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Heimwerker-Berater

Werkstattsauger

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Werkstattsauger
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum der Haushaltssauger hier ausscheidet
  2. Die Staubklassen
  3. Warum die Wattzahl wenig aussagt
  4. Filterabreinigung
  5. Nass und trocken
  6. Die Steckdose am Gerät
  7. Schlauch, Behälter, Zubehör
  8. Was zusätzlich nötig bleibt
  9. Preise
  10. Zubehör, das sich lohnt
  11. Die Steckdosenautomatik richtig nutzen

Ein Werkstattsauger unterscheidet sich vom Haushaltsgerät in drei Punkten: Er verträgt grobe Mengen, er nimmt Flüssigkeiten auf, und er hält Feinstaub zurück, statt ihn hinten wieder auszublasen.

Der letzte Punkt ist der wichtigste – und der, an dem sich gute von schlechten Geräten unterscheiden.

Warum der Haushaltssauger hier ausscheidet

Beim Bohren, Schleifen, Sägen und Schlitzen entsteht alveolengängiger Feinstaub: Partikel, die bis in die Lungenbläschen gelangen.

Quarzstaub aus Beton, Estrich, Putz und Fliesen gilt als krebserzeugend, Holzstaub aus Eiche und Buche ebenfalls. Beides sieht man in der Luft kaum – gerade die gefährliche Fraktion ist unsichtbar.

Ein Haushaltsstaubsauger hält die groben Partikel zurück und bläst den Feinstaub durch den Motorraum wieder in den Raum. Der Papierfilter setzt sich mit mineralischem Staub zudem in Minuten zu, und der Motor überhitzt.

Werkstattsauger in verschiedenen Ausführungen
Werkstattsauger in verschiedenen Ausführungen | Foto: Baloncici / Depositphotos.com

Die Staubklassen

Das wichtigste Auswahlkriterium, festgelegt in EN 60335-2-69:

KlasseDurchlassgradWofür
Lunter 1 %Gips, Kalk, harmlose Stäube
Munter 0,1 %Quarz, Beton, Holz, Lack
Hunter 0,005 %Schimmel, Asbest, Keime

Für die Heimwerkstatt ist Klasse M die richtige Wahl. Sie deckt Beton, Estrich, Fliesen, Mauerwerk und Holz ab – also praktisch alles, was im Haus anfällt.

Klasse L reicht nicht, sobald quarzhaltiges Material im Spiel ist, und das ist es bei fast jeder Wandarbeit.

Ein M-Sauger hat zusätzlich eine Durchflussüberwachung, die warnt, wenn die Luftgeschwindigkeit im Schlauch unter etwa 20 m/s sinkt. Das ist Teil der Zulassung, nicht Komfort.

Warum die Wattzahl wenig aussagt

Auf der Verpackung steht die Leistungsaufnahme – also der Stromverbrauch, nicht die Saugleistung.

Aussagekräftiger sind Unterdruck in Millibar (wie stark saugt das Gerät) und Luftmenge in m³/h (wie viel transportiert es). Für Elektrowerkzeuge zählt der Unterdruck, für große Mengen die Luftmenge.

Ein Gerät mit 1.000 Watt und gutem Filtersystem arbeitet besser als eines mit 1.600 Watt und einem zugesetzten Filter.

Filterabreinigung

Feiner Staub setzt den Filter zu, die Saugleistung bricht ein – bei Gipsstaub oft schon nach wenigen Minuten.

Manuelle Abreinigung über einen Hebel oder Knopf funktioniert, unterbricht aber die Arbeit.

Halbautomatische Abreinigung reinigt alle 15 bis 30 Sekunden eine Filterhälfte durch einen Luftstoß, während die andere weitersaugt. Die Saugleistung bleibt konstant.

Wer viel Trockenbau schleift oder Mörtel schlitzt, wird die automatische Abreinigung nicht mehr missen wollen.

