Hauswasserwerk

Inhalt11 Abschnitte
Ein Hauswasserwerk besteht aus einer Kreiselpumpe, einem Druckschalter und einem Druckkessel mit Membran. Der Kessel hält einen Vorrat unter Druck, sodass kleine Mengen – eine WC-Spülung, ein Glas Wasser – aus dem Speicher kommen, ohne dass die Pumpe anspringt. Genau das macht es zur besseren Wahl für die Hausversorgung: weniger Starts, weniger Verschleiß, gleichmäßigerer Druck.
So arbeitet das System
Die Pumpe füllt den Kessel, bis der Ausschaltdruck erreicht ist, typischerweise 3 bis 4,5 bar. Dann schaltet der Druckschalter ab. Wird Wasser entnommen, drückt das Luftpolster im Kessel das Wasser in die Leitung, der Druck sinkt. Erst beim Einschaltdruck, meist 1,5 bis 2,5 bar, startet die Pumpe wieder.
Im Kessel trennt eine Gummimembran oder -blase das Wasser vom Luftpolster. Das verhindert, dass sich die Luft mit der Zeit im Wasser löst – bei alten Kesseln ohne Membran musste man regelmäßig Luft nachfüllen.
Hauswasserwerk oder Hauswasserautomat?
Der Hauswasserautomat verzichtet auf den Kessel und steuert die Pumpe über Druck und Durchfluss. Er ist kompakter und reicht für Gartenbewässerung mit längeren Zapfzeiten. Wo viele kleine Entnahmen anfallen – WC, Waschmaschine, Handwaschbecken –, taktet er jedoch häufig. Das Hauswasserwerk puffert diese Kleinstmengen und schont den Motor.
Faustregel: Garten allein – Automat. Haus oder Haus plus Garten – Hauswasserwerk.
Welche Kesselgröße
| Kessel | Nutzbare Menge je Zyklus | Passend für |
| 18–24 l | ca. 5–8 l | Garten, gelegentliche Nutzung |
| 50 l | ca. 15–20 l | WC-Spülung und Waschmaschine |
| 80–100 l | ca. 25–35 l | Haushalt mit mehreren Zapfstellen |
Nutzbar ist nur ein Teil des Kesselvolumens, weil ein erheblicher Teil vom Luftpolster belegt ist. Die Werte hängen von Vordruck und Schaltdifferenz ab. Ein größerer Kessel bedeutet seltener anspringende Pumpe – bei knappem Platz kann ein zusätzlicher Kessel an der Druckleitung nachgerüstet werden.
Leistungsdaten richtig lesen
Übliche Hauswasserwerke haben 800 bis 1300 Watt, fördern maximal 3000 bis 5000 l/h und erreichen 40 bis 50 m Förderhöhe. Die höchste Fördermenge gilt nur ohne Gegendruck; bei 3 bar Betriebsdruck bleibt oft nur die Hälfte übrig. Maßgeblich ist die Pumpenkennlinie im Datenblatt.
Die maximale Saughöhe liegt bei 7 bis 8 m. Physikalisch geht nicht mehr, weil der Luftdruck das Wasser in die Saugleitung drückt, nicht die Pumpe. Wer tiefer fördern muss, braucht eine Tiefbrunnenpumpe oder eine Jetpumpe mit Injektor.

Den Kesselvordruck einstellen
Der Vordruck ist der Luftdruck im leeren Kessel. Er wird am Ventil auf der Kesselrückseite mit einem Reifendruckprüfer gemessen, und zwar bei drucklosem System: Pumpe aus, Wasser an einer Zapfstelle ablaufen lassen, bis nichts mehr kommt.
Richtwert: Vordruck etwa 0,2 bis 0,3 bar unter dem Einschaltdruck. Bei 2 bar Einschaltdruck also 1,7 bis 1,8 bar. Zu wenig Vordruck macht das Luftpolster klein, die Pumpe schaltet häufiger. Zu viel Vordruck bedeutet, dass der Kessel schon leer ist, bevor die Pumpe anspringt – dann gibt es kurz gar keinen Druck. Nachgefüllt wird mit Fahrradpumpe oder Kompressor.
