Lötbrenner
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Ein Lötbrenner erhitzt Werkstücke mit einer offenen Gasflamme so stark, dass Lot schmilzt und in die Fuge fließt. Er ist der Nachfolger der alten Benzin-Lötlampe und heute das Standardwerkzeug für Kupferrohre, Dachrinnen und größere Metallteile. Entscheidend ist nicht die Flammentemperatur, sondern wie viel Wärme der Brenner ins Werkstück bringt – ein dickes Rohr leitet Hitze schneller ab, als eine kleine Flamme nachliefert.
Von der Lötlampe zum Gasbrenner
Die klassische Lötlampe wurde mit Benzin oder Spiritus betrieben, der vorgewärmt und verdampft werden musste. Stichflammen und Verpuffungen waren keine Seltenheit. Seit Jahrzehnten haben Gasbrenner mit Butan, Propan oder deren Gemisch die Lötlampe abgelöst. Sie zünden sofort, brennen sauber und lassen sich fein regulieren.
Die Bauformen
| Bauform | Gasversorgung | Einsatz |
| Kartuschenbrenner | Schraub- oder Stechkartusche, meist Butan-Propan | Weichlöten, kleine Arbeiten |
| Brenner mit Hochleistungskartusche | Propan oder Sondergas, höherer Druck | Weich- und Hartlöten an dünnen Rohren |
| Schlauchbrenner | Propanflasche mit Druckminderer | Dachdecker, Installateure, große Rohre |
| Sauerstoff-Brenner | Gas und Sauerstoff | Hartlöten dicker Querschnitte, Profis |
Die meisten Lötbrenner saugen die Verbrennungsluft selbst an, ähnlich wie ein Bunsenbrenner. Brenner mit reinem Sauerstoff erreichen deutlich höhere Temperaturen und gehören in die Hand von Fachleuten.
Butan oder Propan
Butan verdampft bei Kälte schlecht. Unter etwa 0 Grad sinkt der Druck in der Kartusche so stark, dass der Brenner kaum noch brennt. Für den Wintereinsatz draußen ist reines Butan ungeeignet.
Propan verdampft auch bei starkem Frost und liefert mehr Druck. Deshalb enthalten gute Kartuschen ein Propan-Butan-Gemisch oder reines Propan.
Bei Kartuschenbrennern gilt: Schraubkartuschen mit Ventil lassen sich jederzeit abschrauben und sind sicherer als Stechkartuschen, die nach dem Anstechen nicht mehr gewechselt werden dürfen.
Weichlöten und Hartlöten
Weichlöten findet unter 450 °C statt. Das Lot schmilzt bei Kupferrohr-Loten um 230 °C, die Verbindung ist dicht, aber mechanisch weniger belastbar. Das ist der Standard für Trinkwasser- und Heizungsleitungen im Haus.
Hartlöten beginnt über 450 °C, mit üblichen Hartloten bei etwa 650 bis 850 °C. Die Verbindung ist fester und hitzebeständiger, erfordert aber einen kräftigeren Brenner und mehr Erfahrung. Im Trinkwasserbereich mit Kupferrohren bis 28 mm Durchmesser ist Hartlöten nach den Regeln des DVGW nicht zulässig, dort wird weich gelötet.
Die passende Flussmittel-Wahl steht unter Lötfett und Lötwasser, das Lot selbst unter Lötzinn.
Die richtige Flamme
Eine Gasflamme hat einen hellen inneren Kegel und eine äußere, fast unsichtbare Hülle. Die heißeste Stelle liegt knapp vor der Spitze des inneren Kegels. Dort sollte das Werkstück liegen, nicht in der äußeren Flamme und nicht direkt am Brennermund.
Eine gelbe, rußende Flamme bekommt zu wenig Luft. Das kann an einer verschmutzten Düse liegen oder am Brenner, der zu schräg gehalten wird. Eine laut fauchende, abreißende Flamme ist zu stark eingestellt.
So wird ein Kupferrohr gelötet
- Rohr ablängen und entgraten, innen und außen.
- Blank machen. Rohrende und Fitting mit Reinigungsvlies metallisch blank reiben.
- Flussmittel dünn auftragen, nur auf das Rohrende.
- Zusammenstecken und das Rohr leicht drehen, damit sich das Flussmittel verteilt.
- Erwärmen. Den Fitting rundum gleichmäßig erhitzen, nicht das Lot.
- Lot anlegen. Wenn die Temperatur stimmt, zieht das Lot von selbst in den Spalt.
- Abkühlen lassen, nicht bewegen, dann Flussmittelreste abwischen.
Sicherheit
- Brandschutz. Brennbare Materialien in der Nähe entfernen oder mit einer Hitzeschutzmatte abdecken. Holzbalken, Dämmung und Kabel fangen schnell Feuer.
- Feuerlöscher griffbereit, und nach dem Löten die Arbeitsstelle noch eine Weile kontrollieren. Glimmbrände in Dämmung oder Holz zeigen sich oft erst nach Minuten.
- Kartuschen nicht in die Sonne oder neben Heizkörper legen.
- Gasleitungen sind Sache von Fachbetrieben. Arbeiten daran sind Heimwerkern nicht erlaubt.
- Lüften. Flussmittel und erhitzte Beschichtungen erzeugen Dämpfe.
Typische Fehler
- Lot direkt in die Flamme gehalten. Es tropft ab, die Verbindung wird nicht dicht.
- Rohr zu heiß. Das Flussmittel verbrennt, das Lot fließt nicht mehr.
- Wasser in der Leitung. Es kühlt die Lötstelle, die Temperatur wird nie erreicht.
- Butan im Winter. Der Brenner stottert, die Wärme reicht nicht.
Den passenden Brenner wählen
Für gelegentliche Reparaturen an Kupferrohren bis 22 mm reicht ein guter Kartuschenbrenner mit Propan-Butan-Gemisch. Wer eine Heizungsanlage neu verrohrt, Rohre mit 28 mm und mehr lötet oder hart löten will, braucht einen Brenner mit deutlich mehr Wärmeleistung, meist mit Hochleistungskartusche oder Schlauch an der Propanflasche. Achten Sie auf eine Piezozündung, eine Flamme, die auch kopfüber stabil brennt, und einen Arretierknopf, damit der Brenner nicht dauerhaft gedrückt werden muss. Wechselbare Brennerrohre in verschiedenen Größen machen ein Gerät vielseitiger, von der feinen Spitze für kleine Teile bis zum breiten Brenner für große Querschnitte.
Häufige Fragen
Was kostet ein Lötbrenner?
Einfache Kartuschenbrenner ab etwa 20 Euro, gute Brenner mit Piezozündung und Propan-Kartusche 50 bis 100 Euro. Schlauchbrenner-Sets mit Druckminderer liegen ähnlich.
Reicht ein Gaslötkolben nicht aus?
Für Elektronik und kleine Arbeiten ja, für Rohre nicht. Einen Überblick gibt es unter Gaslötkolben.
Kann ich damit Aluminium löten?
Grundsätzlich ja, aber nur mit speziellem Lot und Flussmittel. Aluminium leitet die Wärme sehr schnell ab und hat einen niedrigen Schmelzpunkt. Einzelheiten unter Alu löten.


