Festool Tauchsäge
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Festool baut Tauchsägen für den Profieinsatz: Die Maschinen laufen auf der Führungsschiene FS, schneiden ausrissfrei und lassen sich mit Absaugung und Transportkoffern zu einem System verbinden. Die Modellnummer verrät die wichtigste Kenngröße – die TS 55 schneidet bis 55 mm tief, die TS 75 bis 75 mm. Die Frage ist weniger, ob die Sägen gut sind, sondern ob Sie das Geld dafür wirklich brauchen.
Was eine Tauchsäge von der Handkreissäge unterscheidet
Bei einer normalen Handkreissäge steht das Blatt unter der Grundplatte, und man setzt am Werkstückrand an. Bei der Tauchsäge ist das Blatt im Gehäuse verborgen und wird erst beim Schnitt nach unten gedrückt. Damit kann man mitten in einer Platte ansetzen – für Ausschnitte in Arbeitsplatten, Fensteröffnungen in Wandverkleidungen oder das Kürzen eines verlegten Bodens.
Der zweite Unterschied ist die Führung: Eine Tauchsäge ist darauf ausgelegt, auf einer Schiene zu laufen. Mehr zur Bauform steht im Beitrag zur Tauchsäge und zum Unterschied zwischen Hand- und Tauchsäge.
Die Modelle im Vergleich
| Merkmal | TS 55 | TS 75 |
| max. Schnitttiefe | 55 mm | 75 mm |
| Leistung | 1200 W | 1600 W |
| Sägeblatt | 160 mm | 210 mm |
| Gehrung | bis 47° | bis 47° |
| Einsatz | Möbel- und Innenausbau | Massivholz, Treppen, Zimmerei |
Die Schnitttiefe gilt ohne Schiene. Läuft die Säge auf der Führungsschiene, geht deren Stärke ab, es bleiben einige Millimeter weniger. Die Modellbezeichnungen tragen Zusätze wie EBQ oder Plus, die Ausstattung und Lieferumfang beschreiben – etwa Elektronik, Bremse oder einen mitgelieferten Koffer. Neuere Generationen haben zum Teil einen Rückschlagstopp. Die genaue Ausstattung wechselt mit den Modellreihen; prüfen Sie beim Kauf das Datenblatt.
Welche der beiden Sie brauchen
Die TS 55 reicht für fast alles im Innenausbau. Spanplatten, MDF, Multiplex und Arbeitsplatten sind selten dicker als 40 mm, und selbst bei 45° Neigung bleibt genug Tiefe für übliche Plattenstärken. Die Säge ist leichter und handlicher.
Die TS 75 lohnt sich, wenn Sie Bohlen, Treppenstufen oder Leimholz über 50 mm schneiden oder bei Gehrungsschnitten an dicken Werkstücken Reserve brauchen. Für gelegentlichen Möbelbau ist sie überdimensioniert.
Die Führungsschiene
Beide Sägen laufen auf der Festool-Führungsschiene FS, die in Längen von 800 mm bis 5000 mm angeboten wird. Die Säge wird ohne Werkzeug aufgesetzt, das Spiel wird mit zwei Stellrädern an der Grundplatte eingestellt. Vor dem ersten Schnitt muss die Gummilippe der Schiene mit der eigenen Säge eingesägt werden; danach zeigt sie exakt, wo das Blatt schneidet.
Das /2 in Bezeichnungen wie FS 1400/2 bezeichnet eine Ausführung des Profils, nicht die Zahl der Teile: Eine FS 1400/2 ist eine durchgehende Schiene. Wer längere Schnitte braucht, verbindet zwei Schienen.
Absaugung gehört dazu
Eine Tauchsäge erzeugt feinen Staub, bei MDF und beschichteten Platten besonders viel. Festool bietet dafür die Absaugmobile der Serie CT (Cleantec) an. Sie haben eine Gerätesteckdose: Schaltet man die Säge ein, läuft der Sauger mit, schaltet man sie aus, läuft er kurz nach und schaltet ab.
Mit Absaugung arbeitet die Säge sauberer und die Schnittlinie bleibt sichtbar. Ein normaler Werkstattsauger mit Einschaltautomatik tut es ebenfalls, wenn der Schlauchdurchmesser passt. Wer ohne Absaugung arbeitet, sollte bei MDF mindestens eine FFP2-Maske tragen.
Systainer und Zubehör
Die Sägen kommen meist in einem Systainer, einem stapelbaren Koffer mit Formeinlage. Die Koffer lassen sich untereinander und mit dem Sauger verbinden. Das ist auf Baustellen praktisch, für die heimische Werkstatt eher Komfort als Notwendigkeit.
Wichtiger ist das Sägeblatt. Für Plattenmaterial ist ein Blatt mit vielen Zähnen und Wechselzahn oder Trapez-Flachzahn richtig, für Massivholz längs ein grobes Blatt mit wenigen Zähnen. Mehr dazu im Beitrag zum Tauchsägeblatt.
Arbeiten mit der Säge
- Schnitttiefe einstellen. Das Blatt sollte das Werkstück nur um wenige Millimeter überragen. Zu tief erhöht den Rückschlag und belastet den Motor.
- Werkstück vollflächig auflegen. Auf einer Opferplatte oder Styroporplatte, damit keine Teile abbrechen oder das Blatt klemmt.
- Anlauf abwarten. Einschalten, volle Drehzahl, dann eintauchen.
- Gleichmäßig vorschieben. Nicht drücken, die Säge zieht sich nicht selbst. Am Ende das Blatt ganz durchfahren lassen, dann zurückfedern lassen.
Für wen sich der Preis rechnet
Festool-Sägen kosten ein Mehrfaches vergleichbarer Heimwerkergeräte. Der Preis kauft Präzision, Langlebigkeit, Ersatzteilversorgung und ein durchdachtes System. Für Schreiner, Innenausbauer und ambitionierte Möbelbauer ist das gut angelegtes Geld. Für jemanden, der zweimal im Jahr ein Regalbrett kürzt, nicht.
Alternativen gibt es von Mafell im Profibereich bis zu günstigen Geräten von Einhell oder Scheppach; einen Überblick bietet der Beitrag zur Tauchkreissäge. Gebrauchte Festool-Sägen sind wegen der guten Ersatzteillage übrigens eine vernünftige Option.
Häufige Fragen
Passt die Festool-Säge auf andere Schienen?
Einige Fremdschienen sind auf das Festool-Profil ausgelegt. Vor dem Kauf die Angaben des Schienenherstellers prüfen.
Kann ich mit der Tauchsäge ohne Schiene arbeiten?
Ja, wie mit einer Handkreissäge. Dann fehlt aber die Genauigkeit und der Splitterschutz – der eigentliche Grund für diese Säge.
Wie viel Schnitttiefe brauche ich wirklich?
Für Platten bis 40 mm reicht die TS 55 auch bei Gehrung. Erst bei dickem Massivholz braucht es die TS 75.



