Lackiermaske

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Eine Lackiermaske schützt beim Lackieren vor zwei Gefahren gleichzeitig: vor Farbnebel, also feinen Tröpfchen, und vor Lösemitteldämpfen. Eine einfache Staubmaske hilft nur gegen das Erste. Wer mit Sprühdose oder Spritzpistole lackiert, braucht deshalb eine Maske mit kombiniertem Gas- und Partikelfilter.
Was eine Lackiermaske leisten muss
Beim Spritzen entsteht ein feiner Nebel aus Lacktröpfchen, der tief in die Lunge gelangt. Gleichzeitig verdunsten Lösemittel, die man zwar riecht, gegen die aber kein Partikelfilter hilft. Sie gehen einfach hindurch.
Eine taugliche Lackiermaske kombiniert deshalb zwei Filterstufen: einen Partikelfilter für den Farbnebel und einen Gasfilter mit Aktivkohle für die Dämpfe. Wasserbasierte Lacke, die gestrichen oder gerollt werden, sind weniger kritisch. Beim Spritzen gilt aber auch für sie: Partikelschutz ist Pflicht.
Die Filterbezeichnungen
| A | Gasfilter für organische Dämpfe mit Siedepunkt über 65 °C, also die meisten Lösemittel in Lacken. Kennfarbe Braun. |
| A1 / A2 | Die Zahl gibt die Aufnahmekapazität an. A1 für geringe Konzentrationen, A2 für höhere. |
| P2 / P3 | Partikelfilter. P2 für gesundheitsschädliche Stäube und Nebel, P3 zusätzlich für giftige und krebserzeugende. Kennfarbe Weiß. |
| FFP2 / FFP3 | Partikelfiltrierende Halbmasken ohne Gasfilter. Gegen Lösemitteldämpfe wirkungslos. |
Für Lackierarbeiten mit lösemittelhaltigen Lacken ist A2P2 die übliche Kombination, für gelegentliche kleine Arbeiten mit Sprühdose reicht oft A1P2. Die Normen dazu sind EN 14387 für Gasfilter und EN 143 für Partikelfilter.

Halbmaske oder Vollmaske
Die Halbmaske bedeckt Mund und Nase. Sie ist leicht, günstig und für die meisten Heimwerkerarbeiten ausreichend. Die Augen brauchen dann eine dicht schließende Schutzbrille, denn Lacknebel und Lösemittel reizen auch die Bindehaut.
Die Vollmaske deckt das ganze Gesicht ab und schützt Augen und Atemwege zugleich. Sie dichtet besser, ist aber schwerer, teurer und für Brillenträger nur mit Maskenbrillen-Einsatz nutzbar. Sie lohnt sich bei langen Spritzarbeiten, beim Überkopflackieren und bei aggressiven Stoffen.
Einweg oder Mehrweg
Einweg-Halbmasken mit integriertem Filter sind gebrauchsfertig und werden nach Verbrauch komplett entsorgt. Sie sind für gelegentliche Arbeiten praktisch.
Mehrwegmasken haben austauschbare Filter, meist im Doppelfilter-System. Maskenkörper aus Silikon oder TPE halten jahrelang, getauscht werden nur Filter und Vorfilter. Wer regelmäßig lackiert, fährt damit günstiger und bekommt meist eine bessere Passform.
Der richtige Sitz
Die beste Maske schützt nicht, wenn sie undicht sitzt. Dann strömt die Luft am Filter vorbei.
- Größe wählen. Viele Masken gibt es in S, M und L.
- Bänder einstellen, erst das obere, dann das untere. Fest, aber ohne Druckstellen.
- Unterdruckprobe. Die Filteröffnungen mit den Handflächen verschließen und einatmen. Die Maske muss sich leicht ans Gesicht saugen und darf keine Luft ziehen.
- Überdruckprobe. Das Ausatemventil abdecken und leicht ausatmen. Die Maske soll sich leicht abheben, ohne dass Luft am Rand entweicht.
Ein Bart verhindert den dichten Sitz. Schon ein Dreitagebart lässt Luft durch. Wer nicht auf den Bart verzichten will, braucht ein Gebläsefiltergerät mit Haube.
Wann der Filter gewechselt werden muss
Partikelfilter setzen sich zu, das Atmen wird spürbar schwerer. Dann ist der Wechsel fällig. Gasfilter dagegen geben kein solches Signal: Sie sind erschöpft, wenn man die Lösemittel durch die Maske zu riechen beginnt. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen, denn manche Stoffe riecht man erst spät.
Die Hersteller geben Gebrauchsdauer und Lagerzeit an. Geöffnete Gasfilter nehmen auch in der Schublade Feuchtigkeit und Dämpfe auf. Lagern Sie die Maske in einem dicht schließenden Beutel und tauschen Sie Gasfilter nach der vom Hersteller genannten Frist, auch wenn sie kaum benutzt wurden.
Wo ein Filter nicht mehr reicht
Das Spritzen von 2K-Lacken mit Isocyanaten, wie sie etwa im Autolack verbreitet sind, gilt als besonders gesundheitsschädlich. Profis arbeiten dort mit umluftunabhängigem Atemschutz, also Frischluftmasken. In engen, schlecht belüfteten Räumen kann zudem der Sauerstoffgehalt sinken – ein Filter liefert keinen Sauerstoff. Und bei Arbeiten mit Schimmel, Asbest oder anderen Schadstoffen gelten eigene Regeln, die über eine Lackiermaske hinausgehen.
Typische Fehler
- FFP-Maske beim Spritzen. Sie hält Nebel ab, aber keine Dämpfe.
- Filter jahrelang in der Schublade. Gasfilter altern auch unbenutzt.
- Maske am Hals baumeln lassen. Innenseite verschmutzt, beim nächsten Aufsetzen atmet man den Dreck.
- Keine Belüftung. Die Maske ersetzt nicht das Lüften, sie ergänzt es.
Häufige Fragen
Was kostet eine gute Lackiermaske?
Einweg-Halbmasken mit A1P2 gibt es ab etwa 15 Euro, Mehrweg-Halbmasken mit Filtern um 30 bis 60 Euro. Vollmasken kosten ab etwa 100 Euro, Profigeräte deutlich mehr.
Brauche ich zum Streichen mit dem Pinsel eine Maske?
Bei wasserbasierten Lacken in gut belüfteten Räumen meist nicht. Bei lösemittelhaltigen Lacken, besonders in kleinen Räumen, ist eine Halbmaske mit A-Filter sinnvoll.
Und bei Farbsprühsystemen?
Beim Spritzen mit einem Farbsprühsystem oder Airlessgerät entsteht viel Nebel. Hier ist eine Maske mit Partikelfilter Pflicht, bei Lösemitteln die Kombination mit A-Filter.


