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Heimwerker-Berater

Multifunktionsleiter

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Multifunktionsleiter
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die beiden Grundtypen
  2. Welche Arbeitshöhe Sie brauchen
  3. Material
  4. Die Norm DIN EN 131
  5. Richtig aufstellen
  6. Welche Sprossen tabu sind
  7. Typische Fehler
  8. Die Leiter regelmäßig prüfen
  9. Kaufen oder leihen?
  10. Häufige Fragen

Eine Multifunktionsleiter – auch Mehrzweckleiter oder Kombileiter – ersetzt mehrere Leitern: Sie lässt sich als Anlegeleiter, als Stehleiter und oft als verlängerte Schiebeleiter aufstellen. Für ein Haus mit Garten ist sie meist die sinnvollste einzelne Leiter. Die Kehrseite: Jede Stellung hat eigene Regeln, und die werden oft übersehen.

Die beiden Grundtypen

Die dreiteilige Mehrzweckleiter besteht aus zwei Leiterteilen, die als Stehleiter aufgestellt werden, und einem dritten Teil, der sich oben aufsetzen oder als Schiebeleiter ausziehen lässt. Zusammengeschoben dient sie als lange Anlegeleiter. Sie ist die Leiter für Dachrinne, Fassade und Obstbaum.

Die Gelenkleiter besteht aus vier Teilen mit drei oder vier Sprossen, die über Gelenke verbunden sind. Sie lässt sich als Stehleiter, Anlegeleiter, Treppenleiter und mit einer Platte sogar als kleines Arbeitsgerüst einsetzen. Sie ist kompakter, aber in der Anlegelänge kürzer. Mehr dazu unter Gelenkleiter.

Welche Arbeitshöhe Sie brauchen

Die Arbeitshöhe liegt etwa 1 bis 2 m über der Standhöhe, je nachdem, wie weit Sie mit ausgestreckten Armen reichen. Hersteller geben sie für jede Stellung an. Bei dreiteiligen Mehrzweckleitern sind Anlegelängen zwischen rund 3 und 8,30 m üblich; die maximale Arbeitshöhe reicht damit von knapp 4 bis etwa 9 m.

AufgabeNötige Arbeitshöhe
Zimmerdecke streichen, Lampen montieren3–3,5 m
Hecke schneiden, Obstbaum3,5–5 m
Dachrinne am Einfamilienhaus reinigen5–7 m
Fassade am Giebel7–9 m, besser Gerüst
Multifunktionsleiter für den Garten
Foto: lightpoet / Depositphotos.com

Material

Fast alle Multifunktionsleitern sind aus Aluminium. Es ist leicht, korrodiert kaum und ist stabil genug für die Normlast. Holzleitern sind selten und schwer. Glasfaserverstärkte Kunststoffleitern sind nicht leitend und damit für Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen vorgeschrieben, aber teurer und schwerer.

Achten Sie auf gerillte Sprossen mit mindestens 30 mm Auftrittsbreite und auf rutschfeste, austauschbare Leiterfüße.

Die Norm DIN EN 131

Leitern für den Verkauf in Europa müssen die DIN EN 131 erfüllen. Seit der Überarbeitung der Norm brauchen Anlegeleitern über 3 m Länge eine verbreiterte Standtraverse, die ein seitliches Kippen verhindert. Die Norm unterscheidet außerdem zwischen Leitern für den beruflichen und den privaten Gebrauch. Die zulässige Belastung beträgt 150 kg – einschließlich Person, Werkzeug und Material.

Richtig aufstellen

  1. Untergrund prüfen. Fest und eben, nie auf Kisten oder Steinen unterlegen. Auf Rasen sinken die Füße einseitig ein – ein Brett unterlegen oder Erdspitzen nutzen.
  2. Winkel stimmen. Anlegeleitern im Winkel von 65 bis 75° anstellen. Probe: Stehen Sie mit den Fußspitzen an den Leiterfüßen, sollten Sie mit ausgestrecktem Arm die Sprosse in Schulterhöhe erreichen.
  3. Überstand. Als Aufstieg auf ein Dach oder eine Plattform muss die Leiter mindestens 1 m über die Austrittsstelle hinausragen.
  4. Spreizsicherung. In Stehleiterstellung müssen Gurte oder Ketten gespannt sein.
  5. Verriegelungen prüfen. Alle Beschläge und Haken müssen eingerastet sein, bevor Sie hinaufsteigen.

Welche Sprossen tabu sind

  • Anlegeleiter: die obersten drei Sprossen nicht besteigen.
  • Stehleiter: die obersten beiden Sprossen nicht besteigen.
  • Stehleiter mit aufgesetztem Schiebeteil: die obersten vier Sprossen des aufgesetzten Teils nicht besteigen.

Diese Regeln stehen auf den Aufklebern an der Leiter. Sie sind kein Kleingedrucktes, sondern der Grund, warum die Leiter nicht kippt.

Typische Fehler

  • Seitlich hinauslehnen. Der Körperschwerpunkt muss zwischen den Holmen bleiben. Lieber absteigen und die Leiter versetzen.
  • Stehleiter als Anlegeleiter benutzen, zusammengeklappt an die Wand gelehnt. Die Füße sind dafür nicht ausgelegt, die Leiter rutscht weg.
  • Schwere Werkzeuge in der Hand beim Aufstieg. Mindestens eine Hand gehört an die Leiter.
  • Beschädigte Leiter weiterbenutzen. Verbogene Holme, fehlende Füße oder ausgeschlagene Gelenke sind ein Grund zur Ausmusterung.

Die Leiter regelmäßig prüfen

Betriebe müssen Leitern regelmäßig von einer befähigten Person prüfen lassen. Im Privathaushalt gibt es diese Pflicht nicht, der Blick vor jedem Einsatz lohnt sich trotzdem: Sind die Holme gerade und ohne Dellen? Sitzen alle Sprossen fest? Sind die Füße vollständig und nicht abgelaufen? Rasten Gelenke und Haken sauber ein? Laufen die Führungen der Schiebeleiter leicht? Eine Leiter, die hier durchfällt, gehört repariert oder entsorgt, nicht noch einmal benutzt.

Kaufen oder leihen?

Eine gute dreiteilige Mehrzweckleiter kostet je nach Länge etwa 100 bis 300 Euro. Bekannte Hersteller sind unter anderem Hymer, Hailo, Zarges und Krause. Wer nur einmal im Jahr die Dachrinne reinigt, kann eine Leiter im Baumarkt oder beim Werkzeugverleih leihen. Für den ständigen Einsatz im eigenen Haus lohnt der Kauf – eine Aluleiter hält bei guter Pflege Jahrzehnte.

Häufige Fragen

Wie lagere ich die Leiter richtig?

Trocken, liegend oder an Haken hängend, geschützt vor Sonne, die die Kunststofffüße altern lässt. Nicht draußen stehen lassen.

Brauche ich eine Traverse?

Für Anlegeleitern über 3 m schreibt die aktuelle Norm sie vor. Ältere Leitern lassen sich teils nachrüsten.

Gibt es Alternativen für hohe Arbeiten?

Für längere Arbeiten ab etwa 5 m ist ein Rollgerüst sicherer. Für den Dachbereich siehe Dachleiter, für Treppenhäuser die Treppenleiter.

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