Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Wasserdichte Kissenboxen

Einrichtungvon Christoph5 Min. · 8 Abschnitte
Wasserdichte Kissenboxen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wasserdicht, wasserabweisend, regensicher
  2. Worauf es stattdessen ankommt
  3. Eine vorhandene Box nachbessern
  4. Das Material bestimmt die Lebensdauer
  5. Größe und Deckellast
  6. Überwintern
  7. Wo Sie kaufen können
  8. Video zum Thema

„Wasserdicht“ steht auf fast jeder Kissenbox. Tatsächlich erfüllt kaum ein Modell diesen Anspruch im Wortsinn – und das ist kein Mangel der Hersteller, sondern eine bewusste Konstruktion. Wer versteht, warum, kauft besser und ärgert sich weniger.

Wasserdicht, wasserabweisend, regensicher

Für Aufbewahrungsboxen im Garten gibt es keine genormte Dichtheitsangabe. Bei Elektrogeräten sagt eine IP-Schutzart genau, was ein Gehäuse aushält; bei Gartenmöbeln darf jeder Hersteller schreiben, was er möchte.

Praktisch gibt es drei Stufen. Regensicher heißt: Von oben kommendes Wasser läuft außen ab, weil der Deckel übersteht. Das erfüllen fast alle Boxen. Wasserabweisend heißt zusätzlich, dass auch Schlagregen von der Seite nicht eindringt, weil Dichtlippen oder Labyrinthfalze verbaut sind. Wirklich wasserdicht wäre eine Box, die man überfluten könnte – und die gibt es im Gartenbereich praktisch nicht.

Das ist auch gut so. Eine hermetisch dichte Box wäre das schlechtere Produkt: Auflagen und Kissen geben Restfeuchte ab, und die muss irgendwohin. In einem geschlossenen Behälter kondensiert sie an der kühlen Innenwand und tropft zurück auf den Inhalt. Nach zwei Wochen riecht alles muffig, nach vier Wochen sitzen Stockflecken im Stoff, die nicht mehr herausgehen.

Worauf es stattdessen ankommt

Der entscheidende Punkt ist nicht Dichtheit, sondern die Kombination aus Regenschutz und Luftwechsel. Achten Sie auf diese fünf Merkmale:

Deckelüberstand rundum. Der Deckel muss über die Seitenwände ragen, nicht bündig aufliegen. Bündige Deckel führen Wasser genau in die Fuge.

Gefälle im Deckel. Eine leicht gewölbte oder geneigte Deckelfläche leitet Wasser ab. Ein flacher Deckel bildet eine Pfütze, die tagelang steht und an jeder Schwachstelle eindringt.

Belüftungsöffnungen. Gute Boxen haben Schlitze oder Gitter, meist unten seitlich. Sie lassen Luft zirkulieren, ohne dass Regen eintritt.

Erhöhter Boden. Füße oder ein Sockel halten die Box aus stehendem Wasser. Eine Box, die direkt auf der Terrasse steht, saugt bei jedem Starkregen von unten.

Ablauf im Boden. Manche Modelle haben ein kleines Loch mit Stopfen. Das klingt widersinnig und ist ein Qualitätsmerkmal: Was doch einmal hineinkommt, läuft wieder ab.

OBI hat wasserdichte Kissenboxen im Sortiment
OBI hat wasserdichte Kissenboxen im Sortiment. | Foto: defotoberg / Depositphotos.com

Eine vorhandene Box nachbessern

Wenn Ihre Box bei Regen Wasser zieht, lässt sich das meist mit wenigen Euro beheben.

Suchen Sie zuerst die Eintrittsstelle. Stellen Sie ein paar Blatt Küchenpapier an verschiedene Innenstellen und gießen Sie mit dem Gartenschlauch von oben und schräg von der Seite. Das nasse Papier zeigt, wo das Wasser hereinkommt.

