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Heimwerker-Berater

Dachleiter

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Dachleiter und Anlegeleiter: zwei Aufgaben
  2. Die Bauarten
  3. So wird sie eingehängt
  4. Länge richtig wählen
  5. Holz oder Aluminium
  6. Wann eine feste Lösung nötig ist
  7. Sicherheit auf dem Dach
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Dachleiter liegt flach auf der Dachfläche und hängt mit einem Haken am First oder an fest montierten Dachhaken. Sie verteilt das Gewicht auf viele Ziegel, damit keiner bricht, und gibt auf dem geneigten Dach sicheren Tritt. Mit einer Anlegeleiter kommt man aufs Dach; mit der Dachleiter bewegt man sich darauf.

Dachleiter und Anlegeleiter: zwei Aufgaben

Die Anlegeleiter führt von der Erde bis an die Traufe. Oben angekommen, beginnt das eigentliche Problem: Auf Ziegeln oder Schiefer findet man ohne Hilfe keinen Halt, und das eigene Körpergewicht auf einem einzelnen Dachziegel reicht oft, um ihn zu brechen. Die Dachleiter löst beides. Sie liegt über mehrere Ziegelreihen, hat Sprossen als Tritte und ist oben verankert.

Eine Teleskopleiter mit aufgestecktem Haken ist kein Ersatz für eine richtige Dachleiter. Die Sprossen einer Anlegeleiter sind für die Belastung senkrecht zur Leiter nicht gedacht, und die Auflage auf dem Dach ist punktuell statt flächig.

Dachleiter
Dachleiter | Foto: lisafx / Depositphotos.com

Die Bauarten

Dachdeckerleiter aus HolzKlassiker mit breiten Sprossen und Firsthaken, oft mit Rollen zum Hochschieben. Leitet keinen Strom.
Aluminium-DachleiterLeichter, witterungsfest, meist in Segmenten steckbar. Für gelegentliche Arbeiten beliebt.
Fest montierte DachleiterDauerhaft auf der Dachfläche befestigt, genormt nach DIN EN 12951. Für regelmäßige Wege zu Schornstein, Antenne oder Solaranlage.
Einzeltritte und LaufstegeFest montierte Stufen oder Roste, etwa für den Schornsteinfeger.

So wird sie eingehängt

Die mobile Dachleiter wird mit den Rollen nach unten auf die Dachfläche gelegt und von der Traufe aus nach oben geschoben. Am First angekommen, wird sie umgedreht, sodass der Firsthaken über den First greift und sich auf der anderen Seite abstützt. Die Rollen verhindern, dass beim Hochschieben Ziegel verrutschen.

  1. Anlegeleiter sichern. Sie muss mindestens 1 m über die Traufe hinausragen, damit Sie beim Umsteigen einen Handlauf haben. Der Anstellwinkel liegt bei etwa 65 bis 75 Grad.
  2. Dachleiter hochschieben, Rollen nach unten, ohne sich weit über die Traufe zu lehnen.
  3. Am First wenden und den Haken sicher einhängen. Prüfen, ob er über den Firstziegeln aufliegt und nicht an einem losen Ziegel hängt.
  4. Belastung prüfen, bevor Sie umsteigen: kräftig nach unten ziehen, nichts darf rutschen.
  5. Umsteigen mit drei Kontaktpunkten, also immer zwei Hände und ein Fuß oder zwei Füße und eine Hand an Leiter oder Dach.
Dachleiter im Einsatz
Dachleiter im Einsatz | Foto: antos777 / Depositphotos.com

Länge richtig wählen

Die Dachleiter sollte von der Traufe bis zum First reichen, ohne dass Sie das letzte Stück frei über Ziegel gehen müssen. Messen Sie die Sparrenlänge oder zählen Sie die Ziegelreihen und multiplizieren Sie mit der Lattweite. Viele Aluminium-Dachleitern bestehen aus Segmenten, die sich verlängern lassen. Verlängern ist nur mit den Originalteilen des Herstellers zulässig, nicht mit einer zweiten, fremden Leiter.

Holz oder Aluminium

Holz ist schwerer, liegt dafür ruhiger auf dem Dach und leitet keinen Strom – ein Vorteil in der Nähe von Freileitungen und Hausanschlüssen. Es braucht Pflege und trockene Lagerung. Aluminium ist leicht, rostfrei und langlebig, aber elektrisch leitend und bei Wind unruhiger. Für den Hausbesitzer, der zweimal im Jahr an die Antenne muss, ist Aluminium meist die praktischere Wahl.

Wann eine feste Lösung nötig ist

Wer regelmäßig aufs Dach muss, etwa zur Solaranlage, zur Antenne oder weil der Schornsteinfeger über das Dach kommt, fährt mit einer fest montierten Lösung besser. Fest montierte Dachleitern, Tritte und Laufstege werden an der Dachkonstruktion verschraubt und über spezielle Ziegel oder Bleche durch die Deckung geführt. Die Montage ist Dachdeckerarbeit, denn jede Durchdringung der Dachhaut muss dicht sein. In vielen Bundesländern ist geregelt, welche Wege der Schornsteinfeger auf dem Dach vorfinden muss – fragen Sie ihn, bevor Sie etwas bestellen.

Sicherheit auf dem Dach

Die Dachleiter schützt vor dem Ausrutschen, nicht vor dem Absturz. Am Dachrand gibt es nichts, was einen Fall aufhält. Bei längeren Arbeiten gehört deshalb eine Absturzsicherung dazu: ein Auffanggurt, der an einem geprüften Sicherheitsdachhaken oder einem Anschlagpunkt befestigt ist. Die Befestigung an einem normalen Dachhaken für Schneefang oder an einer Antenne ist kein sicherer Anschlag.

Gehen Sie nie bei Nässe, Reif, Moosbelag oder starkem Wind aufs Dach. Arbeiten Sie nicht allein, und lassen Sie jemanden unten die Anlegeleiter sichern.

Typische Fehler

  • Haken an einem losen Firstziegel. Er trägt nur scheinbar.
  • Anlegeleiter zu kurz. Ohne Überstand fehlt beim Umsteigen der Halt.
  • Mit Arbeitsschuhen ohne Profil. Glatte Sohlen rutschen auf den Sprossen.
  • Werkzeug in der Hand. Gehört in einen Gürtel oder einen Eimer am Seil.

Häufige Fragen

Darf ich als Laie überhaupt aufs Dach?

Auf dem eigenen Dach ja. Rechtlich verboten ist es nicht, aber gefährlich. Arbeiten, die länger dauern oder am Rand stattfinden, sind bei einem Dachdecker gut aufgehoben.

Welche Leiter brauche ich bis zur Traufe?

Eine Ausziehleiter oder Seilzugleiter mit ausreichender Länge. Rechnen Sie Traufhöhe plus 1 m Überstand.

Kann ich eine Dachleiter für die Dachrinne nutzen?

Für die Reinigung der Dachrinne arbeitet man meist von einer Anlegeleiter oder einem Gerüst aus, nicht vom Dach.

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