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Teppichfliesen – Tipps für eine einfache Verlegung

Einrichtungvon Christoph4 Min. · 8 Abschnitte
Teppichfliesen – Tipps für eine einfache Verlegung
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Sie brauchen
  2. Untergrund
  3. Akklimatisieren – nicht überspringen
  4. Den Ausgangspunkt bestimmen
  5. Verlegerichtung
  6. Die ersten Fliesen
  7. Randfliesen zuschneiden
  8. Zum Schluss

Teppichfliesen sind der einfachste textile Bodenbelag für Selbstverleger. Sie kommen in handlichen Quadraten, meist 50 × 50 cm, liegen ohne Kleber und lassen sich einzeln austauschen, wenn eine Fliese beschädigt ist.

Trotzdem entscheidet sich schon vor der ersten Fliese, ob das Ergebnis gut aussieht.

Was Sie brauchen

Viel ist es nicht: ein scharfes Cuttermesser mit Ersatzklingen, ein Stahllineal oder eine Schiene, ein Maßband, eine Schlagschnur oder ein Kreuzlinienlaser, ein Andrückroller und je nach System Fixierbänder oder Haftpunkte.

Wechseln Sie die Klinge häufiger, als Sie denken. Eine stumpfe Klinge reißt die Rückenbeschichtung ein, statt sie zu schneiden – das ist der häufigste Grund für unsaubere Randfliesen.

verschiedene Teppichfliesen einer Kollektion können individuell kombiniert werden
Verschiedene Teppichfliesen einer Kollektion können individuell kombiniert werden | © bricoflor

Untergrund

Der Untergrund muss eben, fest, sauber und trocken sein. Unebenheiten drücken sich bei Teppichfliesen weniger durch als bei Vinyl, aber sie führen dazu, dass Fliesenkanten nicht plan aufliegen und sich mit der Zeit aufstellen.

Beschädigungen ab etwa 2 mm Tiefe gehören mit Spachtelmasse ausgeglichen. Risse, Löcher und alte Kleberreste ebenso.

Prüfen Sie die Restfeuchte. Ein dichter Fliesenrücken über feuchtem Estrich führt zu Schimmel darunter. Für eine schnelle Einschätzung kleben Sie ein Stück Folie von etwa 50 × 50 cm ringsum dicht auf den Boden und sehen nach zwei Tagen nach, ob sich Kondenswasser gebildet hat.

Alte Teppichböden kommen herunter. Auf Fliesen und PVC können Teppichfliesen liegen, wenn der Belag fest sitzt; Fugen sollten vorher gefüllt werden.

Beim Verlegen des Fliesenteppichs muss der Untergrund perfekt trocken sein
Beim Verlegen des Fliesenteppichs muss der Untergrund perfekt trocken sein | © bricoflor

Akklimatisieren – nicht überspringen

Nehmen Sie die Fliesen aus der Verpackung und lagern Sie sie flach liegend mindestens 24 Stunden im Verlegeraum. Nicht stapeln, nicht hochkant stellen.

Die Untergrundtemperatur sollte dabei 15 Grad nicht unterschreiten; als Mindesttemperatur für Akklimatisierung und Verlegung werden häufig 18 Grad genannt. Kalte Fliesen sind steif, lassen sich schlechter schneiden und dehnen sich später im geheizten Raum aus – dann stehen die Kanten hoch.

Fliesenteppiche in vielen verschiedenen Farben
Fliesenteppiche in vielen verschiedenen Farben | © bricoflor

Den Ausgangspunkt bestimmen

Nicht an der Wand anfangen. Räume sind selten rechtwinklig, und wer an einer schiefen Wand beginnt, schiebt den Fehler durch den ganzen Raum.

Messen Sie stattdessen die Raummitte aus und schlagen Sie zwei Linien im rechten Winkel zueinander an. Von dort arbeiten Sie nach außen.

Prüfen Sie vor dem Verlegen, wie breit die Randfliesen werden. Bleibt an einer Seite nur ein schmaler Streifen von wenigen Zentimetern, verschieben Sie die Achse um eine halbe Fliesenbreite. Randstücke unter etwa 10 cm sehen nicht gut aus und halten schlecht.

Verlegerichtung

Jede Teppichfliese hat auf der Rückseite Richtungspfeile. Sie gibt es nicht zur Zierde: Der Flor liegt in einer Richtung, und Licht wird je nach Ausrichtung unterschiedlich reflektiert.

Daraus ergeben sich drei Verlegebilder:

Alle Pfeile gleich – eine durchgehende Fläche wie bei Bahnenware. Wirkt am ruhigsten, zeigt aber Farbunterschiede zwischen Chargen am deutlichsten.

Pfeile abwechselnd um 90 Grad gedreht – das klassische Schachbrett. Es kaschiert Chargenunterschiede und ist die sicherste Wahl.

Pfeile um 180 Grad versetzt – ergibt ein Streifenbild.

Entscheiden Sie sich vorher und bleiben Sie dabei. Eine einzelne falsch gedrehte Fliese sieht man aus jedem Winkel.

Mischen Sie die Fliesen aus mehreren Paketen. Farbunterschiede zwischen Produktionschargen verteilen sich so und fallen nicht als Block auf.

schöne Pflanzen auf Fliesenteppich
Schöne Pflanzen auf Fliesenteppich - eine tolle Kombination! | © bricoflor

Die ersten Fliesen

Legen Sie die erste Fliese exakt an den Kreuzungspunkt der beiden Linien. Die zweite legen Sie auf Stoß daneben – nicht mit Abstand und nicht überlappend, sondern Kante an Kante angeschoben.

Arbeiten Sie in Bahnen oder als wachsendes Quadrat vom Mittelpunkt aus. Prüfen Sie nach jeder dritten Reihe mit der Schlagschnur, ob die Kanten noch fluchten. Ein Versatz von einem Millimeter je Reihe summiert sich über zehn Reihen zu einem sichtbaren Fehler.

Selbstliegende Fliesen brauchen keinen Kleber. Bei größeren Flächen, in Durchgängen und unter Bürostühlen sind trotzdem Fixierbänder oder Haftpunkte sinnvoll – sonst wandert der Belag mit der Zeit.

Randfliesen zuschneiden

Legen Sie die zuzuschneidende Fliese deckungsgleich auf die letzte ganze Fliese. Eine zweite Fliese schieben Sie darüber bis an die Wand und nutzen deren Kante als Anschlag. Entlang dieser Kante ritzen Sie die untere Fliese von der Rückseite her an und brechen sie.

Das Verfahren überträgt das Maß, ohne dass Sie messen müssen – und es ist genauer als jedes Maßband.

Schneiden Sie immer von der Rückseite, dort ist die Linie sichtbar und die Kante reißt nicht aus. Lassen Sie an der Wand 1 bis 2 mm Luft; die Sockelleiste deckt das ab.

Zum Schluss

Rollen Sie die Fläche mit einem Andrückroller ab, besonders an den Fugen. Fliesen, die sich an einer Ecke aufstellen, drücken Sie noch einmal nach.

Nach ein bis zwei Wochen setzen sich die Fliesen. Sehen Sie dann noch einmal über die Fläche und schieben Sie einzelne Fliesen nach – das ist der Vorteil eines lose liegenden Belags.

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