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Heimwerker-Berater

Fliesenlack

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Fliesenlack
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum normaler Lack nicht hält
  2. Farbtöne und Glanzgrade
  3. Material und Werkzeug
  4. Vorbereitung Schritt für Schritt
  5. Lackieren
  6. Was mit den Fugen passiert
  7. Trocknen und aushärten
  8. Nach dem Lackieren
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Fliesenlack ist ein Lack mit besonderer Haftung für glasierte Keramik. Er hält nur so gut wie die Vorbereitung darunter – und die macht gut zwei Drittel der Arbeit aus. Welche Lackart für welche Fläche passt, steht im Beitrag zur Fliesenfarbe; hier geht es um die Verarbeitung.

Warum normaler Lack nicht hält

Eine Glasur ist eine glasartige, dicht geschlossene Oberfläche. Wandfarbe und normaler Kunstharzlack finden darauf keinen Halt und blättern ab, sobald sie feucht werden oder angestoßen werden. Fliesenlack enthält Haftvermittler und Bindemittel, die auf solchen Flächen haften, und bildet nach dem Aushärten eine harte, wasserfeste Schicht. Auch er braucht aber eine angeraute, absolut fettfreie Oberfläche.

Farbtöne und Glanzgrade

Fliesenlack gibt es meist in Weiß, Grau- und Beigetönen, einige Hersteller mischen nach Farbkarte ab. Glänzende Oberflächen sind leichter zu reinigen, zeigen aber jede Rollspur und jede Unebenheit der alten Fliesen. Seidenmatt ist für Heimwerker die sicherere Wahl. Helle Grautöne decken erfahrungsgemäß besser als reines Weiß, besonders über dunklen oder gemusterten Fliesen.

Material und Werkzeug

  • Fliesenlack, passende Grundierung (falls nicht 2-in-1), Grundreiniger
  • Schleifvlies oder Schleifpapier der Körnung 180 bis 240
  • kurzflorige Lackrolle oder Schaumstoffrolle, schmaler Pinsel für Ecken und Fugen
  • Abklebeband, Abdeckfolie, Farbwanne
  • Silikonentferner, Cuttermesser, später neues Silikon
  • Handschuhe, gute Lüftung, bei lösemittelhaltigen Produkten eine Lackiermaske

Vorbereitung Schritt für Schritt

  1. Silikonfugen entfernen. Auf Silikon haftet kein Lack. Mit Cuttermesser herausschneiden, Reste mit Silikonentferner lösen, siehe Silikon entfernen.
  2. Gründlich reinigen. Kalk, Seifenreste und Fett mit einem Grundreiniger entfernen, danach mehrfach mit klarem Wasser nachwischen.
  3. Anschleifen. Die ganze Fläche mit Schleifvlies aufrauen, bis der Glanz gebrochen ist. Das ist mühsam, aber der wichtigste Schritt.
  4. Entstauben. Schleifstaub feucht abwischen, trocknen lassen.
  5. Abkleben. Armaturen, Kanten zu Wand und Decke, Fensterrahmen und Boden sauber abkleben.
  6. Fugen prüfen. Beschädigte oder schimmelige Fugen ausbessern, bevor gestrichen wird. Lack auf Schimmel ist Kosmetik.

Lackieren

Nach der Grundierung und deren Trocknungszeit folgt der erste Lackanstrich. Beginnen Sie mit dem Pinsel an Ecken, Kanten und in den Fugen, dann rollen Sie die Fläche in Bahnen von oben nach unten. Dünn auftragen, lieber zwei oder drei Schichten als eine dicke – dicke Schichten laufen an senkrechten Flächen herunter und trocknen ungleichmäßig.

Arbeiten Sie nass in nass und rollen Sie jede Bahn zum Schluss leicht in eine Richtung ab. Nach der vom Hersteller genannten Zwischentrocknung folgt der zweite Anstrich. Bei manchen Produkten ist ein leichter Zwischenschliff empfohlen.

Was mit den Fugen passiert

Die Fugen werden in der Regel mitlackiert. Das ergibt eine einheitliche Fläche und schließt die offenen Poren des Fugenmörtels. Wer das Fliesenbild betonen möchte, zeichnet die Fugen nach dem Durchtrocknen mit einem Fugenstift oder Fugenlack in einer Kontrastfarbe nach. Mit ruhiger Hand und Geduld sieht das ordentlich aus, eine gezogene Fuge wird es aber nicht.

Trocknen und aushärten

Nach etwa 6 Stunden ist der Lack meist so weit getrocknet, dass Berührungen keine Abdrücke mehr hinterlassen. Das heißt nicht, dass er belastbar ist. Die volle Härte erreicht er je nach Produkt erst nach mehreren Tagen, bei 2K-Lacken oft nach etwa einer Woche. Bis dahin kein Spritzwasser, keine Reinigungsmittel, keine Klebehaken.

Klebeband ziehen Sie ab, solange der letzte Anstrich noch leicht feucht ist, sonst reißt die Lackkante mit. Neue Silikonfugen kommen erst auf den vollständig getrockneten Lack.

Nach dem Lackieren

Reinigen Sie lackierte Fliesen mit milden Mitteln und weichen Tüchern. Scheuermilch, kratzende Schwämme und aggressive Entkalker greifen die Oberfläche an. Im Bad hilft regelmäßiges Abziehen mit einem Wischer, damit sich kein Kalk festsetzt. Kleine Kratzer lassen sich mit dem Restlack ausbessern – heben Sie deshalb etwas davon luftdicht verschlossen auf.

Typische Fehler

  • Nur gewischt, nicht geschliffen. Nach einigen Monaten löst sich der Lack an Ecken und Kanten.
  • Zu dick gerollt. Läufer und Nasen an der Wand.
  • Zu früh geduscht. Weiße Flecken und weiche Stellen im Lack.
  • Lösemittellack ohne Lüftung. Kopfschmerzen sind das kleinste Problem.

Häufige Fragen

Kann ich Fliesenlack sprühen?

Ja, einige Produkte gibt es als Spraydose, geeignet für kleine Flächen und Dekorfliesen. Große Flächen mit einem Farbsprühsystem zu lackieren ist möglich, verlangt aber sorgfältiges Abdecken und Atemschutz.

Gibt es Fliesenlack auf Wasserbasis?

Ja, viele 1K-Fliesenlacke sind wasserbasiert und riechen kaum. Für stark beanspruchte Flächen sind 2K-Systeme belastbarer.

Was kostet das Lackieren eines Bades?

Für eine Wandfläche von rund 15 m² brauchen Sie etwa 2 bis 3 Liter Lack für zwei Anstriche, dazu Grundierung, Reiniger, Schleifvlies, Rollen und Abklebeband. Je nach Produkt kommen so 80 bis 200 Euro zusammen. Ein Malerbetrieb verlangt für dieselbe Fläche wegen der aufwendigen Vorbereitung ein Vielfaches – dort steckt der größte Teil der Arbeitszeit.

Geht das auch auf Glas?

Mit geeigneten Produkten ja, die Vorbereitung ist ähnlich. Einzelheiten beim Glas lackieren.

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