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Heimwerker-Berater

Vordach für die Haustür - Welches Material eignet sich?

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 11 Abschnitte
Vordach für die Haustür - Welches Material eignet sich?
Inhalt11 Abschnitte
  1. Lohnt sich ein Vordach?
  2. Die Materialien
  3. Glas: nur Verbundsicherheitsglas
  4. Kunststoff: Polycarbonat und Acryl
  5. Holz
  6. Metall und Beton
  7. Größe und Form
  8. Befestigung
  9. Genehmigung
  10. Selbst bauen oder Handwerker
  11. Häufige Fragen

Ein Vordach über der Haustür schützt Sie beim Aufschließen vor Regen, die Tür vor Witterung und den Eingangsbereich vor Nässe und Laub. Welches Material passt, hängt von Architektur, Budget und davon ab, ob die Fassade gedämmt ist. Die Unterschiede liegen in Pflege, Lebensdauer und Lichtdurchlass.

Lohnt sich ein Vordach?

Fast immer. Die Haustür ist das am stärksten beanspruchte Bauteil der Gebäudehülle. Ein Vordach hält Schlagregen von Tür und Schloss fern, verlängert die Lebensdauer von Holz- und Kunststofftüren und sorgt dafür, dass die Stufe vor der Tür im Winter seltener vereist. Und wer mit Einkäufen vor der Tür steht, freut sich über jede trockene Minute.

Die Materialien

MaterialStärkenSchwächen
Glas (VSG)hell, modern, langlebigteuer, zeigt Schmutz
Polycarbonat/Acrylleicht, günstig, lichtdurchlässigkann vergilben und verkratzen
Holzwarm, passt zu Landhaus und Fachwerkbraucht Pflege und Holzschutz
Metall (Edelstahl, Alu, Zink)robust, wartungsarmdunkel darunter, Blech kann bei Regen klingen
Betondauerhaft, massivmuss beim Bau eingeplant werden

Glas: nur Verbundsicherheitsglas

Glasvordächer sind heute am beliebtesten. Für Überkopfverglasungen ist Verbundsicherheitsglas (VSG) vorgeschrieben: Bricht die Scheibe, halten die Folien die Splitter zusammen, und nichts fällt herab. Reines Einscheibensicherheitsglas zerfällt in kleine Krümel, die dann nach unten regnen. Die Befestigung erfolgt mit Punkthaltern oder Wandprofilen aus Edelstahl, dazu oft Zugstangen.

Kunststoff: Polycarbonat und Acryl

Stegplatten und Massivplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sind leichter und günstiger als Glas. Polycarbonat ist nahezu bruchsicher, Acrylglas klarer, aber spröder. Plattenstärken ab etwa 5 mm sind sinnvoll, damit sich die Fläche unter Schnee nicht durchbiegt. Achten Sie auf UV-geschützte Qualitäten, sonst vergilben die Platten nach einigen Jahren.

Holz

Schönes Vordach aus Holz
Schönes Vordach aus Holz | Foto: halpand / Depositphotos.com

Ein Holzvordach passt zu Häusern mit Holzelementen, Fachwerk oder Landhausstil. Die Konstruktion aus Balken und Pfetten wird mit Schindeln, Ziegeln, Blech oder Dachpappe eingedeckt. Geeignet sind dauerhafte Hölzer wie Lärche, Douglasie oder Eiche, alternativ Fichte mit konstruktivem Holzschutz und Anstrich. Einfache Bausätze gibt es ab etwa 400 Euro. Für die Eindeckung eignet sich zum Beispiel Titanzinkblech oder selbstklebende Dachpappe.

Metall und Beton

Metallvordächer aus Edelstahl, Aluminium oder beschichtetem Stahl sind robust und fast wartungsfrei. Sie wirken modern und sachlich. Blechdächer können bei Regen hörbar trommeln; bei einem kleinen Vordach stört das selten.

Vordach-Struktur aus Beton
Vordach-Struktur aus Beton: diese Variante sollte bereits beim Bauen eingeplant und realisiert werden. | Foto: photographee.eu / Depositphotos.com

Ein Betonvordach ist meist eine auskragende Platte, die mit der Decke verbunden ist. Es wird beim Rohbau geplant, nachträglich ist es aufwendig und wegen der Wärmebrücke problematisch.

Größe und Form

Das Vordach sollte auf beiden Seiten der Tür etwa 20 bis 30 cm überstehen und mindestens 80 bis 100 cm tief sein, damit Sie wirklich im Trockenen stehen. Bei Schlagregen aus der Wetterrichtung sind Seitenteile hilfreich. Ein leichtes Gefälle nach vorn oder zur Seite leitet Wasser ab; bei größeren Dächern gehört eine Rinne dazu, damit das Wasser nicht auf die Stufe tropft.

Befestigung

Das Vordach muss seine eigene Last plus Schnee und Wind sicher in die Wand leiten. In Mauerwerk und Beton werden Schwerlast- oder Injektionsanker verwendet. Bei gedämmten Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem braucht es spezielle Montagesysteme, die durch die Dämmung bis ins Mauerwerk reichen, ohne die Putzschicht zu belasten. Einfach durch die Dämmung geschraubt, reißt der Putz und Wasser dringt ein.

Genehmigung

Kleine Vordächer sind in vielen Bundesländern verfahrensfrei, oft bis zu einer bestimmten Tiefe oder Fläche. Denkmalschutz, Bebauungsplan und Abstandsflächen gelten trotzdem. In Eigentumswohnanlagen ist die Zustimmung der Gemeinschaft nötig, als Mieter die des Vermieters. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor gebohrt wird.

Selbst bauen oder Handwerker

Bausätze aus Holz, Polycarbonat oder Glas mit Wandhaltern kann ein geübter Heimwerker zu zweit an einem Tag montieren. Arbeiten auf der Leiter über Kopf, schwere Glasscheiben und Montage an einer gedämmten Fassade sprechen für einen Fachbetrieb. Einfache Vordächer gibt es ab etwa 350 Euro, mit Montage kommen je nach Material und Aufwand 1000 bis 2500 Euro zusammen.

Häufige Fragen

Welches Holz eignet sich?

Lärche und Douglasie sind dauerhaft und günstig, Eiche noch haltbarer. Fichte nur mit gutem Anstrich und konstruktivem Holzschutz.

Welches Plexiglas nehme ich?

UV-stabilisiertes Acrylglas oder besser Polycarbonat ab etwa 5 mm Dicke. Polycarbonat ist schlagfester, etwa bei Hagel.

Wie viel Schnee muss ein Vordach tragen?

Das hängt von der Schneelastzone ab, in der Ihr Haus steht, und von der Höhe über dem Meeresspiegel. Seriöse Hersteller geben an, für welche Schneelast ihr Vordach ausgelegt ist. In schneereichen Gegenden sollten Sie darauf achten und größere Schneemengen im Winter vorsichtig abräumen.

Wie reinige ich ein Glasvordach?

Mit Wasser, weichem Schwamm und etwas Spülmittel. Ein Teleskopstiel spart die Leiter.

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