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Heimwerker-Berater

Holzterrasse Unterkonstruktion

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Holzterrasse Unterkonstruktion
Inhalt11 Abschnitte
  1. Der Aufbau von unten nach oben
  2. Den Untergrund vorbereiten
  3. Gefälle und Belüftung
  4. Balkenabstand
  5. Holz für die Unterkonstruktion
  6. Aluminium als Alternative
  7. Pads, Stelzlager und Abstandhalter
  8. Befestigung
  9. Anschluss ans Haus und Aufbauhöhe
  10. Typische Fehler
  11. Häufige Fragen

Die Dielen sieht man, die Unterkonstruktion nicht. Trotzdem entscheidet sie, wie lange eine Holzterrasse hält: Fault der Unterbau, fällt die ganze Terrasse – egal wie gut das Deckholz ist. Die Regeln sind einfach: tragfähiger Grund, Wasser ableiten, Holz belüften, Abstände einhalten.

Der Aufbau von unten nach oben

  1. Tragfähiger Untergrund: verdichteter Schotter, eine vorhandene Betonplatte oder Punktfundamente.
  2. Auflager: Gehwegplatten, Betonsteine, Stelzlager oder Fundamente, auf denen die Balken liegen.
  3. Trennlage: Gummi- oder Kunststoffpads zwischen Auflager und Holz.
  4. Tragbalken in Längsrichtung, darauf je nach Bauart eine Querlattung.
  5. Terrassendielen, verschraubt oder mit verdeckten Clips befestigt.

Unter der Terrasse gehört ein Unkrautvlies oder Kies, damit nichts durchwächst und die Fläche gut abtrocknet.

Den Untergrund vorbereiten

Auf Erde wird der Mutterboden abgetragen, ein Unterbau aus Schotter eingebracht und verdichtet. Die Balken liegen auf Platten oder Steinen, die wiederum auf diesem Schotter ruhen. Auf einer bestehenden Betonplatte können die Balken mit Pads direkt aufliegen, solange Wasser ungehindert abläuft. Für erhöhte Terrassen oder weichen Boden sind Punktfundamente oder Schraubfundamente die richtige Wahl.

Gefälle und Belüftung

Planen Sie ein Gefälle von etwa 1 bis 2 Prozent weg vom Haus, am besten in Längsrichtung der Dielen, damit Wasser entlang der Rillen und Fugen abfließt. Auf 4 m Terrassentiefe sind das 4 bis 8 cm.

Luft ist der beste Holzschutz. Zwischen Balkenunterseite und Boden sollten mindestens einige Zentimeter Abstand bleiben, damit Holz abtrocknen kann. Die Seiten der Terrasse bleiben offen oder bekommen eine Blende mit Lüftungsspalt. Zur Hauswand halten Sie 1 bis 2 cm Abstand.

Balkenabstand

DielenstärkeAchsabstand der Tragbalken, Richtwert
bis ca. 25 mmca. 40 cm
ca. 26–28 mmca. 50 cm
über 28 mm, Hartholzbis ca. 60 cm
WPCmeist 30–40 cm, nach Hersteller

Maßgeblich ist immer die Angabe des Dielenherstellers. Zu weite Abstände lassen die Dielen federn und brechen. Am Dielenende, an Stößen und an Kanten braucht es jeweils eigene Balken oder Doppelbalken, damit jede Diele auf beiden Seiten sicher aufliegt. Die Tragbalken selbst werden auf ihren Auflagern meist im Abstand von 50 bis 80 cm unterstützt, je nach Querschnitt.

Holz für die Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion muss mindestens so dauerhaft sein wie der Belag, besser dauerhafter – sie wird seltener trocken als die Dielen. Geeignet sind:

  • Hartholz wie Bangkirai oder andere Tropenhölzer der passenden Dauerhaftigkeitsklasse, vor allem unter Hartholzdielen.
  • Lärche und Douglasie mit Kernholz, die gängige Wahl unter Nadelholzdielen.
  • Kesseldruckimprägnierte Kiefer mit ausreichender Eindringtiefe für die Gebrauchsklasse mit Bodennähe.

