Gehrungssäge

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Mit einer Gehrungssäge schneiden Sie Leisten, Bretter und Profile im eingestellten Winkel – für Rahmen, Sockelleisten, Verkleidungen und Möbelteile. Es gibt sie als präzise Handsäge in einem verstellbaren Gestell und als elektrische Kapp- und Gehrungssäge. Für gelegentliche Leisten reicht die Handsäge, wer einen Raum mit Boden und Leisten ausstattet, spart mit der elektrischen viel Zeit.
Die Bauarten
| Bauart | Prinzip | Geeignet für |
| Gehrungslade | feste Schlitze für die Handsäge | wenige Leisten, 45 und 90 Grad |
| Hand-Gehrungssäge | Säge im Gestell, Winkel stufenlos | Rahmen, Leisten, leise Innenarbeiten |
| Kapp- und Gehrungssäge | Kreissägeblatt wird von oben eingetaucht | Leisten, Latten, schmale Bretter |
| Zug-Kapp-Gehrungssäge | Sägekopf zusätzlich auf Schienen verschiebbar | breite Bretter, Laminat, Terrassendielen |
Die einfache Lade beschreibt der Beitrag zur Gehrungslade. Hier geht es vor allem um die verstellbaren Sägen.
Die Hand-Gehrungssäge
Die Säge – meist eine Bügelsäge mit gespanntem, feinem Blatt – hängt in einem Gestell, das sich auf einer Grundplatte in jeden Winkel drehen lässt. Rasten bei 90°, 45° und oft weiteren Winkeln erleichtern das Einstellen. Das Werkstück liegt am Anschlag, die Säge wird in Führungen senkrecht nach unten geführt.
Der Vorteil: sie ist leise, staubarm und sehr genau. Für Bilderrahmen, Modellbau und Leistenarbeiten in bewohnten Räumen ist sie ideal. Mit passendem Blatt schneidet sie auch Aluminium- und Kunststoffprofile.
Die elektrische Kapp- und Gehrungssäge
Ein Kreissägeblatt, meist mit 210 bis 305 mm Durchmesser, sitzt an einem Schwenkarm und wird von oben in das Werkstück getaucht. Der Drehteller lässt sich für Gehrungsschnitte nach links und rechts drehen, der Sägekopf für Neigungsschnitte zur Seite kippen.
Die Zugfunktion erweitert die Schnittbreite: Der Kopf fährt auf Schienen nach vorn und wird durch das Werkstück geschoben. Damit werden auch breite Bretter und Laminatdielen in einem Zug getrennt. Mehr dazu im Beitrag zur Kapp- und Gehrungssäge und zur Kappsäge.

Gehrung, Neigung, Doppelgehrung
Gehrung ist ein Winkel in der Fläche: Die Leiste liegt flach, der Schnitt verläuft schräg über die Breite. Das ist der Schnitt für Bilderrahmen und für Sockelleisten, die flach an der Wand liegen.
Neigung ist ein Winkel in der Dicke: Das Blatt steht schräg, die Schnittfläche ist abgeschrägt. So entstehen Kanten für Kästen und Verkleidungen.
Doppelgehrung kombiniert beides. Sie braucht man für Kranzleisten an der Decke, die schräg zwischen Wand und Decke sitzen. Sägen, deren Kopf sich nach beiden Seiten neigen lässt, sparen dabei das Umdrehen des Werkstücks.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Schnittbreite und -höhe. Für Sockelleisten reichen einfache Kappsägen. Für Laminat, Dielen und Regalbretter braucht es eine Zugfunktion mit mindestens 20 bis 30 cm Schnittbreite.
- Genauigkeit der Rasten. Die 90°- und 45°-Stellung muss exakt sein und sich nachjustieren lassen.
- Neigung nach einer oder beiden Seiten.
- Schnittlinienanzeige. Laser oder LED-Schattenlinie zeigen, wo das Blatt schneidet.
- Absaugung. Der Staubsack fängt wenig; ein Saugeranschluss ist deutlich besser, siehe Späneabsaugung.
- Sanftanlauf und Bremse. Der Sanftanlauf schont Sicherungen, die Motorbremse stoppt das Blatt nach dem Loslassen in Sekunden.
Einfache elektrische Kapp- und Gehrungssägen gibt es ab etwa 100 Euro, Zugsägen für Heimwerker bei 200 bis 500 Euro, Profigeräte deutlich darüber.
Das Sägeblatt
Für saubere Kanten an Leisten und Möbelteilen eignet sich ein Blatt mit vielen Zähnen und Wechselzahn, für Bauholz ein gröberes. Für Laminat gibt es Blätter mit Trapez-Flachzahn. Kappsägen brauchen Blätter mit negativem oder flachem Spanwinkel, damit sich das Blatt nicht ins Werkstück zieht. Grundlagen im Beitrag zum Kreissägeblatt.
Sicher kappen
- Werkstück an Anschlag und Tisch, bei Bedarf mit der Spannvorrichtung sichern.
- Hände weit weg vom Schnittkanal, mindestens eine Handbreite. Kurze Stücke immer spannen.
- Volle Drehzahl abwarten, dann gleichmäßig eintauchen.
- Zugsägen richtig führen: Kopf nach vorn ziehen, eintauchen, dann nach hinten durch das Werkstück schieben. Nicht zum Körper hin ziehend sägen.
- Blatt stehen lassen, bevor Sie den Kopf anheben und Reste entfernen.
Gehörschutz und Schutzbrille gehören dazu. Kappsägen sind laut, und kleine Abschnitte werden gern weggeschleudert.
Rasten prüfen und justieren
Legen Sie einen genauen Anschlagwinkel an Blatt und Anschlag, bei gezogenem Stecker und abgesenktem Kopf. Stimmt der Winkel nicht, lassen sich die Anschläge bei den meisten Sägen über Schrauben nachstellen. Noch genauer ist der Fünf-Schnitt-Test an einem Brett, bei dem sich der Fehler vervielfacht. Eine Kappsäge, die ab Werk nicht justiert ist, ist eher die Regel als die Ausnahme.
Typische Fehler
- Lange Werkstücke nicht unterstützt. Sie kippen, das Blatt klemmt. Ein Rollbock oder eine Tischverlängerung hilft.
- Rasten nie geprüft. Ein Probeschnitt mit Anschlagwinkel zeigt, ob 90° wirklich 90° sind.
- Metall mit dem Holzblatt. Für Metall gibt es eigene Metallkappsägen.
Häufige Fragen
Hand oder elektrisch?
Für Bilderrahmen und wenige Leisten die Handsäge, für Boden und Leisten ganzer Räume die elektrische.
Wozu die Hinterschnittfunktion?
Sie neigt das Blatt über die Senkrechte hinaus, damit die Gehrung an einer unebenen Wand vorne dicht schließt.
Brauche ich einen Laser?
Nicht unbedingt, aber er beschleunigt das Anlegen. Eine LED-Schattenlinie ist genauer, weil sie den Schatten des echten Blattes zeigt.



