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Heimwerker-Berater

Aluwinkel

Werkzeugvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Aluwinkel
Inhalt10 Abschnitte
  1. Aufbau und Bezeichnung
  2. Material und Oberfläche
  3. Gewicht und Tragfähigkeit
  4. Typische Einsatzbereiche
  5. Richtig ablängen
  6. Befestigen: Schrauben, Kleben, Nieten
  7. Winkel als Treppenkantenschutz
  8. Typische Fehler
  9. Was Aluwinkel kosten
  10. Häufige Fragen

Ein Aluwinkel ist ein L-förmiges Profil aus Aluminium. Er schützt Kanten an Treppen und Wänden, schließt Verkleidungen sauber ab, verstärkt Rahmen und dient als Führung oder Auflage. Weil er leicht ist, nicht rostet und sich mit einer normalen Metallsäge ablängen lässt, gehört er zu den vielseitigsten Halbzeugen im Baumarktregal.

Aufbau und Bezeichnung

Ein Winkel wird mit drei Maßen beschrieben: Schenkel A × Schenkel B × Wandstärke, zum Beispiel 20 × 20 × 2 mm. Dazu kommt die Länge, im Baumarkt meist 1 oder 2 m, im Metallhandel oft 6 m.

  • Gleichschenklig: beide Schenkel gleich lang, etwa 30 × 30 × 2 mm. Der Standard für Kantenschutz und Rahmen.
  • Ungleichschenklig: unterschiedlich lange Schenkel, etwa 30 × 20 × 2 mm. Praktisch, wenn ein Schenkel sichtbar bleiben und der andere verdeckt befestigt werden soll.
  • Scharfkantig oder rundkantig: Stranggepresste Winkel haben innen oft einen kleinen Radius, gekantete Bleche einen deutlichen Biegeradius. Für sichtbare Abschlüsse sieht scharfkantig hochwertiger aus.

Material und Oberfläche

Die meisten Aluwinkel bestehen aus der Legierung EN AW-6060, einer gut strangpressbaren Aluminium-Magnesium-Silizium-Legierung, die für Profile aller Art verwendet wird. Die Oberfläche gibt es in verschiedenen Varianten:

Blank (pressblank)Günstig, wird mit der Zeit matt und grau. Für verdeckte Anwendungen und Werkstatt.
EloxiertHarte, farbechte Schutzschicht, meist Silber (E6/EV1), auch Schwarz, Bronze oder Edelstahloptik. Für sichtbare Kanten im Wohnbereich.
PulverbeschichtetIn RAL-Farben lackiert, zum Beispiel Weiß oder Anthrazit. Passend zu Fenstern und Türen.
FolienbeschichtetHolz- oder Steindekor. Für Möbel und Übergänge an Bodenbelägen.

Gewicht und Tragfähigkeit

Aluminium wiegt etwa 2,7 g/cm³. Ein Winkel 20 × 20 × 2 mm bringt damit rund 0,2 kg je Meter auf die Waage, ein Winkel 50 × 50 × 2 mm gut 0,5 kg je Meter. Das ist rund ein Drittel eines vergleichbaren Stahlwinkels.

Aluminium ist allerdings deutlich weicher und biegt sich unter Last stärker durch. Für tragende Konsolen, Regale mit schwerer Last und Geländer gilt: im Zweifel dicker wählen oder Stahl nehmen. Ein 2-mm-Winkel mit 1 m Spannweite taugt als Kantenschutz, nicht als Regalträger für Werkzeugkisten.

Typische Einsatzbereiche

  • Kantenschutz an Wandecken, Treppenstufen, Podesten und Werkbänken.
  • Abschlussprofil für Paneele, Verkleidungen, Arbeitsplatten und Fliesenkanten.
  • Rahmen für Insektenschutz, Schilder, Bilder und Leichtbauprojekte.
  • Auflagen und Führungen, etwa für Einlegeböden, Schiebetüren oder Anschläge in der Werkstatt.
  • Verstärkung an Kisten, Transportboxen und Anhängeraufbauten.
  • Tropfkanten und Abschlüsse an Fensterbänken und Terrassenrändern.

