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Heimwerker-Berater

Mafell Erika

Werkzeugvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was eine Unterflurzugsäge anders macht
  2. Die drei Modelle in Zahlen
  3. Erika 60 E: die kleine für den Innenausbau
  4. Erika 70 Ec: das Arbeitspferd
  5. Erika 85 Ec: wenn es dicker wird
  6. Ausstattung, die alle drei verbindet
  7. Zubehör, das den Unterschied macht
  8. Sicher arbeiten
  9. Für wen sich eine Erika lohnt
  10. Häufige Fragen

Erika heißt die Reihe von Unterflurzugsägen, mit der die Mafell AG aus Oberndorf am Neckar seit Jahrzehnten Zimmerer, Tischler und Innenausbauer versorgt. Drei Modelle gibt es: die kompakte 60 E sowie die beiden großen 70 Ec und 85 Ec. Sie unterscheiden sich vor allem in einer Zahl – der Schnitthöhe –, und genau an ihr sollte sich die Wahl orientieren.

Was eine Unterflurzugsäge anders macht

Bei einer normalen Kappsäge kommt das Blatt von oben. Bei der Unterflurzugsäge sitzt es unter dem Tisch auf einem Schlitten und wird von vorn nach hinten durch das Werkstück gezogen – daher der Name. Das Werkstück liegt dabei flach und ruhig auf der Tischplatte, die Hände bleiben oberhalb, das Blatt ragt nur so weit heraus, wie es schneiden muss.

Der eigentliche Vorteil ist die Doppelfunktion. Mit arretiertem Schlitten wird aus der Erika eine Tischkreissäge für Längsschnitte, mit gelöstem Schlitten eine Zugsäge für Kapp- und Gehrungsschnitte. Wer auf Baustellen arbeitet, spart sich damit ein zweites Gerät. Grundsätzliches zur Bauart steht im Beitrag Unterflurzugsäge.

Die drei Modelle in Zahlen

AngabeErika 60 EErika 70 EcErika 85 Ec
Nennaufnahme1300 W2250 W2500 W
Schnitthöhe 90°bis 61 mmbis 72 mmbis 85 mm
Schnitthöhe 45°–bis 50 mmbis 60 mm
Zuglängegut 21 cm340 mm430 mm
Schwenkbereich−2 bis 47°−3 bis 48°−3 bis 48°
Gewicht21 kg32 kg34,5 kg

Die Werte stammen aus den Herstellerangaben der jeweiligen Generation. Mafell überarbeitet die Reihe gelegentlich; vor dem Kauf lohnt der Blick ins aktuelle Datenblatt.

Erika 60 E: die kleine für den Innenausbau

Die Erika 60 E ist mit 21 kg das Leichtgewicht der Familie. Mit 61 mm Schnitthöhe schafft sie Dielen, Leisten, Laminat, Parkett, Plattenwerkstoffe und die meisten Latten. Für Konstruktionsholz ab 8 cm Stärke reicht sie nicht.

Ihre Stärke ist der Transport. Sie passt in jeden Kombi und lässt sich von einer Person tragen. Für Bodenleger, Trockenbauer und ambitionierte Heimwerker, die eine Wohnung ausbauen, ist sie oft die vernünftigere Wahl als eine der großen Schwestern.

Erika 70 Ec: das Arbeitspferd

Die Erika 70 Ec ist das Modell, das man auf Zimmerei-Baustellen am häufigsten sieht. 72 mm Schnitthöhe und 340 mm Zuglänge decken Dachlatten, Konterlatten, Sparrenbekleidungen und Arbeitsplatten ab. Die Elektronik E-Control regelt die Drehzahl zwischen 2100 und 4200 Umdrehungen je Minute – niedrig für Kunststoff und Aluminiumprofile, hoch für Holz.

Mit 32 kg ist sie kein Leichtgewicht mehr. Den Aufbau erleichtert der sogenannte Quickstand: vier Aluminiumbeine, die unter dem Tisch eingeklappt sind und sich in Sekunden ausklappen lassen. Gummifüße verhindern das Rutschen auf glattem Estrich.

