Rollputz auftragen

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Rollputz aufzutragen ist Malerarbeit mit schwererem Material: Grundieren, gleichmäßig rollen, ohne Pause bis zur nächsten Ecke durcharbeiten. Wer das Tempo hält und nie in angetrocknete Flächen zurückrollt, bekommt eine Wand ohne Ansätze. Die meisten misslungenen Flächen scheitern nicht am Material, sondern an der Unterbrechung mitten in der Wand.
Was Sie brauchen
- Rollputz, etwa 1 bis 2 kg je Quadratmeter, genaue Angabe auf dem Eimer
- passende Grundierung (Tiefgrund oder Quarzgrund laut Hersteller)
- Strukturrolle mit Bügel und Teleskopstiel, dazu ein Abstreifgitter
- Pinsel oder kleine Rolle für Ecken
- Rührquirl für die Bohrmaschine
- Abdeckfolie, Malerkrepp, Malervlies für den Boden
- Spachtel und Spachtelmasse für Löcher
Was Rollputz ist und auf welchen Untergründen er hält, steht im Grundlagenbeitrag Rollputz. Hier geht es um die Arbeit selbst.
Den Untergrund vorbereiten
Löcher und Risse zuerst schließen. Rollputz überdeckt Haarrisse, aber keine Dübellöcher und keine abgeplatzten Stellen. Spachteln Sie alles, was tiefer ist als etwa ein Millimeter, und schleifen Sie es nach dem Trocknen plan.
Staub und Fett entfernen. Die Wand abkehren, in der Küche mit etwas Spülmittel abwaschen. Auf staubigem Untergrund haftet kein Putz.
Grundieren. Stark saugende Flächen wie Gipsputz oder Gipskarton bekommen Tiefgrund, glatte Flächen wie alte Farbe einen Quarzgrund. Die Grundierung muss vollständig durchtrocknen, meist zwölf bis 24 Stunden. Wer am selben Tag weitermacht, riskiert Blasen und schlechte Haftung.
Abkleben. Steckdosen und Schalter abkleben, Sockelleisten und Fensterrahmen mit Krepp schützen. Den Kreppstreifen ziehen Sie später ab, solange der Putz noch feucht ist.
Den Putz richtig einstellen
Rollputz kommt gebrauchsfertig, setzt sich aber im Eimer ab. Rühren Sie ihn mit dem Quirl bei niedriger Drehzahl gründlich auf, bis er gleichmäßig cremig ist. Hohe Drehzahl schlägt Luft ein, die später als Bläschen in der Wand sitzt.
Ist er zu steif, darf nach Herstellerangabe eine kleine Menge Wasser hinein, meist nur wenige Prozent des Eimerinhalts. Mehr verdünnt das Bindemittel, und die Struktur fällt ein. Mischen Sie für eine Wand am besten Material aus einem Eimer oder rühren Sie mehrere Eimer zusammen, damit kein Farbunterschied entsteht.
Schritt für Schritt auftragen
- Ecken vorlegen. Mit Pinsel oder kleiner Rolle einen Streifen von etwa 10 cm an Decke, Ecken und Sockel auftragen, aber nur so weit, wie Sie in den nächsten Minuten die Fläche anschließen.
- Rolle satt aufnehmen. Die Rolle in den Putz tauchen und am Gitter nur leicht abstreifen. Zu wenig Material ergibt eine dünne, fleckige Struktur.
- Bahnen von oben nach unten. Rollen Sie in senkrechten Bahnen von etwa einer Rollenbreite, zuerst in einer Richtung verteilen, dann kreuzweise.
- Nass in nass anschließen. Jede neue Bahn überlappt die vorige, solange diese noch feucht ist.
- Zum Schluss senkrecht abrollen. Mit leichtem Druck in einer Richtung von oben nach unten über die ganze Bahn. Das gibt die gleichmäßige Endstruktur.
- Wand ohne Pause fertig machen. Unterbrechen Sie erst an einer Ecke oder Kante.
Tempo und Temperatur
Rollputz braucht zum Verarbeiten meist mindestens 5 Grad Luft- und Untergrundtemperatur, viele Hersteller empfehlen mehr. Zu warm ist genauso ungünstig: Bei direkter Sonne oder Heizungsluft trocknet der Putz an, bevor die nächste Bahn anschließt. Lüften Sie während der Arbeit nicht mit Durchzug, sondern erst danach. Bei großen Wänden oder Decken lohnt ein zweiter Helfer: einer legt vor, der andere rollt ab.
Decken sind anstrengender
An der Decke gilt dasselbe, nur mit Teleskopstiel und Nacken. Arbeiten Sie parallel zum Fenster, also in Richtung des einfallenden Lichts, damit Ansätze im Streiflicht nicht auffallen. Und tragen Sie weniger Material auf als an der Wand, sonst tropft es.
Trocknen und Nacharbeit
Rollputz ist nach wenigen Stunden oberflächlich trocken, durchgetrocknet nach ein bis zwei Tagen, je nach Schichtdicke und Raumklima. Ziehen Sie das Klebeband ab, solange der Putz noch feucht ist, sonst reißen die Kanten aus. Kleine Fehlstellen lassen sich nach dem Trocknen mit einer Tupfrolle ausbessern, fallen aber oft als Flecken auf. Besser ist es, die ganze Wand in einem Zug gleich richtig zu machen.
Typische Fehler
- Pause mitten in der Wand. Der Übergang bleibt für immer als Streifen sichtbar.
- Zurückrollen in angetrocknete Flächen. Die Struktur reißt auf und wird fleckig.
- Keine Grundierung. Der Putz trocknet ungleichmäßig oder platzt später ab.
- Zu viel Wasser. Er rollt sich leichter, trägt aber zu dünn auf und deckt schlecht.
- Zu dünn aufgetragen, um Material zu sparen. Dann scheint der Untergrund durch, und ein zweiter Durchgang wird fällig.
Häufige Fragen
Wie viele Schichten brauche ich?
In der Regel eine. Ein zweiter Durchgang nach dem Trocknen ist nur nötig, wenn der Untergrund durchscheint oder die Struktur gröber werden soll.
Kann ich Rollputz spritzen?
Mit geeigneter Technik ja. Für größere Flächen gibt es Geräte wie die Putzpistole. Für ein einzelnes Zimmer ist die Rolle schneller, weil Abdecken und Reinigen entfallen.
Wie reinige ich das Werkzeug?
Sofort mit Wasser, solange der Putz feucht ist. Angetrockneter Dispersionsputz lässt sich aus einer Rolle kaum noch auswaschen.



