Terrassenüberdachung Beleuchtung

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Eine Terrassenüberdachung ist tagsüber ein Sonnenschutz und abends ein Raum – aber nur, wenn das Licht stimmt. Ein einzelner heller Strahler an der Hauswand macht aus der Terrasse eine Baustelle. Mit drei Lichtebenen wird sie zum Wohnzimmer im Freien.
Zuerst: die Schutzart
Alles, was draußen hängt, braucht eine ausgewiesene IP-Schutzart. Die erste Ziffer steht für Fremdkörper, die zweite für Wasser.
| Schutzart | Bedeutung | Wo |
| IP20 | kein Wasserschutz | nur im Innenraum |
| IP44 | Spritzwasser allseitig | überdacht, geschützte Lage |
| IP65 | Strahlwasser, staubdicht | frei bewittert, Dachkante |
| IP67 | zeitweiliges Untertauchen | Bodeneinbau, Wegeleuchten |
Unter einer geschlossenen Überdachung genügt in der Regel IP44. An den Rändern, wo Schlagregen hinkommt, und bei offenen Lamellendächern sollten es IP65 sein. Bodeneinbaustrahler brauchen IP67, weil dort Wasser steht.

12 Volt oder 230 Volt
Niedervolt mit 12 oder 24 Volt ist für Heimwerker die sichere Wahl. Ein Transformator sitzt im geschützten Bereich, die Leitungen nach draußen führen Schutzkleinspannung. Berührung ist ungefährlich, und die Verlegung ist deutlich unkomplizierter.
Der Nachteil ist der Spannungsabfall: Bei langen Leitungen und dünnem Querschnitt kommt am Ende weniger an, und die letzten Leuchten sind dunkler. Rechnen Sie bei mehr als 10 m Leitungslänge mit mindestens 1,5 mm² Querschnitt, bei größeren Anlagen mehr.
230 Volt liefert mehr Leistung und verträgt lange Leitungen. Die Installation im Außenbereich ist allerdings Arbeit an der elektrischen Anlage: Sie braucht feuchtraumgeeignete Leitungen, korrekte Verbindungen in IP-geschützten Dosen und eine Absicherung über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA. Das gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Die drei Lichtebenen
Grundlicht. Gleichmäßige Helligkeit über der gesamten Fläche, am besten indirekt gegen die Dachunterseite gerichtet. Es soll niemanden blenden, der am Tisch sitzt.
Zonenlicht. Gerichtetes Licht über Esstisch und Sitzgruppe. Eine Hängeleuchte über dem Tisch – in geschützter Lage – wirkt am wohnlichsten.
Akzentlicht. Kleine Strahler auf Pflanzen, Mauern oder Holzstrukturen. Sie kosten wenig und machen den größten Unterschied im Eindruck.
Planen Sie die Ebenen getrennt schaltbar. Das ist der Unterschied zwischen einer Terrasse zum Essen und einer zum Sitzen.
Lichtfarbe und Helligkeit
Für den Außenwohnbereich gehören 2.700 Kelvin an die Decke, allenfalls 3.000. Alles darüber wirkt kühl und erinnert an Parkplatzbeleuchtung.
Beim Helligkeitsbedarf hilft eine grobe Orientierung: Für eine gemütliche Terrassenbeleuchtung genügen etwa 100 bis 150 Lumen pro Quadratmeter, über dem Esstisch etwas mehr. Ein Set aus zehn Einbaustrahlern mit je 200 Lumen deckt damit rund 15 m² ab.
Dimmbarkeit lohnt sich hier besonders, weil die Terrasse von Kaffeerunde bis Spätabend ganz unterschiedliche Stimmungen braucht. Prüfen Sie, ob Leuchte und Transformator dimmbar sind – das lässt sich nicht nachrüsten.
Ein angenehmer Nebeneffekt warmer Lichtfarben: Insekten orientieren sich stark an kurzwelligem, blauem und ultraviolettem Licht. Warmweiße LED ohne UV-Anteil zieht deutlich weniger Mücken an als eine kaltweiße Leuchte.
Die Bauformen
Einbaustrahler verschwinden bündig in der Dachunterseite. Die sauberste Optik, verlangt aber, dass die Kabelführung vor der Montage des Daches geplant wird.
Aufbaustrahler und Spots lassen sich nachrüsten und ausrichten. Praktisch, wenn Sie später noch etwas ändern wollen.
LED-Bänder in Aluprofilen an den Querträgern erzeugen durchgehendes, indirektes Licht. Achten Sie auf ein Profil mit Abdeckung und auf ein Band mit ausreichender Schutzart – ungeschützte Bänder aus dem Innenbereich halten draußen keine Saison.
Lichterketten sind die günstigste Lösung und erzeugen sofort Atmosphäre. Für dauerhafte Installation brauchen sie eine Außenzulassung.
Bodeneinbaustrahler setzen Pfosten und Pflanzen in Szene. Sie müssen begehbar und IP67 sein.
Kabel vorher planen
Der Punkt, an dem nachträglich fast immer Kompromisse entstehen. Wenn die Überdachung neu gebaut wird, legen Sie Leerrohre in die Pfosten und Querträger, bevor die Verkleidung kommt – auch dann, wenn Sie erst später Licht einbauen wollen.
Bei Aluminiumsystemen gibt es dafür meist vorgesehene Kanäle. Nutzen Sie sie; Kabel, die außen am Träger entlanglaufen, sieht man immer.
Der Transformator gehört in einen trockenen, belüfteten Bereich und braucht Wartungszugang. Bauen Sie ihn nicht ein, ohne dass man später noch herankommt.
Was es kostet
Ein Set aus zehn 12-Volt-Einbaustrahlern mit Transformator und Kabeln liegt bei etwa 80 bis 200 Euro. Einzelne hochwertige Außenstrahler kosten 30 bis 100 Euro. LED-Profile für indirektes Licht schlagen mit etwa 20 bis 40 Euro je laufendem Meter zu Buche.
Die Installation einer 230-Volt-Anlage durch einen Fachbetrieb kostet je nach Aufwand zusätzlich mehrere hundert Euro – und ist an dieser Stelle gut angelegtes Geld.
Häufige Fehler
Zu viel Licht. Der verbreitetste Fehler. Eine Terrasse braucht nicht die Helligkeit einer Küche. Zu viel Licht macht den Garten dahinter schwarz und die Terrasse zur Bühne.
Alles auf einem Schalter. Ohne getrennte Kreise gibt es nur an oder aus – und damit keine Stimmung.
Nur Deckenlicht. Licht ausschließlich von oben wirft harte Schatten in die Gesichter. Eine Leuchte auf Tischhöhe verändert den Eindruck sofort.
Innenleuchten draußen verwendet. Sie halten eine Saison, dann sitzt Wasser im Gehäuse.
Kabel nachträglich verlegt. Sichtbare Leitungen am Träger entwerten eine sonst saubere Konstruktion.
Rücksicht auf Nachbarn und Nachttiere
Licht, das über die Grundstücksgrenze strahlt, kann als unzumutbare Beeinträchtigung gelten – vor allem Strahler, die direkt in ein Nachbarfenster leuchten.
Richten Sie Außenleuchten deshalb grundsätzlich nach unten und verwenden Sie abgeschirmte Gehäuse. Das hilft auch Insekten und nachtaktiven Tieren, für die dauerhafte Beleuchtung eine echte Belastung ist. Eine Zeitschaltuhr oder ein Bewegungsmelder, der die Akzentbeleuchtung nach Mitternacht abschaltet, ist die einfachste Lösung.



