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Heimwerker-Berater

Geschützte und schön verpackte Füße beim Heimwerken

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Geschützte und schön verpackte Füße beim Heimwerken
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Gefahren für den Fuß
  2. Die Zehenschutzkappe
  3. Die Schutzklassen
  4. Welche Klasse für welche Arbeit
  5. Kettensäge: nur mit Schnittschutz
  6. Passform ist Sicherheit
  7. Weitere Merkmale
  8. Mode und Schutz
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein fallender Hammer, ein Nagel im Brett, eine abrutschende Kettensäge – Füße sind beim Heimwerken öfter in Gefahr, als man denkt. Sicherheitsschuhe verhindern die meisten dieser Verletzungen vollständig, und sie sehen heute oft aus wie Sneaker. Welche Klasse Sie brauchen, hängt davon ab, was Sie tun.

Die Gefahren für den Fuß

  • Stoß und Quetschung durch herabfallende Steine, Balken, Werkzeuge oder schwere Möbel
  • Durchtritt durch Nägel, Schrauben und Scherben auf der Baustelle
  • Ausrutschen auf nassen Fliesen, Öl oder Laub
  • Schnitte durch Motorsense, Kettensäge und scharfe Blechkanten
  • Nässe und Kälte bei Arbeiten im Garten und am Bau
  • Umknicken auf unebenem Gelände

Die Zehenschutzkappe

Das Kernmerkmal jedes Sicherheitsschuhs nach DIN EN ISO 20345 ist die Zehenschutzkappe. Sie muss einer Stoßenergie von 200 Joule standhalten – das entspricht etwa einem 20 kg schweren Gegenstand, der aus einem Meter Höhe fällt – und einem Druck von 15 kN. Die Kappe besteht aus Stahl, Aluminium oder Verbundkunststoff. Kunststoffkappen sind leichter und leiten keine Kälte, Stahlkappen sind dünner und machen den Schuh vorne schmaler.

Die Schutzklassen

SBGrundanforderungen, nur Zehenschutzkappe
S1zusätzlich geschlossener Fersenbereich, antistatisch, Energieaufnahme im Fersenbereich
S1Pwie S1, dazu durchtrittsicher
S2wie S1, dazu wasserabweisendes Obermaterial
S3wie S2, dazu durchtrittsicher und mit Profilsohle
S4 / S5Stiefel aus Gummi oder Polymer, S5 zusätzlich durchtrittsicher mit Profilsohle

Mit der Überarbeitung der Norm im Jahr 2022 sind weitere Klassen wie S6 und S7 für wasserdichte Schuhe hinzugekommen, außerdem Unterscheidungen beim Durchtrittschutz. Die Buchstaben auf der Zunge oder im Schaft sagen, was der Schuh kann.

Sicherheitsschuhe sind auch auf dem Bau wichtig | Foto: Kuzma / bigstock.com

Welche Klasse für welche Arbeit

In der Werkstatt und in der Wohnung – Möbelbau, Renovieren, Umzug – reicht meist S1 oder S1P. Der Schuh ist leicht, oft als Halbschuh erhältlich und schützt die Zehen.

Auf der Baustelle und im Rohbau, wo Nägel und Scherben herumliegen, ist S3 der Standard. Die durchtrittsichere Sohle und das Profil sind hier den Mehrpreis wert.

Im Garten bei feuchtem Boden und mit schweren Steinen passt S3 oder ein S5-Gummistiefel. Für Pflasterarbeiten ist ein knöchelhoher Schuh angenehmer, weil er beim Umknicken stützt.

Kettensäge: nur mit Schnittschutz

Normale Sicherheitsschuhe halten eine laufende Kette nicht auf. Wer mit der Motorsäge arbeitet, braucht Schnittschutzstiefel nach DIN EN ISO 17249, zusammen mit Schnittschutzhose, Helm mit Visier und Gehörschutz. Die Stiefel enthalten Fasern, die sich in die Kette ziehen und sie blockieren. Sie gibt es als Leder- und als Gummistiefel. Auch für Handkettensägen und Astsägen am Stiel ist fester Schutz sinnvoll.

Arbeit mit der Kettensaege mit Sicherheitsschuhen | Foto: StockphotoVideo / bigstock.com

Passform ist Sicherheit

Ein Sicherheitsschuh, der drückt, wird nicht getragen. Probieren Sie Schuhe am Nachmittag an, wenn die Füße etwas angeschwollen sind, und mit den Socken, die Sie auch bei der Arbeit tragen. Die Zehen dürfen die Kappe nicht berühren, auch nicht beim Abrollen. Viele Hersteller bieten verschiedene Weiten an – das ist bei Sicherheitsschuhen wichtiger als bei Freizeitschuhen, weil die Kappe nicht nachgibt.

Weitere Merkmale

Neben den Klassen gibt es Zusatzkennzeichnungen, etwa für Kälteisolierung, Wärmeisolierung der Sohle, Mittelfußschutz, Knöchelschutz oder rutschhemmende Sohlen. ESD-Schuhe leiten statische Ladung kontrolliert ab und sind für Arbeiten an Elektronik gedacht. Für Heimwerker ist meist nur die Rutschhemmung relevant.

Mode und Schutz

Sicherheitsschuhe sind längst keine klobigen Baustellenstiefel mehr. Es gibt sie als Sneaker, als Wanderschuh-Optik und als schlichte Halbschuhe, oft mit Kunststoffkappe und leichter Sohle. Entscheidend ist das Normzeichen, nicht die Optik. Ein Schuh, der nur „robust“ aussieht, hat noch keine Schutzkappe. Mehr zu den Unterschieden steht bei Sicherheitsschuhe, zur übrigen Kleidung bei Arbeitskleidung für Heimwerker.

Typische Fehler

  • Turnschuhe beim Umzug. Ein Klaviereck reicht für einen gebrochenen Zeh.
  • S1 auf der Baustelle. Die Sohle ist nicht durchtrittsicher.
  • Zu kleine Größe gekauft, weil der Schuh im Laden eng saß. Die Kappe weitet sich nicht.
  • Beschädigte Schuhe weitergetragen. Nach einem harten Schlag auf die Kappe ist ein Austausch fällig.

Häufige Fragen

Was kosten Sicherheitsschuhe?

Einfache S1-Halbschuhe gibt es ab etwa 40 Euro, gute S3-Schuhe meist für 80 bis 150 Euro. Schnittschutzstiefel liegen darüber.

Sind Sicherheitsschuhe für Heimwerker Pflicht?

Nein, eine gesetzliche Pflicht gibt es nur im Arbeitsverhältnis. Die Gefahren sind aber dieselben.

Wie lange halten sie?

Das hängt von der Nutzung ab. Ist die Sohle abgelaufen, die Kappe freigelegt oder beschädigt, wird getauscht.

Brauche ich im Garten Sicherheitsschuhe?

Beim Rasenmähen mit dem Aufsitzmäher, beim Hantieren mit Pflastersteinen, Rasenkantensteinen und schweren Pflanzkübeln ist ein Schuh mit Zehenschutzkappe eine gute Idee. Wer mit Motorsense oder Freischneider arbeitet, sollte zusätzlich auf feste, knöchelhohe Schuhe mit gutem Profil achten, weil hochgeschleuderte Steine und Holzstücke die Füße treffen.

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