Nass und trocken

Die meisten Werkstattsauger nehmen auch Flüssigkeiten auf. Dafür wird der Faltenfilter entnommen oder durch einen Nassfilter ersetzt – ein nass gewordener Trockenfilter ist in der Regel hinüber.

Achten Sie auf eine Füllstandsabschaltung. Ohne sie zieht der Sauger Wasser in den Motorraum.

Die Steckdose am Gerät

Ein Werkstattsauger hat meist eine Steckdose für das Elektrowerkzeug: Maschine einschalten, Sauger läuft mit, nach dem Ausschalten läuft er einige Sekunden nach.

Prüfen Sie die maximale Anschlussleistung – oft 2.000 bis 2.600 Watt. Ein großer Bohrhammer kann darüber liegen.

Für Akkugeräte gibt es Funkschalter und Bluetooth-Module, die dieselbe Automatik nachbilden.

Schlauch, Behälter, Zubehör

Der Schlauch sollte antistatisch sein. Trockener Kunststoffstaub lädt sich auf; ohne Ableitung bekommen Sie bei jeder Berührung einen Schlag. 27 mm arbeiten gut an Elektrowerkzeugen, 35 mm bei groben Mengen.

Der Behälter mit 20 bis 30 Litern reicht für Heimwerker. Größere sind schwer zu tragen und selten nötig.

Entsorgungsbeutel bei M- und H-Saugern: verschließbare Vliesbeutel sorgen dafür, dass der Staub beim Leeren nicht wieder frei wird.

Was zusätzlich nötig bleibt

Auch die beste Absaugung nimmt nicht alles auf. Bei Arbeiten über Kopf, bei der Flex und beim Mörtelmischen gehört eine Maske FFP2 dazu, bei Quarzstaub FFP3.

Und lüften Sie nach der Arbeit. Feinstaub schwebt noch Stunden, nachdem der Sauger aus ist.

Preise

Einfache Nass-Trocken-Sauger ohne Staubklasse kosten 60 bis 120 Euro – für Bauarbeiten ungeeignet. Geräte der Klasse L beginnen bei etwa 130 Euro, brauchbare M-Sauger mit automatischer Filterabreinigung liegen bei 250 bis 500 Euro.

Gemessen daran, was eine Staublunge kostet, ist das eine der besseren Investitionen in der Werkstatt.

Zubehör, das sich lohnt

Ein zweiter Schlauch in anderer Länge. Der kurze arbeitet an der Werkbank, der lange am Bau.

Ein Adaptersatz für die gängigen Absauganschlüsse. Eine undichte Verbindung halbiert die Wirkung an der Maschine.

Eine Fugendüse und eine Bodendüse – der Sauger ersetzt damit auch den Autostaubsauger.

Ein Vorabscheider (Zyklonabscheider) zwischen Schlauch und Sauger. Er trennt grobe Späne ab, bevor sie in den Behälter gelangen. Das verlängert die Standzeit von Filter und Beutel erheblich und ist bei Holzarbeiten die lohnendste Ergänzung überhaupt.

Ein Satz Ersatzfilter. Sie sind Verschleiß, und ein Gerät ohne verfügbare Filter ist nach zwei Jahren Elektroschrott.

Die Steckdosenautomatik richtig nutzen

Die Automatik schaltet den Sauger mit der Maschine ein – und lässt ihn einige Sekunden nachlaufen, damit der Schlauch leergesaugt wird.

Zwei Dinge lohnen die Prüfung: Läuft der Sauger lange genug nach, damit nichts im Schlauch liegen bleibt? Und wie hoch ist die maximale Anschlussleistung der Steckdose? Ein großer Bohrhammer mit 1.500 Watt plus Sauger kann eine 16-A-Leitung an die Grenze bringen.

Für Akkugeräte gibt es Funkschalter, die dieselbe Automatik nachbilden – praktisch, wenn Sie ohnehin in einem Akkusystem arbeiten.

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