Richtig ablängen

  1. Anzeichnen mit einem feinen Filzstift oder einer Reißnadel und einem Anschlagwinkel.
  2. Einspannen im Schraubstock zwischen Schutzbacken aus Holz oder Kunststoff, damit die Oberfläche keine Abdrücke bekommt.
  3. Sägen mit einer Eisensäge oder einer Kappsäge mit Sägeblatt für Aluminium. Gehrungen für Rahmen gelingen am saubersten mit einer Gehrungssäge.
  4. Entgraten der Schnittkanten mit Feile oder Handentgrater. Frisch gesägtes Aluminium ist messerscharf.

Beim maschinellen Sägen Schutzbrille tragen; die Späne fliegen weit und sind heiß.

Befestigen: Schrauben, Kleben, Nieten

Schrauben ist die sicherste Methode. Die Löcher mit HSS-Bohrer vorbohren und bei Senkkopfschrauben ansenken, damit der Kopf bündig sitzt. Im Außenbereich Edelstahlschrauben verwenden.

Kleben ist unsichtbar und ideal für Kantenschutz auf Putz, Fliesen oder Holz. Montagekleber auf MS-Polymer-Basis oder Zweikomponentenkleber halten gut, wenn die Klebefläche angeschliffen und entfettet ist. Doppelseitiges Klebeband genügt nur für leichte Deko.

Nieten verbindet Winkel mit Blech oder anderen Profilen schnell und dauerhaft. Dafür braucht man Blindnieten aus Aluminium und eine Blindnietzange.

Winkel als Treppenkantenschutz

An Treppenstufen, Podesten und Kellertreppen schützt ein Aluwinkel die Kante vor Abplatzern und macht sie sichtbar. Für Stufen eignen sich Winkel mit geriffelter oder gerillter Trittfläche besser als glatte Profile, weil sie rutschhemmend sind. Die Breite des sichtbaren Schenkels liegt meist bei 30 bis 50 mm. Auf Holz- und Betonstufen wird der Winkel verschraubt, auf Fliesen und Naturstein geklebt. Bei Holztreppen im Wohnbereich sehen eloxierte oder gebürstete Profile am besten aus; wer die ganze Treppe auffrischen will, findet Anregungen unter Holztreppe renovieren.

Typische Fehler

  • Kontaktkorrosion. Stahl- oder Kupferschrauben in feuchter Umgebung zerfressen das Aluminium an der Kontaktstelle.
  • Zu dünner Winkel für Last. Aluminium ist leicht, aber nicht so steif wie Stahl.
  • Kratzer durch Werkzeug. Eloxal lässt sich nicht nachbessern. Schutzfolie bis zum Schluss drauflassen.
  • Temperatur vergessen. Lange Profile in der Sonne dehnen sich aus. An Stößen einige Millimeter Luft lassen.

Was Aluwinkel kosten

Kleine, blanke Winkel wie 15 × 15 × 2 mm in 2 m Länge gibt es ab etwa 4 bis 6 Euro. Größere Querschnitte und eloxierte oder beschichtete Ausführungen kosten ein Mehrfaches, bei 50 × 50 mm und Farbbeschichtung sind 20 Euro und mehr je Stange üblich. Im Metallhandel sind 6-m-Stangen je Meter meist günstiger, aber schwer zu transportieren. Wer ganze Flächen verkleiden will, kombiniert Winkel mit einer Aluplatte.

Häufige Fragen

Kann ich Aluwinkel biegen?

Kaum. Ein L-Profil lässt sich nicht sauber um die Achse biegen, ohne dass ein Schenkel knickt. Für Ecken werden die Winkel auf Gehrung gesägt.

Wie befestige ich einen Kantenschutz an der Wand?

Bei Putz am besten kleben und bis zum Aushärten mit Klebeband fixieren. Bei stark beanspruchten Ecken zusätzlich an einigen Stellen dübeln.

Rostet Aluminium?

Nein, es bildet eine schützende Oxidschicht. Die Oberfläche wird matt, das Material bleibt aber stabil.

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