Aufstellen und anschließen
- Frostfrei und trocken, auf einem festen Untergrund, möglichst nah an Zisterne oder Brunnen.
- Saugleitung mit Saugkorb und Rückschlagventil, mindestens so dick wie der Pumpenanschluss, steigend verlegt und luftdicht verschraubt.
- Vorfilter bei sandhaltigem Wasser, sonst leiden Laufrad und Gleitringdichtung.
- Flexible Anschlussschläuche auf Saug- und Druckseite, damit sich Schwingungen nicht auf die Hausleitung übertragen.
- Absperrhähne vor und hinter dem Gerät für Wartung und Tausch.
- Pumpe vor dem ersten Start befüllen. Die Einfüllschraube sitzt oben am Gehäuse.
Die Steckdose muss über einen FI-Schutzschalter abgesichert sein. Ein Trockenlaufschutz, entweder eingebaut oder als Schwimmerschalter in der Zisterne, schützt vor dem teuersten Fehler.
Brauchwasser bleibt Brauchwasser
Ein Hauswasserwerk für Regen- oder Brunnenwasser darf nicht mit der Trinkwasserleitung verbunden werden, auch nicht über ein Ventil. Soll die Zisterne bei Trockenheit aus dem Netz nachgespeist werden, geschieht das über einen freien Auslauf in den Speicher. Zapfstellen für Nichttrinkwasser müssen gekennzeichnet sein, und die Anlage ist in der Regel beim Gesundheitsamt anzuzeigen. Wie ein Filter das Wasser für WC und Waschmaschine vorbereitet, steht unter Wasserfilter für Regenwasser.
Frostschutz und Wartung
Steht das Hauswasserwerk im Garten oder im unbeheizten Schuppen, muss es vor dem Winter entleert werden: Pumpe abschalten, Ablassschraube öffnen, Kessel über die Zapfstelle entleeren, Leitungen leer laufen lassen. Die Membran im Kessel verträgt Frost ebenso wenig wie das Gehäuse.
Einmal im Jahr lohnt eine Kontrolle: Vordruck prüfen, Vorfilter reinigen, Anschlüsse auf Tropfen untersuchen. Tritt am Luftventil Wasser aus, ist die Membran gerissen – dann hilft nur ein Tausch von Membran oder Kessel.
Häufige Probleme
- Pumpe schaltet sehr oft: Vordruck zu niedrig, Membran defekt oder Leck in der Leitung.
- Pumpe schaltet nicht ab: Ausschaltdruck höher eingestellt, als die Pumpe schafft, oder Luft auf der Saugseite.
- Druck schwankt stark: Schaltdifferenz zu groß, Kessel zu klein für die Entnahme.
- Pumpe brummt, fördert aber nicht: Laufrad blockiert, oft nach längerer Standzeit. Motorwelle von Hand drehen, sofern das Modell dafür einen Schlitz hat.
Häufige Fragen
Was kostet ein Hauswasserwerk?
Einfache Geräte mit 20-Liter-Kessel gibt es ab etwa 120 Euro, solide Modelle mit Edelstahlpumpe bei 200 bis 450 Euro. Größere Kessel und leise Mehrstufenpumpen kosten mehr.
Kann ich die Schaltpunkte selbst einstellen?
Bei den meisten Druckschaltern ja, über Stellschrauben unter der Abdeckung. Vorher Stecker ziehen, denn darunter liegen stromführende Kontakte. Nach jeder Änderung den Kesselvordruck anpassen.
Warum ist mein Hauswasserwerk so laut?
Kreiselpumpen erreichen 70 bis 80 dB(A). Gummipuffer unter dem Gerät und flexible Anschlüsse helfen. Wer es leise will, setzt eine Zisternenpumpe als Tauchpumpe in den Speicher und nur die Steuerung ins Haus.



