank

Sie ist das wichtigste Möbel. Gehen Sie von mindestens 2 Metern Länge aus und von 60 bis 80 cm Tiefe – kürzere Bänke sind beim ersten längeren Brett zu klein.

Die Höhe richtet sich nach Ihnen, nicht nach dem Katalog: Ellenbogenhöhe minus etwa 10 bis 15 cm. Für die meisten Erwachsenen landet man damit bei 85 bis 95 cm. Wer viel hobelt, geht tiefer; wer viel feine Montage macht, höher.

Die Platte sollte massiv sein – Buche-Leimholz ab 40 mm oder Multiplex ab 30 mm. Eine dünne Spanplatte federt bei jedem Hammerschlag und nimmt Feuchtigkeit auf.

Eine Vorderzange und eine Reihe Bankhakenlöcher im Raster von etwa 15 cm machen aus der Bank erst ein Werkzeug. Ohne Möglichkeit zum Spannen arbeitet man ständig mit einer Hand gegen das Werkstück.

Absaugung und Atemschutz

Holzstaub aus Eiche und Buche gilt als krebserzeugend, Quarzstaub aus Beton, Estrich und Fliesen ebenso. Beides entsteht bei fast jeder Arbeit.

Ein Haushaltsstaubsauger ist dafür ungeeignet: Er bläst den lungengängigen Feinstaub hinten wieder aus. Nötig ist ein Sauger der Staubklasse M, an die Maschine angeschlossen und idealerweise mit Einschaltautomatik.

Für Arbeiten ohne Absaugmöglichkeit – Flex, Mörtel, Schleifen über Kopf – gehört eine Maske mindestens der Klasse FFP2 in die Werkstatt, für Quarzstaub FFP3.

Ordnung: sichtbar statt verstaut

Was in geschlossenen Schubladen liegt, wird gesucht. Bewährt hat sich die Mischung:

  • Lochwand über der Werkbank für Handwerkzeug in Reichweite
  • Flache Schubladen für Bohrer, Bits, Messwerkzeug – tiefe Schubladen werden zu Sammelbecken
  • Regal mit Sichtlagerkästen für Schrauben und Kleinteile
  • Schrank für alles, was Staub nicht verträgt: Messmittel, Elektronik, Farben

Ein Umriss auf der Lochwand um jedes Werkzeug klingt übertrieben und ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Unordnung.

Sicherheit

Ein Feuerlöscher gehört an die Tür, nicht in die Ecke: Pulver oder Schaum, mindestens 6 kg. Ein Verbandkasten sichtbar an die Wand. Löse- und Brennbares gehört in einen Metallschrank, getrennt von Zündquellen.

Öl- und lacknasse Lappen können sich durch Selbstentzündung entzünden. Sie gehören ausgebreitet zum Trocknen oder in einen Metalleimer mit Deckel – niemals zusammengeknüllt in den Papierkorb.

Die Grundausstattung an Werkzeug

Wer neu einrichtet, kauft am besten nicht das Komplettset, sondern in dieser Reihenfolge nach:

Handwerkzeug zuerst. Hammer, Schraubendrehersatz, Zangensortiment, Maulschlüssel, Cuttermesser, Feilen, Japansäge, Stecheisen, Schraubzwingen. Von Zwingen kann man nicht zu viele haben – rechnen Sie mit mindestens acht in verschiedenen Längen.

Messen und Anreißen. Gliedermaßstab, Bandmaß 5 m, Anschlagwinkel, Wasserwaage 60 cm und 120 cm, Streichmaß, Messschieber. Ein Kreuzlinienlaser ist die lohnendste Anschaffung für alles, was an die Wand kommt.

Elektrowerkzeug nach Bedarf. Akkuschrauber und Bohrhammer decken die meisten Arbeiten ab. Danach kommen Stichsäge, Handkreissäge mit Führungsschiene und Exzenterschleifer. Bleiben Sie bei Akkugeräten möglichst in einem Akkusystem – die Akkus machen den größeren Teil der Kosten aus.

Stationärmaschinen zuletzt, und nur, wenn der Platz dauerhaft da ist. Eine Tischkreissäge, die jedes Mal aufgebaut werden muss, wird nicht benutzt.

Werkstattmöbel selbst bauen

Das erste Projekt in einer neuen Werkstatt ist oft die Werkstatt selbst – und das ist sinnvoll: Die Maße passen genau, das Material ist günstig, und Fehler sind folgenlos.

Bewährt hat sich ein Korpus aus 18-mm-Multiplex oder Siebdruckplatte auf einem Rahmen aus 60 × 40 mm Kantholz. Auf Rollen mit Feststeller lässt sich der Unterschrank zum Reinigen herausziehen.

Ein häufiger Anfängerfehler: zu tiefe Regale. Über 40 cm Tiefe verschwindet alles im Hintergrund. Lieber zwei flache Regale übereinander als eines, in das man hineinkriechen muss.

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