Erika 85 Ec: wenn es dicker wird

Die Erika 85 Ec übernimmt dort, wo die 70 nicht mehr durchkommt. 85 mm Schnitthöhe reichen für Kanthölzer von 8 cm, für Bohlen und für Treppenstufen. Die Zuglänge von 430 mm erlaubt Querschnitte an breiten Brettern und Platten in einem Zug. Die Drehzahl liegt mit 1900 bis 3800 Umdrehungen etwas niedriger – das größere Blatt erreicht trotzdem dieselbe Schnittgeschwindigkeit.

Der Mehrpreis gegenüber der 70 Ec lohnt nur, wenn die zusätzlichen 13 mm Schnitthöhe tatsächlich gebraucht werden. Wer vor allem Latten und Platten schneidet, schleppt sonst 2,5 kg mehr ohne Gegenwert.

Ausstattung, die alle drei verbindet

  • Bedienelemente vorn. Schalter, Höhenverstellung und Winkelskala sitzen an der Stirnseite, man muss sich nicht über das Gerät beugen.
  • Staubkanal. Die großen Modelle bündeln den Sägestaub unter dem Tisch und führen ihn nach hinten zum Absaugstutzen. Mit einem Werkstattsauger bleibt der Tisch deutlich sauberer.
  • Absenkbarer Spaltkeil. Er bleibt beim Längsschnitt oben und verhindert, dass sich die Schnittfuge schließt und das Blatt klemmt.
  • Wiederanlaufschutz. Fällt der Strom kurz aus, läuft die Säge beim Wiederkehren nicht von selbst an – auf Baustellen mit wackeligem Baustrom kein Detail.

Zubehör, das den Unterschied macht

Die Grundausstattung genügt für Kappschnitte und schmale Längsschnitte. Wer größere Platten zuschneidet, braucht Tischverbreiterung und Tischverlängerung, sonst kippt das Werkstück hinter dem Blatt ab. Ein Schiebeschlitten macht aus der Erika eine kleine Formatsäge für rechtwinklige Plattenzuschnitte. Für die großen Modelle bietet Mafell außerdem einen Frästisch an, der die Säge zur Tischfräse erweitert.

Das Zubehör summiert sich. Bei der Anschaffung lohnt es, direkt ein Set zu wählen, statt die Teile einzeln nachzukaufen.

Sicher arbeiten

Beim Kappschnitt ziehen Sie den Schlitten gleichmäßig durch, nie ruckartig, und lassen ihn erst nach dem Auslaufen des Blattes zurück. Beim Längsschnitt gehört der Spaltkeil oben, die Schutzhaube über das Blatt und für schmale Teile ein Schiebestock in die Hand. Der Rückschlag beim Längsschnitt ist die häufigste Unfallquelle – er entsteht, wenn das Holz zwischen Blatt und Anschlag verklemmt.

Holzstaub von Buche und Eiche gilt als krebserzeugend. Eine Absaugung ist deshalb keine Komfortfrage; in Innenräumen gehört zusätzlich eine Staubmaske der Klasse FFP2 dazu.

Für wen sich eine Erika lohnt

Eine Erika ist ein Profiwerkzeug mit Profipreis: Schon das kleinste Modell liegt im vierstelligen Bereich, die großen mit Zubehör deutlich darüber. Dafür bekommt man eine Säge, die jahrzehntelang läuft und für die Mafell lange Ersatzteile vorhält.

Für den gelegentlichen Heimwerker ist das zu viel. Er fährt mit einer guten Kapp- und Zugsäge plus Tauchsäge günstiger. Für Betriebe und für jemanden, der ein ganzes Haus ausbaut, ist die Erika dagegen eine der wenigen Maschinen, die zwei ersetzen.

Häufige Fragen

Welches Sägeblatt gehört auf die Erika?

Ein Kombiblatt mit 40 bis 48 Zähnen für Holz, ein feingezahntes Blatt mit Trapez-Flachzahn für beschichtete Platten und Aluminium. Den passenden Durchmesser nennt die Bedienungsanleitung des jeweiligen Modells.

Kann ich die Erika auch stationär nutzen?

Ja. Viele Tischlereien setzen sie in der Werkstatt als kompakte Kreissäge ein, oft mit fest montierter Tischverlängerung.

Wo ist der Unterschied zu anderen Herstellern?

Unterflurzugsägen bauen auch Festool und Metabo; eine Übersicht bietet der Beitrag zur Mafell-Unterflurzugsäge, dort geht es vor allem um die Auswahl und den Platzbedarf.

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