Querschnitte von 45 × 70 mm oder 45 × 90 mm sind üblich. Verwenden Sie keine unterschiedlich arbeitenden Hölzer, wenn es sich vermeiden lässt, und legen Sie Balken hochkant.

Aluminium als Alternative

Aluprofile verrotten nicht, sind absolut gerade und leicht. Sie sind teurer als Holz, halten aber praktisch unbegrenzt. Besonders bei WPC-Dielen und auf Betonflächen oder Dächern mit geringer Aufbauhöhe spielen sie ihre Stärken aus. Wegen der Wärmeausdehnung werden Aluprofile mit Dehnfugen gestoßen.

Pads, Stelzlager und Abstandhalter

Gummigranulat-Pads trennen Holz vom Auflager, dämpfen Trittschall und verhindern, dass Wasser unter dem Balken steht. Mit unterschiedlich dicken Pads gleichen Sie kleine Höhenunterschiede aus.

Stelzlager sind höhenverstellbare Kunststofffüße, ideal auf Beton- oder Dachflächen und zum schnellen Ausgleichen des Gefälles.

Abstandhalter für die Dielen sichern gleichmäßige Fugen, meist 5 bis 8 mm. Die Fuge braucht das Holz, um zu quellen, und das Wasser, um abzulaufen.

Befestigung

Schrauben aus Edelstahl, im Zweifel A4, damit keine schwarzen Flecken durch Reaktion mit Gerbstoffen entstehen. Zwei Schrauben je Kreuzungspunkt, etwa 2 cm vom Rand. Bei Hartholz vorbohren und ansenken. Verdeckte Clipsysteme sehen sauberer aus, verlangen aber oft passend genutete Dielen. Mehr zur Wahl des Belags unter Terrassendielen aus Holz.

Anschluss ans Haus und Aufbauhöhe

Die Oberkante der fertigen Terrasse liegt idealerweise etwas unter der Schwelle der Terrassentür, damit Schlagregen nicht über die Schwelle ins Haus läuft. Rechnen Sie die Aufbauhöhe von oben nach unten: Dielenstärke, Lattung, Balken, Pads, Auflager. Daraus ergibt sich, wie tief Sie auskoffern müssen. Bei knapper Höhe helfen flache Aluprofile oder Balken ohne Querlattung. Abdichtung und Sockelputz des Hauses dürfen durch die Terrasse nicht beschädigt oder überdeckt werden, und Lichtschächte, Revisionsöffnungen oder Regenfallrohre bleiben erreichbar – am besten über eine herausnehmbare Dielenklappe.

Typische Fehler

  • Balken direkt auf die Erde gelegt. Faulen in wenigen Jahren.
  • Kein Gefälle. Wasser steht, Dielen vergrauen fleckig und werden rutschig.
  • Weichere Unterkonstruktion als Belag. Die Dielen überleben den Unterbau.
  • Dielen ohne Fuge verlegt. Sie wölben sich beim Quellen.
  • Verzinkte Schrauben. Rostfahnen und Flecken im Holz.

Häufige Fragen

Brauche ich ein Fundament?

Nicht unbedingt ein Betonfundament, aber immer einen tragfähigen, frostsicheren und verdichteten Untergrund. Auf gut verdichtetem Schotter mit Gehwegplatten liegen viele bodennahe Terrassen jahrzehntelang.

Was kostet die Unterkonstruktion?

Für Holz rechnen Sie grob mit 15 bis 40 Euro je Quadratmeter an Material, für Aluminium mit mehr. Hinzu kommen Pads, Schrauben, Schotter und Vlies.

Wie reinige ich die Terrasse später?

Mit Bürste und Wasser, bei Bedarf mit einem Holzentgrauer. Hochdruckreiniger rauen die Oberfläche auf. Tipps unter Terrassenreiniger.

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