Die häufigsten Stellen und ihre Lösungen:

  • Deckelfuge: selbstklebendes EPDM-Dichtband aus dem Baumarkt in die Fuge kleben, nicht auf den Deckel. EPDM hält UV und Frost aus, Moosgummi nicht.
  • Schraubenlöcher der Beschläge: von innen mit einem Tropfen Sanitärsilikon abdichten
  • Bodenfuge bei Stecksystemen: von außen mit einer dünnen Silikonraupe schließen
  • Staunässe von unten: vier Gehwegplatten oder Kunststofffüße unterlegen

Setzen Sie dabei nie die Belüftung außer Kraft. Wer alle Schlitze zuklebt, tauscht ein Regenproblem gegen ein Kondensproblem.

Das Material bestimmt die Lebensdauer

Polypropylen und Polyrattan sind der Standard: leicht, rostfrei, günstig. Der Schwachpunkt ist die UV-Alterung. Günstige Ware wird nach drei bis fünf Sommern spröde, bleicht aus und bricht an den Ecken. Achten Sie auf einen ausgewiesenen UV-Schutz und stellen Sie die Box nicht in die volle Südsonne.

Stahlblech, pulverbeschichtet ist deutlich stabiler, bietet mehr Einbruchwiderstand und altert kaum. Es ist schwer, und jeder Kratzer in der Beschichtung wird mit der Zeit zur Rostquelle. Ein Lackstift gehört zur Pflege dazu.

Holz ist die schönste und aufwendigste Lösung. Rechnen Sie mit einem Anstrich alle ein bis zwei Jahre, und sorgen Sie dafür, dass kein Holzteil dauerhaft Bodenkontakt hat.

Größe und Deckellast

Rechnen Sie den Bedarf aus dem Inhalt: Eine Polsterauflage für einen Hochlehner braucht etwa 30 bis 40 Liter, ein flaches Sitzkissen 10 bis 15 Liter. Für sechs Hochlehnerauflagen und vier Sitzkissen kommen Sie damit auf rund 250 Liter zuzüglich Reserve.

Prüfen Sie das Innenmaß, nicht das Außenmaß – bei doppelwandigen Boxen liegen dazwischen leicht 10 cm je Richtung.

Soll der Deckel als Sitzbank dienen, brauchen Sie mindestens 150 kg ausgewiesene Belastbarkeit. Achten Sie darauf, ob sich die Angabe auf den Deckel oder den Boden bezieht – das wird in Produktbeschreibungen gern vermischt.

Überwintern

Am besten kommen Kissen und Auflagen über den Winter ins Haus. Wo das nicht geht, helfen drei Dinge: vollständig trocken einräumen, ein paar Beutel Trockenmittel dazulegen und die Box an jedem trockenen Wintertag für eine Stunde öffnen.

Die Box selbst bleibt draußen stehen. Kunststoffboxen sollten dabei nicht leer und ungesichert im Sturm stehen – eine leere 900-Liter-Box wiegt kaum 25 kg und wandert bei kräftigem Wind über die Terrasse.

Wo Sie kaufen können

Kissenboxen gehören zum Standardsortiment und sind saisonal fast überall erhältlich.

Baumärkte wie OBI, Hornbach und Bauhaus führen ganzjährig eine Auswahl, meist Kunststoff und Metall. Der Vorteil: Sie sehen die Box vorher, können den Deckel öffnen und die Verarbeitung an den Kanten prüfen. Fragen Sie nach dem Innenmaß – auf dem Preisschild steht fast immer nur das Außenmaß.

Discounter haben im Frühjahr regelmäßig Aktionsware. Die Qualität schwankt; achten Sie besonders auf die Materialstärke und darauf, ob Gasdruckfedern verbaut sind.

Möbelhäuser und Gartencenter führen die optisch anspruchsvolleren Modelle, oft in Holz und Polyrattan.

Online ist die Auswahl am größten und der Preisvergleich am einfachsten. Hier gilt: Lesen Sie die Maßangaben genau und misstrauen Sie Produktbildern, die Gegenstände in unrealistischen Mengen zeigen.

Der Preis bewegt sich für einfache Kunststoffboxen ab etwa 60 bis 100 Euro, für große Modelle mit Gasdruckfedern bei 150 bis 300 Euro und für Stahl- und Holzboxen darüber.

Video zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren