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Heimwerker-Berater

Sicherheitsschuhe

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Sicherheitsschuhe
Inhalt11 Abschnitte
  1. Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuh
  2. Die Klassen im Überblick
  3. Die Kennzeichnung lesen
  4. Stahl- oder Kunststoffkappe
  5. Durchtrittschutz
  6. Rutschhemmung
  7. Die richtige Passform
  8. Halbschuh oder Stiefel
  9. Wer sie tragen muss
  10. Pflege und Austausch
  11. Häufige Fragen

Sicherheitsschuhe schützen den Fuß vor herabfallenden Gegenständen, Quetschungen, Nägeln und Ausrutschen. Das Herzstück ist die Zehenschutzkappe, die einem Aufprall von 200 Joule standhalten muss – das entspricht etwa einem 20-kg-Gewicht, das aus einem Meter Höhe auf die Zehen fällt. Welche Klasse Sie brauchen, hängt davon ab, ob es nass wird und ob Nägel herumliegen.

Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuh

SicherheitsschuhEN ISO 20345, Zehenkappe für 200 Joule. Kennzeichen beginnt mit S.
SchutzschuhEN ISO 20346, Zehenkappe für 100 Joule. Kennzeichen beginnt mit P.
BerufsschuhEN ISO 20347, ohne Zehenkappe, aber mit anderen Schutzeigenschaften. Kennzeichen beginnt mit O.

Für Baustelle, Werkstatt und Garten ist fast immer der Sicherheitsschuh gemeint.

Die Klassen im Überblick

Die Norm wurde 2022 überarbeitet. Die wichtigsten Klassen:

  • SB: nur die Grundanforderungen einschließlich Zehenkappe.
  • S1: zusätzlich geschlossener Fersenbereich, antistatisch, Energieaufnahme im Fersenbereich.
  • S2: wie S1, dazu ein Obermaterial, das Wasser eine Zeit lang abhält.
  • S3: wie S2, dazu Durchtrittschutz und profilierte Laufsohle.
  • S4 und S5: Stiefel ganz aus Gummi oder Polymer, S5 zusätzlich mit Durchtrittschutz und Profilsohle.
  • S6 und S7: wie S2 und S3, aber der ganze Schuh ist wasserdicht.

Für Baustellen ist S3 der Standard, weil dort Nägel und Schrauben herumliegen. In trockenen Werkstätten und Lagern reicht oft S1, wenn kein Durchtritt droht. Zusatzbuchstaben stehen für weitere Eigenschaften, etwa HRO für eine hitzebeständige Sohle, CI für Kälteisolierung oder WR für einen wasserdichten Schuh.

Tiefbaufacharbeiter mit Sicherheitsschuhen
Tiefbaufacharbeiter mit Sicherheitsschuhen | Foto: alho007 / Depositphotos.com

Die Kennzeichnung lesen

Auf der Zunge oder innen im Schaft steht ein Etikett mit Norm, Klasse und Zusatzkennzeichen, zum Beispiel „EN ISO 20345:2022 S3 SR CI“. Die Jahreszahl zeigt, nach welcher Normfassung geprüft wurde. Ältere Schuhe nach der Fassung von 2011 bleiben gültig, ihre Kennzeichen unterscheiden sich nur in Details. Fehlt das Etikett oder ist es unleserlich, ist der Schutz nicht nachweisbar – für den Beruf ist so ein Schuh nicht mehr zulässig.

Stahl- oder Kunststoffkappe

Stahlkappen sind dünn, robust und günstig. Sie leiten aber Kälte und Wärme und schlagen bei Metalldetektoren an.

Kunststoff- oder Verbundkappen sind leichter, isolieren besser und sind nicht magnetisch. Sie bauen etwas dicker, der Schuh wirkt dadurch vorne voluminöser.

Beide erfüllen die gleiche Norm. Die Wahl ist eine Frage von Gewicht, Komfort und Einsatzort.

Durchtrittschutz

Der Durchtrittschutz sitzt in der Sohle und verhindert, dass ein Nagel in den Fuß dringt. Es gibt Stahlzwischensohlen und Textileinlagen. Textile Einlagen sind flexibler, leichter und isolieren besser. Nach der neuen Norm werden sie in zwei Stufen geprüft, erkennbar an den Kennzeichen PL und PS; PS hält auch dünnere Nägel ab. Die Stahlsohle trägt das Kennzeichen P.

Rutschhemmung

Rutschhemmung ist bei allen Sicherheitsschuhen Grundanforderung, geprüft auf Fliesen mit einem Reinigungsmittelfilm. Das zusätzliche Kennzeichen SR bedeutet, dass der Schuh auch auf öligen Flächen geprüft wurde. Ältere Schuhe tragen noch die früheren Kennzeichen SRA, SRB oder SRC, die weiterhin gültig sind.

Die richtige Passform

Ein Sicherheitsschuh, der drückt, wird nicht getragen. Achten Sie auf diese Punkte:

  1. Nachmittags anprobieren, wenn die Füße etwas angeschwollen sind.
  2. Mit den Socken, die Sie bei der Arbeit tragen.
  3. Zehen dürfen die Kappe nicht berühren, auch nicht beim Bergabgehen.
  4. Weite beachten. Viele Hersteller bieten mehrere Weiten an. Ein zu schmaler Schuh drückt an der Kappe seitlich.
  5. Einlagen nur mit Freigabe. Orthopädische Einlagen verändern den Schuh; die Kombination muss vom Hersteller zertifiziert sein.

Halbschuh oder Stiefel

Halbschuhe sind leicht und angenehm, sie eignen sich für Werkstatt und Lager. Stiefel stützen den Knöchel, schützen besser vor Schmutz und Nässe und sind auf unebenem Gelände und auf Baustellen die bessere Wahl. Für Arbeiten mit der Motorsäge gibt es eigene Schnittschutzstiefel.

Wer sie tragen muss

Im Beruf legt der Arbeitgeber nach einer Gefährdungsbeurteilung fest, welche Schuhe nötig sind, und stellt sie zur Verfügung. Das betrifft Bau, Handwerk, Logistik, Industrie und viele andere Bereiche. Privat schreibt Ihnen niemand etwas vor. Wer aber selbst renoviert, mit schweren Platten arbeitet oder abreißt, ist mit Sicherheitsschuhen gut beraten – die Fußverletzung beim Heimwerken ist ein Klassiker.

Pflege und Austausch

Leder regelmäßig reinigen und fetten, Schuhe bei Raumtemperatur trocknen, nicht auf der Heizung. Tauschen Sie Sicherheitsschuhe aus, wenn die Sohle abgelaufen ist, die Kappe freiliegt, das Obermaterial reißt oder nach einem schweren Schlag auf die Kappe. Eine Kappe, die einmal eingedrückt wurde, schützt nicht mehr.

Häufige Fragen

Was kosten Sicherheitsschuhe?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 30 Euro. Gute S3-Schuhe mit Komfort und haltbarer Sohle kosten 80 bis 150 Euro, Spezialstiefel mehr.

Welche Klasse für den Garten?

S3, wenn Sie mit Spaten, Schubkarre und Holz arbeiten, oder S5 als Gummistiefel für nasse Arbeiten.

Sind Sicherheitsschuhe schwer?

Moderne Modelle sind deutlich leichter als früher und ähneln Sportschuhen. Stiefel mit Stahlkappe und Stahlsohle bleiben spürbar schwerer. Zum Thema Kleidung passt auch Arbeitskleidung für Handwerker.

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