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Heimwerker-Berater

Terrassendielen aus Holz

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 11 Abschnitte
Terrassendielen aus Holz
Inhalt11 Abschnitte
  1. Dauerhaftigkeit: die wichtigste Zahl
  2. Heimische Hölzer
  3. Tropenholz
  4. Thermoholz
  5. WPC als Alternative
  6. Die Unterkonstruktion
  7. Konstruktiver Holzschutz
  8. Verschrauben
  9. Pflege
  10. Typische Fehler
  11. Häufige Fragen

Terrassendielen aus Holz fühlen sich warm an, werden in der Sonne nicht glühend heiß und bekommen mit den Jahren eine silbergraue Patina. Wie lange sie halten, hängt weniger vom Preis ab als von zwei Dingen: der natürlichen Dauerhaftigkeit des Holzes und davon, ob Wasser nach dem Regen schnell ablaufen und abtrocknen kann.

Dauerhaftigkeit: die wichtigste Zahl

Wie gut ein Holz Pilzen widersteht, wird in Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350 eingeteilt, von Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft). Für Terrassendielen ohne chemischen Schutz sollten es mindestens Klasse 3 sein, besser 1 oder 2.

HolzDauerhaftigkeit (ca.)Hinweis
Robinie1–2heimisch, sehr hart, oft krumm gewachsen
Eiche2heimisch, gerbstoffreich, verfärbt mit Eisen
Lärche, Douglasie3–4heimisch, günstig, harzt, splittert
Kiefer, kesseldruckimprägniertdurch Imprägnierung verbessertgünstigste Diele, grünlich
Thermoholz1–2durch Hitze behandelt, formstabil, spröder
Bangkirai, Ipe, Cumaru1–2Tropenholz, auf FSC-Zertifikat achten

Heimische Hölzer

Lärche und Douglasie sind der Einstieg: günstig, gut zu verarbeiten, mit schöner rötlicher Farbe. Sie halten bei gutem konstruktivem Holzschutz etwa 10 bis 15 Jahre, neigen aber zu Harzaustritt und Splittern. Mehr dazu unter Lärchenbretter. Eiche und Robinie sind deutlich dauerhafter, aber teurer und schwerer zu bekommen. Eiche enthält viel Gerbsäure, die mit normalem Stahl schwarze Flecken bildet – Edelstahlschrauben sind Pflicht.

Tropenholz

Bangkirai, Ipe und Cumaru sind sehr hart und dauerhaft. Sie werden seit Jahrzehnten für Terrassen verwendet. Kaufen Sie nur Holz mit FSC- oder PEFC-Zertifikat, sonst stammt es womöglich aus Raubbau. Tropenhölzer sind schwer zu bearbeiten: Jedes Schraubloch muss vorgebohrt werden, und die Sägeblätter werden schnell stumpf. Bangkirai kann in den ersten Wochen Inhaltsstoffe auswaschen, die helle Beläge darunter verfärben.

Thermoholz

Thermoholz wird bei hohen Temperaturen ohne Chemie behandelt. Dabei verändern sich die Holzbestandteile so, dass Pilze weniger Nahrung finden und das Holz weniger Wasser aufnimmt. Heimische Hölzer wie Esche oder Kiefer werden dadurch so dauerhaft wie Tropenholz. Der Nachteil: Thermoholz ist spröder und bruchempfindlicher, die Unterkonstruktion braucht deshalb engere Abstände. Einzelheiten unter Thermoholz.

WPC als Alternative

WPC besteht zu etwa 50 bis 70 Prozent aus Holzfasern, der Rest ist Kunststoff. Es splittert nicht, braucht keinen Anstrich und ist in vielen Farben erhältlich. Dafür heizt es sich in der Sonne stärker auf, dehnt sich bei Wärme in der Länge deutlich aus und verlangt größere Fugen an den Stirnseiten. Gutes WPC ist nicht billiger als gutes Holz.

WPC-Terrassenbau
WPC-Terrassenbau | Foto: ronstik / Depositphotos.com

Die Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion hält die Terrasse, nicht die Dielen. Sie muss mindestens so dauerhaft sein wie der Belag, bei Lärchendielen also nicht aus unbehandelter Fichte. Viele Bauherren verwenden Aluminium, weil es nicht fault. Der Abstand der Kanthölzer liegt meist zwischen 40 und 60 cm, abhängig von Dielenstärke und Holzart – verbindlich ist die Herstellerangabe. Die Balken liegen nicht direkt auf dem Boden, sondern auf Gummipads, Stelzlagern oder Betonplatten. Mehr unter Holzterrasse Unterkonstruktion.

Konstruktiver Holzschutz

  1. Gefälle. Etwa 1 bis 2 Prozent vom Haus weg, in Längsrichtung der Dielen, damit Wasser abläuft. Rechnen hilft Gefälle berechnen.
  2. Fugen. Zwischen den Dielen 5 bis 8 mm Abstand, damit Wasser abläuft und Luft zirkuliert.
  3. Belüftung. Unter der Terrasse muss Luft zirkulieren. Seitlich komplett verkleidete Terrassen faulen von unten.
  4. Kein Kontakt zum Erdreich. Weder Dielen noch Unterkonstruktion.
  5. Hirnholz schützen. Schnittkanten mit Hirnholzwachs versiegeln, dort dringt am meisten Wasser ein.

Verschrauben

Holzdielen werden mit Edelstahlschrauben befestigt, je Auflager zwei Schrauben, bei harten Hölzern vorgebohrt und angesenkt. Verzinkte Schrauben rosten und verursachen Flecken. Alternativ gibt es verdeckte Befestigungssysteme mit Clips, die sichtbare Schraubenköpfe vermeiden. Hinweise zur Schraubenwahl unter Spanplattenschrauben.

Pflege

Unbehandeltes Holz vergraut innerhalb eines Jahres – das ist eine Schutzschicht, kein Schaden. Wer die ursprüngliche Farbe behalten will, muss ein- bis zweimal im Jahr ölen. Vor dem Ölen die Dielen gründlich reinigen, mit einer Bürste oder einem Terrassenreiniger. Hochdruckreiniger nur mit Flächenaufsatz und Abstand, der harte Strahl raut das Holz auf.

Typische Fehler

  • Unterkonstruktion aus schwächerem Holz als die Dielen. Die Terrasse fault von unten, obwohl die Dielen noch gut sind.
  • Dielen ohne Fuge verlegt. Holz quillt bei Nässe, die Dielen wölben sich und Wasser steht auf der Fläche.
  • Kein Gefälle. Pfützen und Moos sind die Folge.
  • Verzinkte Schrauben bei Eiche oder Lärche. Schwarze Flecken rund um jeden Schraubenkopf.

Häufige Fragen

Was kosten Terrassendielen aus Holz?

Kesseldruckimprägnierte Kiefer gibt es ab etwa 15 Euro je Quadratmeter, Lärche und Douglasie ab etwa 25 Euro, Thermoholz, Eiche und Tropenholz 50 bis über 100 Euro, jeweils ohne Unterkonstruktion.

Welche Seite nach oben?

Das ist Geschmackssache. Die geriffelte Seite ist nicht automatisch rutschfester, in den Rillen sammeln sich Wasser und Schmutz. Viele verlegen die glatte Seite nach oben.

Wie lange hält eine Holzterrasse?

Je nach Holz und Bauweise zwischen 10 und über 25 Jahren. Konstruktiver Holzschutz ist dabei wichtiger als jeder Anstrich.

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